Paletten-Mehrfachnutzung Neue Wege im Palettenhandling

Autor / Redakteur: Marcus Falkenhahn / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Das wohl am weitesten verbreitete Modell im Palettenhandling ist der Palettentausch. Weil sich die Logistikprozesse in den letzten Jahren teilweise komplett verändert haben, wird vielerorts aber gestritten, ob das Tauschverfahren an sich überhaupt noch zeitgemäß ist.

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Palettenkosten senken durch Weiterverkauf statt Tausch, ist die Devise von Falkenhahn. Damit will man die Hauptkostentreiber des bisher praktizierten Palettentauschs in den Griff bekommen. Bild: Falkenhahn
Palettenkosten senken durch Weiterverkauf statt Tausch, ist die Devise von Falkenhahn. Damit will man die Hauptkostentreiber des bisher praktizierten Palettentauschs in den Griff bekommen. Bild: Falkenhahn
( Archiv: Vogel Business Media )

In letzter Zeit ist der Palettentausch heftig in die Kritik geraten, da viele Unternehmen über enorm gestiegene Kosten klagen. Eine aktuelle Studie des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik (IML) in Dortmund hat die tatsächlichen Kosten des Palettentauschs für Verlader, Spediteure und Empfänger ermittelt.

Palettentausch verursacht hohe Kosten

Hauptkostentreiber sind demnach die enormen Verwaltungskosten sowie die Kosten für Schwund, Diebstahl und Reparatur der Paletten. Hinzu kommen Probleme wie ungeklärte Eigentumsverhältnisse oder die fehlende Eignung der Tauschpaletten für den Einsatz im Hochregallager.

Überall wird gestritten, ob das Tauschverfahren an sich überhaupt noch zeitgemäß ist, weil sich die Logistikprozesse in den letzten Jahren komplett verändert haben. Viele Unternehmen fordern den Ausstieg aus dem Tausch und suchen nach neuen Ansätzen.

Aufklärungsarbeit zu den Alternativen des Palettentausches

Als langjähriger Palettenproduzent hat auch Falkenhahn bereits frühzeitig diese vielfältigen Probleme im Tauschgeschäft erkannt. Zudem haben wir die Erfahrung gemacht, dass die meisten Unternehmen zu wenig über den Tausch und über mögliche Alternativen im Palettenhandling wissen.

Die meisten Unternehmen denken, es gebe einen geschlossenen zentralen Tauschpool, aus dem ein Ausstieg gar nicht oder nur unter großem Aufwand möglich ist. Vielen ist nicht bewusst, dass der Tausch durch individuelle Absprache zwischen zwei Vertragspartnern vereinbart wird und somit jederzeit ein Ausstieg möglich ist.

Also war und ist weiterhin Aufklärungsarbeit gefordert, um die Alternativen zum Palettentausch aufzuzeigen, wie zum Beispiel das Prinzip des Weiterverkaufs der Paletten – eine intelligente und vor allem kostengünstige Form der Mehrfachnutzung der Palette.

Weiterverkauf als Alternative zum Palettentausch

Beim System des Weiterverkaufs wird die Palette als Teil der Verpackung und nicht mehr als Transportmittel betrachtet. In der Konsequenz wird die Palette wie ein Umkarton behandelt und entweder im Angebotspreis mit einkalkuliert oder – gängiges Erfolgsmodell der Praxis – mit der Ware weiterverkauft und dementsprechend fakturiert.

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