Paletten-Pooling

Nur für das bezahlen, was auch wirklich genutzt wird

| Redakteur: Bernd Maienschein

Beim speziell in Deutschland seit Kurzem angebotenen Service „Chep Smart Promotions“ wird die Chep-Viertelpalette über einen Beacon mit der Promotionsware verknüpft. Nähert sich der Shopper, sendet der Beacon ein Signal an dessen Smartphone, das verschiedenste Inhalte transportieren kann.
Beim speziell in Deutschland seit Kurzem angebotenen Service „Chep Smart Promotions“ wird die Chep-Viertelpalette über einen Beacon mit der Promotionsware verknüpft. Nähert sich der Shopper, sendet der Beacon ein Signal an dessen Smartphone, das verschiedenste Inhalte transportieren kann. (Bild: Chep)

Den Ladungsträger Palette gibt es im offenen Tauschverfahren und im geschlossenen Paletten-Pool – vor allem die Epal-Europalette und „die Blauen“ von Chep sind hier zu nennen. Wir sprachen mit Kai Derda, Geschäftsführer der Chep Deutschland GmbH, über die Systeme und warum er seine Pooling-Services für die bessere Alternative hält.

Herr Derda, was genau ist der USP Ihres Angebots im Unterschied zum offenen Tauschpool der Epal-Europalette?

Kai Derda: Vom Prinzip her sind beide Systeme komplett anders. Beim Tauschverfahren besitzen Unternehmen die Paletten selbst, was einen hohen Kapitaleinsatz sowie einen hohen administrativen Aufwand bedeutet. So muss mit jedem Geschäftspartner ein eigenes Palettenkonto verwaltet werden. Beim Chep-Paletten-Pooling greifen Unternehmen hingegen auf den in sich geschlossenen Pool an Chep-Ladungsträgern zurück, das heißt, anstatt sie zu kaufen, mieten sie diese. Rein faktisch haben unsere Kunden also nur ein Palettenkonto mit uns. Aber auch anderweitig bietet unser Modell des Poolings viele Vorteile: Während beim offenen Tauschpool Unternehmen die Anlieferung, Qualitätskontrolle und Rückführung der Paletten selbst organisieren, erhalten sie bei uns alles aus unserer Hand. Wir liefern die gewünschte Menge der blauen Paletten zur gewünschten Zeit an den gewünschten Ort, führen diese zurück und garantieren eine durchweg standardisierte und hohe Qualität. Dabei zahlen unsere Kunden nur für diejenigen Paletten, die sie auch wirklich nutzen. Für unsere Pooling-Services haben wir in Europa mehr als 220, zum Teil hochautomatisierte Servicecenter, die jede einzelne Palette kontrollieren und, wenn notwendig, reparieren. Anders beim Palettentausch: Hier ist es keine Besonderheit, dass man im Tauschprozess für eine hochwertige Palette eine minderwertige zurückbekommt. Der Prozess an der Rampe ist wesentlich aufwendiger, da Lkw-Fahrer die Paletten sortieren und gegebenenfalls aussortieren müssen. Bei Chep entfällt der Tauschprozess an der Rampe komplett, was erheblich Zeit einspart. Diese effizienteren Prozesse kommen unseren Kunden in der aktuellen Situation des Fahrer- und Kapazitätsmangels zugute, da Ressourcen schneller wieder frei und anderweitig genutzt werden können.

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Was ist der Unterschied zwischen Chep und Epal? Lässt sich die Zahl der im Umlauf befindlichen Paletten vergleichen?

Konkret lassen sich die Zahlen schwer vergleichen, da wir bei Epal nur von der Europalette sprechen, wir bei Chep hingegen einen Mix an unterschiedlichen Ladungsträgern anbieten. Hierzu gehören neben der Europalette aus Holz oder Kunststoff die Halb- und Viertelpalette sowie diverse Behälter für Flüssig- und Trockengut oder Frischwaren. Durch den geschlossenen Pool wissen wir im Gegensatz zu Epal genau, wie viele Ladungsträger sich im Umlauf befinden. Weiterer Unterschied ist, dass die Ladungsträger unser Eigentum sind, während Epal die Paletten nicht selbst besitzt. Vor diesem Hintergrund sind beide Systeme nicht wirklich vergleichbar.

Im Bereich der Ladungsträger im geschlossenen Pool sind Sie auf jeden Fall weltweit die Nummer 1, Herr Derda, oder?

Ja, das kann man definitiv so sagen: Chep ist weltweit in über 60 Ländern mit Lösungen für Konsumgüter, frische Lebensmittel, Getränke sowie den Fertigungs-, Einzelhandels- und Automobilsektor aktiv. In unserem Pool befinden sich rund 350 Mio. mehrwegfähige Paletten und Behälter. Mit unseren mehr als 500.000 Kundenkontaktpunkten weltweit bieten wir auch globalen Marken eine flächendeckende Abdeckung. Unser System wird dabei von insgesamt 10.500 Mitarbeitern betreut. Auf Europa heruntergebrochen haben wir rund 120 Mio. Paletten im Umlauf, 17.000 Kunden und mehr als 220 Service-Center. Dies macht uns sehr flexibel. Unser europaweit größter Ladungsträgerbestand sichert auch im Wirtschaftsboom eine konstante Palettenverfügbarkeit.

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Nachhaltigkeit – Sustainability –, das schreibt sich heute jeder auf die Fahne. Was tun Sie für weniger Holzverbrauch und woher kommt Ihr Rohstoff?

Wir bei Chep setzen das Thema „Nachhaltigkeit“ auch konkret um. Alle Rohstoffe, aus denen unsere Paletten produziert werden, stammen weltweit zu 99,4 % und in der Region EMEA zu 100 % aus zertifizierten Quellen. Das ist ein absolutes Alleinstellungsmerkmal. Das für unsere Paletten verwendete Holz ist ausschließlich FSC- und PEFC-zertifiziert. Allein das Modell der Reparatur und Wiederverwendung von Ladungsträgern bewahrte laut neuesten Zahlen unseres Mutterkonzerns Brambles im letzten Geschäftsjahr 1,7 Mio. Bäume vor der Abholzung. Insgesamt konnten 2,6 Mio. t CO2-Emissionen und 1,4 Mio. t Abfall weltweit eingespart werden. Laut der Forests-A-Liste von CDP, einer globalen Plattform für die Offenlegung von Umweltdaten, zählt Brambles zu den sechs führenden Akteuren weltweit im Kampf gegen Abholzung. Außerdem wurde Brambles bereits zum fünften Mal in Folge in den Dow Jones Sustainability Index aufgenommen und gehört so zu den führenden Unternehmen seiner Kategorie. Bei der Chep-Viertelpalette, unserer Kunststoff-Displayplattform für den Point-of-Sales, handelt es sich sogar um ein zu 100 % CO2-neutrales Produkt – ausgezeichnet mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“. Durch die Wiederaufforstung von Wäldern kompensiert Chep sämtliche CO2-Emissionen, die die Palette verursacht. Zusätzlich besteht die Viertelpalette aus 100 % recyceltem Material.

Eine Frage als Ifoy-Juror: Was ist eigentlich Ihre Motivation, als Partner und Sponsor beim Ifoy-Award dabei zu sein?

Der Ifoy-Award zeichnet die Besten der Besten in der Intralogistik aus. Der Hauptfokus liegt darin, wie sich Paletten in Produktionsstätten und Lagerräumen am effizientesten mit Staplern, Lagertechnikgeräten, Sonderfahrzeugen und auch fahrerlosen Transportsystemen verarbeiten lassen. Indem wir den Ifoy-Award unterstützen, sind wir sehr nah an den aktuellen Flurförderzeug-Entwicklungen am Markt. Im Rahmen der Testtage können wir gezielt prüfen, ob unsere Paletten für die vielfältigen Innovationen reif sind. Nicht zuletzt haben wir uns auch für eine Partnerschaft des Ifoy-Awards entschieden, da dieser in der Branche für Hochwertigkeit und Innovation steht. Alles Punkte, die auch unsere Ladungsträger und Services auszeichnen. Wir freuen uns 2019 wieder auf spannende Neuheiten und Tests.

Hier gibt's weitere Beiträge zu Chep und zu EPAL!

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