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Schwertransporte Schwere Maschinen auf Kurs nach Thailand und Indien

| Autor / Redakteur: Volker Hoebelt / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Ob Autoreifen oder Holzbalken: Was industrielle Maschinen und Anlagen produzieren, wiegt oft nur wenige Kilogramm. Die Anlagen selbst dagegen bringen Tausende Tonnen auf die Waage. Und diese Tonnage will möglichst risikolos, gut geschützt und vor allem rechtzeitig an ihren Bestimmungsort transportiert werden.

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Bild 1: Die Bauteile für eine Presse, die Lkw-Längsträger in Form bringen wird, lieferte Logwin ins indische Chennai.
Bild 1: Die Bauteile für eine Presse, die Lkw-Längsträger in Form bringen wird, lieferte Logwin ins indische Chennai.
(Bild: Logwin)

Für den Krefelder Anlagen- und Maschinenbauer Siempelkamp hat Logwin in den vergangenen Monaten gleich zwei große Transportprojekte umgesetzt: Der Logistikdienstleister lieferte eine komplette Anlage zur Produktion von mitteldichten Faser-(MDF-)Platten nach Thailand. Und für eine Presse von Lkw-Längsträgern verschiffte Logwin Bauteile mit Einzelgewichten von bis zu 95 t nach Indien.

Eine MDF-Platte besteht aus vielen kleinen Holzpartikeln, die mit Bindemitteln durchsetzt und verpresst werden. Dafür benötigen die Hersteller in ihren Produktionsanlagen Leimküchen, hydraulische Pressen und Handling-Equipment für die Fertigprodukte. Etwa jede zweite Holzwerkstoffplatte weltweit wird auf einer Anlage von Siempelkamp gefertigt.

Bildergalerie

Projekt 1: 6000 t und 150 Container unterwegs nach Thailand

Für einen Hersteller von MDF-Platten entsteht derzeit eine dieser Anlagen in der thailändischen Stadt Rayong, 200 km südöstlich von Bangkok. Die einzelnen Komponenten kommen hauptsächlich aus Krefeld, wo Siempelkamp seinen Hauptsitz hat. Andere Teile produziert das Unternehmen in Wuxi in der Nähe von Shanghai.

Über die Häfen Hamburg und Shanghai transportierte Logwin die Anlagenteile nach Thailand (Bild 3 – siehe Bildergalerie). Auf die Seereise gingen 150 Schwergutteile mit einem Gesamtgewicht von fast 6000 t, außerdem etwa 150 Container mit kleineren Komponenten. Weitere Teile für die Anlage fertigten europäische Zulieferer; den Transport dieser Ladungen organisierte Logwin über Partner ab Genua, Helsinki und Göteborg.

Zwölf Verschiffungen waren notwendig, um alle Anlagenteile nach Rayong zu bringen. Bis alle Transporte unter Dach und Fach waren, wurden unzählige Telefonate geführt. Ohne perfekte Koordination ist ein Projekt dieser Größenordnung nicht zu realisieren.

Beim Transport per Lkw war schnelles Umdenken gefragt

Ende Juli 2011 hatte Logwin die Anfrage von Siempelkamp erhalten, Ende Februar 2012 erreichte das letzte Schiff den Zielhafen in Laem Chabang, Thailands größtem Hafen rund 80 km östlich von Rayong. Von dort organisierte Logwin die zweistündige Lkw-Fahrt bis zur Baustelle.

Trotz detaillierter Planung war dabei schnelles Umdenken gefragt. Der leere Lkw war am Vortag zum Hafen gefahren – auch um die Strecke für den Transport zu testen. Über Nacht wurde auf der Straße eine 4 cm dicke Asphaltschicht verlegt, Hinweisschilder hatten darüber jedoch nicht informiert. Das Resultat: Eine Brücke war am nächsten Tag zu niedrig für den beladenen Lkw. Die Route musste kurzfristig geändert werden, die tonnenschwere Fracht kam trotzdem pünktlich an.

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