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Klimaschutz Solaröfen von Rottbeck für Madagaskar

Seit Oktober 2015 kompensiert die Bottroper Spedition Rottbeck als eines der ersten mittelständischen Transportunternehmen Deutschlands CO2, indem die Bewohner auf Madagaskar Solaröfen benutzen.

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Frank Rottbeck, Eva Nickolaus und Stefan Baumeister (v.l.) mit Rottbecks neuem Logo für kohlendioxidneutrale Fahrten.
Frank Rottbeck, Eva Nickolaus und Stefan Baumeister (v.l.) mit Rottbecks neuem Logo für kohlendioxidneutrale Fahrten.
(Bild: Rottbeck )

Die Ruhrgebiets-Spedition Rottbeck fährt seit vielen Jahren für den Büro-, Betriebs- und Lagerausstatter Kaiser+Kraft und produziert so mit ihren Lkw pro Quartal fast 140 t CO2. Eine Zahl, die Rottbeck dazu motivierte, ein Klimaprojekt der gemeinnützigen Klimaschutzorganisation Myclimate zu unterstützen, die Projekte zur weltweiten Vermeidung, Reduktion und schließlich Kompensation von CO2 anbietet. Diese Projekte sind weit verstreut auf der ganzen Welt zu finden. Fakt ist: Im Kampf gegen den Klimawandel ist der Ort der CO2-Einsparung tatsächlich irrelevant. Wichtig ist nur, dass überhaupt CO2 eingespart wird. Die erste Idee zur CO2-Kompensation kam von Kaiser+Kraft, schließlich strebt die Muttergesellschaft Takkt AG die zunehmend CO2-kompensierten Versandwege an. „Nachhaltiges Handeln ist für uns keine Pflicht, sondern eine Tugend“, erklärt Eva Nickolaus, Bereichsleiterin Logistik des Unternehmens aus Stuttgart. 400 km weiter nördlich denkt der Geschäftsführer der gleichnamigen Spedition Frank Rottbeck ähnlich und ergänzt: „Je mehr ich mich mit dem Thema auseinander gesetzt habe, um so mehr stellte ich fest, dass wir offensichtlich die ersten im Transportmittelstand sind, die derart weitreichend an das Thema gehen. Und das fand ich natürlich besonders spannend.“ Also entschieden sich die Geschäftspartner, ein umfassendes Kocher-Projekt auf Madagaskar zu unterstützen. Mit Kochern CO2-Ausgleich schaffen?

Kochen über offenem Feuer energetisch ineffektiv

Traditionell kochen die Madagassen in ihren Hütten über dem offenen Feuer. Diese Art zu kochen ist vielleicht authentisch, aber energetisch leider äußerst ineffektiv – landet doch ein Großteil der Wärme in der Umgebungsluft und nicht im Topf. Entsprechend hoch ist der Bedarf an Brennholz. Vom tropischen Regenwald, der die Insel ursprünglich zu 90 % bedeckte, sind heute noch 10 % erhalten. Der Rest wurde auch verfeuert. Über den zunehmend fehlenden Regenwald als CO2-Speicher und die Nährstoffverarmung der Böden hinaus sorgt der giftige Verbrennungsqualm obendrein für ernsthafte Atemwegserkrankungen. Die Madagassen drücken sich damit wortwörtlich die Luft ab. Ein Phänomen, das leider weltweit in den armen Regionen viel zu üblich ist.

Um der ökologischen und sozialen Situation auf der einst grünen Insel zu begegnen, unterstützt Myclimate die Herstellung und Verteilung sowohl von reinen Solarkochern als auch von Kochern, die mit herkömmlichem Holz deutlich effizienter funktionieren. Neun verschiedene Modelle werden in madagassischen Werkstätten hergestellt und dank der Kompensationsgelder zu einem vergünstigten Preis an die Einwohner verkauft. Einwohner, die seit jeher über dem offenen Feuer kochen und nun zu neumodischem Gerät greifen sollen.

673.000 t CO2-Einsparung alleine auf Madagaskar

„Damit dieser extreme Kulturwandel funktioniert, bieten wir kontinuierlich Schulungen auf den Dorfplätzen an, wo wir gemeinsam kochen und essen“, berichtet Stefan Baumeister, Geschäftsführer der Myclimate Deutschland gGmbH. „Die Frauen merken schnell, dass die traditionellen Gerichte mit den neuen Kochern genau so schmecken, wie sie es kennen und akzeptieren in den meisten Fällen die neuen Geräte.“ Und mit der Akzeptanz der neuen Kocher steht und fällt naturgemäß der Erfolg des Projekts. Ein Kocher spart pro Jahr sechs Bäume oder umgerechnet circa 3 t CO2. Seit Myclimate mit seiner Arbeit 2008 begann, konnten mit 64.000 ausgelieferten Kochern allein auf Madagaskar bislang 673.000 t CO2 eingespart werden, wie es heißt.

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