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Still baut Spezialfahrzeug für Instandhalter

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Die Beschaffung neuer Geräte war jedoch schwierig: Weder ein Gabelstapler, noch ein herkömmlicher Elektroschlepper konnten die geforderten Funktionen auf ein Fahrzeug vereinen. Keiner der Hersteller hatte ein passendes Produkt in seinem aktuellen Lieferprogramm. Damit stand fest: Es musste ein Spezialfahrzeug gebaut werden. Die Lösung: Eine clevere Kombination von Transporter und Kran. Dabei gewährleistet der Kran ein rückenschonendes und sicheres Arbeiten. Zudem ermöglicht diese Lösung den Verzicht auf zusätzliche Stapler.

Der angebaute Kran kann bis zu 990 kg heben

Nach einer gründlichen Auswahl unter den wenigen möglichen Lieferanten erhielt die Hamburger Still GmbH den Auftrag für die Konstruktion und den Bau von fünf Elektroschleppern mit Ladekran. Der R08 war hinsichtlich Bauhöhe und Breite die ideale Basis für das anspruchsvolle und bisher einmalige Projekt. Der Kran musste bei einer Ausladung von 1 noch ein Gewicht von bis zu 900 kg anheben können.

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Still konstruierte einen R08 mit vier seitlich ausfahrbaren Stützbeinen und einem kompakten Ladekran, der in diesem Fall von Palfinger geliefert wurde. Es handelt sich um einen kleinen vollhydraulischen Ladekran für Lasten bis zu 990 kg.

Seine maximale hydraulische Reichweite beträgt 3,1 m und der Schwenkbereich umfasst 325 Grad. Dadurch lässt sich der Kran von beiden Seiten benutzen. Mit seinem niedrigen Eigengewicht von 164 kg eignet sich der Kran zudem besonders gut für kleine Fahrzeuge. Den Umbau der Elektroschlepper übernahm die Blumenröhr Fahrzeugbau GmbH.

Partnerschaftliche Zusammenarbeitzwischen Hersteller und Kunde

Im Laufe des Projekts entstand eine enge Zusammenarbeit zwischen Still und dem Auftraggeber. Nach Auslieferung des ersten Fahrzeugs konnten alle Beteiligten ihre Verbesserungsvorschläge einbringen, die bei den übrigen vier Spezialfahrzeugen berücksichtigt wurden. Insbesondere die Praktiker wurden stark in die Entwicklung einbezogen, sodass deren Wünsche und Ideen umgesetzt werden konnten.

Zum Beispiel verfügen die seitlichen Stützen jetzt über ein Schwenkgelenk, mit dessen Hilfe die Kippsicherung wesentlich schneller eingerichtet werden kann. Ein weiteres Detail sind die verstärkten Zurrösen für eine üppig dimensionierte Ladungssicherung besonders schwerer Pumpen und Motore. Außerdem wurden extra niedrige Ladebordwände für eine gute Übersichtlichkeit des Fahrzeugs verbaut.

Die partnerschaftliche Art der Projektabwicklung kam beim Kunden gut an: Still sei auf Vorschläge sehr gut eingegangen, sodass die Fahrzeuge effizient eingesetzt werden könnten, heißt es. Anfang 2013 wurden die letzten vier der fünf Fahrzeuge voll in den betrieblichen Ablauf integriert. Die Einzelabnahme durch den TÜV war ebenso wie beim ersten Fahrzeug der Serie kein Problem. Seitdem hat sich die kleine Flotte schon bestens bewährt: Das Fahrzeug ist wendig, flexibel, schnell und bietet eine sehr gute Übersichtlichkeit, meinen die Kunden. Die gekauften und nicht geleasten Maschinen sollen den rauen Alltag mindestens zehn Jahre überstehen.

Unnötiges und langes Wartenauf die Kollegen entfällt

In diesem Jahr soll der R08 mit Kran übrigens erstmals an einem weiteren Standort der Raffinerie getestet werden. Dort sind bislang Gabelstapler mit Anhänger im Einsatz, die bei Bedarf von den Industriemechanikern angefordert werden müssen. Dadurch entstehen nicht nur Wartezeiten, sondern auch ein höherer Investitionsbedarf. Denn neben den Staplern werden zusätzliche Fahrzeuge für die Montagetrupps benötigt.

Ein solches Arbeiten können und wollen sich die bereits mit dem R08 ausgestatteten Kollegen gar nicht mehr vorstellen. Mit den Elektroschleppern kann der Instandhalter selbstständig und alleine arbeiten, ohne auf andere Kollegen warten zu müssen. Das ist ein sehr großer Vorteil. Fazit: Die Voraussetzungen für einen Einsatz des R08 mit Ladekran an anderen Standorten sind gut. Dort könnte der Schlepper schon bald viele weitere Freunde gewinnen. MM

* Marcus Walter ist Fachjournalist aus 85375 Neufahrn b. Freising, Tel. (0 81 65) 99 93-843, walter@kfdm.eu

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