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Nachhaltigkeit Verschenkt die Logistik Potenziale bei nachhaltigen Dienstleistungen?

| Redakteur: Victoria Sonnenberg

Laut der Studie „Nachhaltigkeit – mit Strategie zu mehr Effizienz“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC ja. Daraus geht hervor, dass lediglich 37 % der 102 gefragten Logistikunternehmen eine schriftlich fixierte Nachhaltigkeitsstrategie besitzen.

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Nur 37 % der 102 befragten Transport- und Logistikunternehmen besitzen eine schriftlich fixierte Nachhaltigkeitsstrategie.
Nur 37 % der 102 befragten Transport- und Logistikunternehmen besitzen eine schriftlich fixierte Nachhaltigkeitsstrategie.
(Bild: PwC)

Umweltschutz, effiziente Ressourcennutzung, soziale Verantwortung und andere Aspekte nachhaltiger Unternehmensführung haben für die Mehrheit der Transport- und Logistikfirmen einen hohen Stellenwert. In sieben von zehn Branchenbetrieben ist die Verantwortung für Nachhaltigkeitsthemen auf der obersten Führungsebene angesiedelt, wie die Nachhaltigkeitsstudie der Wirtschaftsprüfer aufzeigt.

Ein Drittel der Logistiker nutzen Strategie

Gleichzeitig besitzen aber nur 37 % der im Frühjahr 2013 befragten Unternehmen eine schriftlich fixierte Nachhaltigkeitsstrategie, die eine betriebswirtschaftlich sinnvolle Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele ermöglicht. Ein Drittel ist sich der Notwendigkeit bewusst und plant eine Einführung in den nächsten drei Jahren. Die Mehrheit sieht aber auch in Zukunft keinen Anlass zum Handeln. Potenziale und Chancen zu einer Effizienzsteigerung werden demzufolge nicht genutzt.

Umsetzung von Nachhaltigkeit oft zu vage

„In der Transport- und Logistikbranche hat sich zwar die Erkenntnis durchgesetzt, dass ökologische und soziale Nachhaltigkeit prinzipiell wichtig sind. Die Zielsetzungen und Konsequenzen für das operative Geschäft bleiben jedoch allzu oft sehr vage. Damit vergeben viele Logistiker die Chance, ihr Unternehmen nachhaltig und damit effizienter auszurichten, um somit den wachsenden Kundenanforderungen wettbewerbsfähig zu begegnen“, kommentiert Klaus-Dieter Ruske, Partner und Global Industry Leader Transportation & Logistics bei PwC.

Das Marktpotenzial „nachhaltiger“ Logistikdienstleistungen wird von vielen Unternehmen heute offensichtlich zu gering eingeschätzt. Dementsprechend schlägt sich die Nachhaltigkeitsorientierung im Dienstleistungsangebot nur schwach nieder. Der Anteil der Logistikunternehmen, die sogenannte „grüne“ Produkte wie beispielsweise klimaneutrale Transporte anbieten, liegt aktuell bei 33 %. Obwohl 2009 fast ein Viertel der Unternehmen, die noch keine „grünen“ Produkte anboten, diese als „in Planung“ angaben, stieg deren Anteil in der aktuellen Befragung nur um 3 %.

Uneinheitliche Definitionen verunsichern

Zudem plant heute nur noch ein geringer Teil der Befragten eine Einführung innerhalb der nächsten drei Jahre. Setzt sich diese Entwicklung fort, wird sich der Anteil der Anbieter auch in Zukunft nicht signifikant erhöhen. Offensichtlich haben die unzureichende Bereitschaft der Kunden, nachhaltige Dienstleistungen angemessen zu vergüten, und das Fehlen einheitlicher Definitionen in der Branche zu Verunsicherung geführt.

Logistiker weiten ihre Klimaschutzaktivitäten aus

Trotz der Zurückhaltung bei den nachhaltigen Dienstleistungsangeboten haben die befragten Unternehmen ihre internen Aktivitäten in den letzten Jahren intensiviert. Die am häufigsten umgesetzten Maßnahmen im Umweltschutzbereich sind Investitionen in umweltfreundliche Technik (94 % der Unternehmen), beispielsweise in Fahrzeuge mit geringerem Verbrauch und Emissionen. Auch die Optimierung der Routenplanung (86 %, 2009: 82 %), Fahrerschulungen (78 %, 2009: 63 %) sowie die Optimierung der Logistikimmobilien (67 %, 2009: 55 %) spielen für mehr Unternehmen eine Rolle als noch vor vier Jahren.

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