Verschieberegale

Verschieberegale on Tour

26.09.2007 | Autor / Redakteur: Volker Unruh / Volker Unruh

Mit Verschieberegalen lassen sich erhebliche Platzeinsparungen bis zu 85% erzielen.Bild: SSI Schäfer
Mit Verschieberegalen lassen sich erhebliche Platzeinsparungen bis zu 85% erzielen.Bild: SSI Schäfer

Verschieberegale haben zwar Konjunktur – Lagerplatz wird immer knapper und damit auch teurer –, dennoch bestehen immer noch hier und da Vorbehalte gegen die vermeintlich trägen Bevorratungsgestelle. Dass dem nicht so sein muss, zeigen einige Hersteller, die den Begriff dynamische Regalanlage ernst genommen haben.

Die einschlägigen Hersteller von Lager- und Regalsystemen bieten inzwischen eine Vielfalt an Platz sparenden Lösungen in Gestalt von Verschieberegalen für fast alle erdenklichen Anforderungen an. Besonders in Lagerbereichen, in denen die sogenannten Langsamd reher oder auch B- und C-Artikel gelagert werden, erfreuen sich Verschieberegale wachsender Beliebtheit.

Verschieberegale von Regal- und Fördertechnikherstellern

Was aber, wenn die kompakte Lagerform auch in Gefilden eingesetzt werden soll, in denen kommissioniert oder gar produziert wird, wenn kurze Zugriffszeiten erforderlich sind? Mit dieser Problematik befassen sich nicht nur die klassischen Regalhersteller wie Bito, Dexion, Meta oder SSI Schäfer, sondern inzwischen auch Unternehmen, die sonst eher zu den Fördertechnikanbietern gerechnet werden.

Mit dem M-Compact beispielsweise bietet die M-Log Logistics GmbH aus Heilbronn eine kompakte, schlüsselfertige Verschieberegalanlage mit einem vollautomatischen Regalbediengerät und der kompletten Steuerungs- und Überwachungstechnik an. das sich durch eine modulare Systemtechnik nahezu unbegrenzt erweitern lässt. Die auf Schienen verschiebbaren Standard-Regalmodule, 37,2 m lang, 13,5 m breit und maximal 12 m hoch, bieten 1260 Europaletten Platz und sind fast beliebig erweiterbar.

Die feststehenden äußeren Regale sind an ihrer Oberkante mit Schienen ausgestattet, auf denen das Regalbediengerät geführt wird, das bis zu 50 Paletten pro Stunde bewegen und ohne Umlagern direkt auf jeden Lagerplatz zugreifen kann. Die Anlage wird normalerweise von einer Siemens S7 gesteuert und kann mit allen gängigen Lagerverwaltungen und kundenseitigen Host-Systemen kommunizieren. Natürlich ist das M-Compact, das bei geeigneten baulichen Rahmenbedingungen auch nachträglich in vorhandene Gebäude integriert werden kann, auch in Gefahrstoffbereichen oder Tiefkühllagern einsetzbar.

Automatisierung der Verschieberegale mit lasernavigiertem Gabelstapler

Einen ganz anderen Weg in der Automatisierung von Verschieberegalen ist SSI Schäfer in Kooperation mit dem Hamburger Staplerspezialisten Still gegangen. Das Grundsystem besteht aus einer Verschieberegalanlage, einem lasernavigierten Schmalgangstapler, Fördertechnik, einer Verkehrsmanagement-Software und – als integrative Steuerungsebene –einem Materialflussrechner.

Der Schmalgangstapler FM 14i von Still ist komplett rechnergesteuert. Seine Navigation erfolgt durch die Umgebungserkennung mittels Laser. Die Mast- und Gabelstellung erfolgt mit Hilfe einer speziellen Sensorik über die integrierte Höhenansteuerung.

Optimale Fahrzeugausnutzung im Mehrschichtbetrieb

Einzulagernde Paletten oder Gitterboxen werden auf Transferplätzen bereitgestellt. Koordiniert von einer Lagersteuerung werden sie von dem automatisierten Schmalgangstapler übernommen und zum vorgesehenen Lagerplatz in der Regalgasse gefahren. Die Bewegungen des Staplers in der Regalgasse und im Gangwechselbereich erfolgen rechnergestützt. Die Orientierung im Raum erledigen zwei bodennah am Regalfahrzeug angebrachte Lasersensoren, die die Geometrie des Regals über Reflektoren in Echtzeit abtasten. Ein weiterer, am Hubwagen montierter Lasersensor erkennt die exakte Übergabeposition im Regal bei Einlagervorgängen und das Ladehilfsmittel selbst bei Auslagervorgängen.

Durch diese Technik können die Öffnungsbreiten des Bediengangs im Vergleich zu nicht-automatisierten und mit Schubmaststaplern bedienten Verschieberegalen um 50% geringer ausfallen, wodurch die Lagerkapazität nochmals erhöht wird.

Mit dem Regalsystem lassen sich die anfallenden Betriebskosten gleich in mehrfacher Hinsicht senken. Zum einen reduzieren sich durch die gute Raumnutzung der Verschieberegaltechnik die Immobilienkosten, zum anderen ermöglicht die automatisierte Regalbedienung eine optimale Auslastung der Regalfahrzeuge im mehrschichtigen Anlagenbetrieb. Regalanlage und Flurförderzeug sind natürlich auch für den Einsatz in Kühl- und Tiefkühllagern geeignet.

Auf dynamische Regalsysteme, bei denen es richtig rund läuft, setzen Dexion und SSI Schäfer. Horizontal-Umlauflager oder Lagerkarusselle sind Systeme, die vornehmlich für Bereiche gedacht sind, in denen kommissioniert oder für Fertigung und Weitertransport zwischengelagert wird. Der Clou: Sie funktionieren nach dem Ware-zum-Mann-Prinzip und drehen sich je nach Aufgabe oder Auftrag, bis das vom Lagerverwaltungssystem bestimmte Regalfach dem Kommissionierer zum Greifen nahe gekommen ist. Dadurch sollen nach Angaben Dexions arbeitsintensive Vorgänge erleichtert und bei Ein- und Auslagerprozessen bis zu 80% Zeitersparnis erbracht werden.

Rotierende Regale – wenn der Lagerort zum Mann kommt

Bei und mit der Würth Industrie Service GmbH & Co. KG in Bad Mergentheim konzipierte SSI Schäfer Noell zum Beispiel eine spezielle Lösung für die Auftragszusammenstellung und Sortierung im Warenausgang. Dort wurde ein aus vier Karussellspeichern bestehendes System als Sequenzierungspuffer für den Warenausgang in den vorhandenen Materialflussprozess integriert. Auf mehr als 3800 Stellplätzen werden die über den Tag verteilten Aufträge als Kommissionierungen gepuffert, um so Bereitstellungsfläche und manuelle Sortierbahnen einzusparen. Ähnlich wie bei automatischen Kleinteilelagern wird hier die Ware direkt zum Kommissionierer gebracht, doch statt eines Regalbediengeräts bewegt sich hier gleich die gesamte Anlage.

Anlagensteuerung und Schnittstellen ermöglichen die problemlose Anbindung an die kundenseitige EDV. Aufgrund der durchgängigen Bestandsverwaltung können auch eine permanente Inventur oder statistische Erfassungen durchgeführt werden. Abrufzyklen und Auftragszusammenstellungen können flexibel verändert werden.

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