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Flurförderzeuge Vier Fragen der Intralogistik

| Redakteur: Robert Weber

MM-Logistik-Redakteur Robert Weber sprach mit dem Wissenschaftler Benjamin Schott vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung in Stuttgart über Lithium-Ionen, Gabelstapler und Brennstoffzellen.

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„Der Trend in fast allen mobilen Anwendungen geht in Richtung Lithium-Ionen-Batterien. In stationären Anwendungen dagegen hat aus heutiger Sicht die Bleibatterie einen Kostenvorteil“, sagt Benjamin Schott vom ZSW in Stuttgart. (Bild: ZSW)
„Der Trend in fast allen mobilen Anwendungen geht in Richtung Lithium-Ionen-Batterien. In stationären Anwendungen dagegen hat aus heutiger Sicht die Bleibatterie einen Kostenvorteil“, sagt Benjamin Schott vom ZSW in Stuttgart. (Bild: ZSW)

MM Logistik: Lithium-Ionen-Batterien sind auch im Gabelstapler gefragt. Wie weit ist die Technologie?

Schott: Weltweit und insbesondere auch in Deutschland gibt es vielfältige Entwicklungsaktivitäten für Lithium-Ionen-Batterien, insbesondere für mobile Anwendungen. Im Fokus stehen dabei Hybridfahrzeuge und reine Elektrofahrzeuge vorwiegend für den Individualverkehr. Davon profitieren aber natürlich auch spezielle Anwendungen wie Gabelstapler. In anderen Marktsegmenten, wie beispielsweise Laptops, Smartphones, Digitalkameras und Werkzeugen ist die Lithium-Ionen-Technologie bereits Stand der Technik. Starke Forschungsbestrebungen für Gabelstapler und ähnliche Fahrzeuge gibt es verstärkt auch im Bereich mobiler Brennstoffzellensysteme, diese werden dort bereits erprobt und eingesetzt.

MM Logistik: Welche Stärken und welche Schwächen haben Lithium-Ionen-Batterien?

Schott: Der größte Vorteil für mobile Anwendungen ist insbesondere die hohe Energie- und Leistungsdichte, der sehr hohe Wirkungsgrad sowie die sehr guten kalendarischen und zyklischen Lebensdauern. Entwicklungsbedarf bei Zellen und Systemen gibt es in punkto Sicherheit. Die speziell für mobile Anwendungen entwickelten Lithium-Ionen-Konzepte weisen aktuell noch sehr hohen Kosten auf, die durch weitere Forschung & Entwicklung sowie die Skaleneffekte bei Massenproduktion reduziert werden müssen.

MM Logistik: Wie ist die Preisentwicklung bei Lithium-Ionen im Vergleich zur Bleibatterie?

Schott: Wie bereits erwähnt ist die Generation der Lithium-Ionen-Batterien für mobile Anwendungen noch sehr kostenintensiv. Zukünftig will man in Preisregionen der heutigen Lithium-Ionen-Zellen für elektronische Geräte kommen. Obwohl diese bereits in Masse produziert werden liegen diese preislich pro kWh (Faktor 2) über herkömmlichen Bleibatterien, beispielsweise der Starterbatterie. Für die Endanwendung muss man jedoch die gesamten

Lebenszykluskosten betrachten. Dabei kommt Lithium-Ionen-Batterien die deutlich höhere Lebensdauer zu Gute. Zudem müssen weitere Aspekte, wie Gewicht pro kWh und Leistungsfähigkeit, aber auch Sicherheit bei der Kaufentscheidung berücksichtigt werden.

MM Logistik: Werden Bleibatterie und Lithium-Ionen parallel zueinander bestehen können?

Schott: Für beide Technologien wird es zukünftig Märkte geben. Der Trend in fast allen mobilen Anwendungen geht in Richtung Lithium-Ionen-Batterien. In stationären Anwendungen dagegen hat aus heutiger Sicht die Bleibatterie einen Kostenvorteil.

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