Porträt

Visionäres in Sachen Räder und Rollen

| Autor / Redakteur: Bernd Maienschein / Bernd Maienschein

Am 9. Dezember 2018 feierte Reinhold Blickle seinen 70. Geburtstag.
Am 9. Dezember 2018 feierte Reinhold Blickle seinen 70. Geburtstag. (Bild: Blickle)

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Schon von klein auf ist Reinhold Blickle, der am 9. Dezember 2018 seinen 70. Geburtstag feierte, mit dem Familienunternehmen, der heutigen Blickle Räder+Rollen GmbH & Co. KG in Rosenfeld, groß geworden. Als Ältester von fünf Kindern hat Blickle früh gelernt, Verantwortung zu übernehmen.

„Bereits als kleinen Buben hat mich mein Vater Heinrich Blickle mit in den Betrieb genommen und mit der Materie vertraut gemacht. So half ich als Schüler beim Abladen von Reifen, welche von Hand auf Lkw gestapelt waren, oder sorgte am Samstag dafür, dass um den Betrieb herum Ordnung herrschte“, erinnert sich Reinhold Blickle an seine Anfänge im Unternehmen zurück. Der heutige geschäftsführende Gesellschafter des Rosenfelder Räder- und Rollenherstellers hat mit viel Engagement, Mut und Weitblick maßgeblich den Erfolg des Unternehmens bestimmt.

Langfristiges Denken bestimmt das Handeln

Ein hohes Maß an Engagement, Verantwortungsbewusstsein, Besonnenheit und Weitblick prägen den Führungsstil von Blickle, der am 1. August 1977 in die Geschäftsführung eintrat und die Geschicke des Familienunternehmens somit schon seit über 40 Jahren leitet. Nicht kurzfristiges Profitdenken, sondern die langfristige Zukunftssicherung bestimmt sein tägliches Handeln.

Die Erfolgsgeschichte der Firma Blickle begann im Jahr 1953 mit der Produktion von eisernen Schubkarrenrädern. Im Laufe der Jahre entwickelte Heinrich Blickle, Firmengründer und Vater des heutigen Firmenchefs, daraus mit Erfolg ein Programm an hochwertigen Rädern, Lenk- und Bockrollen. Doch bereits im Jahr 1961 brachte ein schwerer Schicksalsschlag das junge Unternehmen ins Wanken: Unerwartet verstarb Heinrich Blickle im Alter von 41 Jahren. Seine Ehefrau Elisabeth traf die mutige Entscheidung, die Geschäftsleitung zu übernehmen. Der fünffachen Mutter gelang es durch großes Engagement und Pflichtbewusstsein, die Firma erfolgreich weiterzuführen. Ihr ältester Sohn Reinhold war damals erst zwölf Jahre alt.

Von der Pike auf gelernt

Reinhold Blickle wuchs deshalb nah am Geschäftsgeschehen auf. Nach dem Gymnasium in Balingen absolvierte er zunächst eine Ausbildung als Industriekaufmann bei der Firma Bizerba. Hier lernte er alle kaufmännischen Abteilungen kennen und legte das Fundament für seine spätere berufliche Laufbahn. Nach abgeschlossener Berufsausbildung und Ableistung seines Wehrdienstes arbeitete Reinhold Blickle zunächst zweieinhalb Jahre im heimischen Familienunternehmen und durchlief dort alle Abteilungen. Von 1973 bis 1977 studierte er dann Betriebswirtschaftslehre an der European Business School in Frankfurt, London und Paris und erwarb dadurch auch wertvolle Sprach- und Länderkenntnisse, die ihm bei der späteren Internationalisierung des Unternehmens von großem Nutzen sein sollten.

Am 1. August 1977 trat Reinhold Blickle dann in die Geschäftsführung der Firma Blickle ein. Unter seiner Regie hat sich die Firma in den vergangenen Jahrzehnten zu einem weltweit führenden Hersteller von Rädern und Rollen entwickelt. Die Firma Blickle beschäftigt heute rund 1000 Mitarbeiter, davon knapp 800 am Stammsitz in Rosenfeld. Das Familienunternehmen ist mit 17 eigenen Vertriebsgesellschaften in Europa, Nordamerika und Asien vertreten und exportiert seine Produkte weltweit in über 120 Länder.

Wachstumspotenzial in Amerika erkannt

Das geschätzte Marktvolumen im Bereich Räder und Rollen in den USA entspricht in etwa dem in Gesamteuropa. „Dieses Wachstumspotenzial haben wir bereits frühzeitig erkannt und den amerikanischen Markt im ersten Schritt über unsere Tochtergesellschaft in Kanada bedient – und das mit großem Erfolg. Deshalb haben wir uns in der Geschäftsleitung 2014 gemeinsam entschieden, eine eigene Niederlassung in den USA zu gründen“, so Reinhold Blickle. Mit der Einweihung des neuen Standorts in Newnan 2017 hat man dieses Engagement weiter verstärkt. Auf einem mehr als sieben Hektar großen Areal befinden sich 1355 m² an Büro- und 4570 m² an Lagerflächen. Die Bürofläche bietet ausreichend Platz für die Bereiche Entwicklung, Marketing und Verkaufsförderung.

Für Präsentationen, Kundenbetreuung und Schulungen stehen ebenfalls bestens eingerichtete Räume zur Verfügung. Die Fertigung der Blickle-Räder und -Rollen befindet sich am Stammsitz in Rosenfeld. Dank einer schnellen Auftragsabwicklung über eine direkte SAP-Anbindung, großer Lagerräume und einer Montage vor Ort gibt man seinen amerikanischen Kunden ein 24-Stunden-Lieferversprechen. Die aktuellen handelspolitischen Verwerfungen beobachtet man mit großem Interesse. Die Entscheidung für einen Einstieg in den amerikanischen Markt war aber von Beginn an langfristig orientiert.

Dritte Generation steigt ein

Blickle wird auch in Zukunft familiengeführt bleiben. Mit den beiden Kindern Dr. Sarah Blickle-Fenner und David Blickle wurde im Oktober 2017 die dritte Generation im Unternehmen aktiv. Sarah steigt nach ihrer betriebswirtschaftlichen Promotion an der Universität St. Gallen und beruflichen Erfahrungen im In- und Ausland in die Vertriebs- und Marketingaktivitäten des Unternehmens ein. David bringt sich als Maschinenbauingenieur mit mehrjähriger Berufserfahrung in anderen Unternehmen in die Belange der Produktion und Technik ein. Die Leitung der Firma Blickle liegt heute bei Reinhold Blickle, seiner Ehefrau Denise sowie Walter Wager.

Blickle wächst und mit dem Erfolg und der steigenden Anzahl an Mitarbeitern gibt es Bedarf an zusätzlichen Räumlichkeiten. Der erste Spatenstich für die Erweiterung des Verwaltungsgebäudes mit modernem Kundenzentrum sowie für den Neubau einer Polyurethanfertigung ist für das zweite Quartal 2019 vorgesehen.

Weitere Beiträge des Unternehmens:

Blickle

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