Materialfluss

Von der Motorenschmiede zum internationalen Technologieführer

| Autor / Redakteur: Bernd Maienschein / Bernd Maienschein

Hubtrac: 1959 wurde auf der Hannover-Messe der erste Linde-Stapler mit Hydrostatik und Doppelpedalsteuerung präsentiert.
Hubtrac: 1959 wurde auf der Hannover-Messe der erste Linde-Stapler mit Hydrostatik und Doppelpedalsteuerung präsentiert. (Bild: Linde-MH)

Die Geschichte des international erfolgreichen Unternehmens Linde Material Handling (Linde-MH) ist über weite Strecken mit der am 21. Juni 1879 gegründeten Aktiengesellschaft „Gesellschaft für Linde’s Eismaschinen“ verbunden. Ein Vierteljahrhundert später, am 15. Februar 1904, entstand die Güldner-Motoren-Gesellschaft, aus der sich der heutige Stapler- und Lagertechnikhersteller entwickelt hat.

Was damals als kleine Motorenschmiede die Produktion aufnahm, setzt heute als weltweit erfolgreicher Hersteller Maßstäbe für innovative Fördertechnik. Zwei Technikpionieren ist die Geburtsstunde zu verdanken: dem Münchner Professor und Kältetechniker Carl von Linde und dem Augsburger Motorenkonstrukteur Hugo Güldner, einem ehemaligen Mitarbeiter Rudolf Diesels. Hugo Güldner brachte das Patent für einen modernen Verbrennungsmotor in die Verbindung ein. Carl von Linde garantierte den Absatz dieser Produkte, da er Antriebsaggregate für seine Kältemaschinen benötigte. Zweck der Gründung der Güldner-Motoren-Gesellschaft war die Verwertung der Erfindungsrechte an der von Güldner entwickelten „Hochleistungsverbrennungskraftmaschine nebst Gaserzeuger“. Entsprechend umfasste das Produktionsprogramm in den ersten 50 Jahren Firmengeschichte Gasmotoren, Klein- und Großdieselmotoren mit bis zu 600 PS, Antriebsaggregate für Schiffe sowie Ackerschlepper und Traktoren.

Siegeszug der Hydrostatik – der erste Linde-Stapler stellt sich vor

1955 präsentierte die Firma Güldner eine Erfindung, die Technikgeschichte schrieb: die Hydrostatik. Ihr verdanken die Linde-Stapler bis heute ihre herausragende Stellung am Weltmarkt für Flurförderzeuge. Das erste mit dieser revolutionären Technologie ausgestattete Fahrzeug trug den Namen „Hydrocar“. Als weltweit erstes Serienfahrzeug mit einem hydrostatischen Fahrantrieb wurde der wendige Transporter vor allem in Industriewerken eingesetzt. Das Besondere war die hydrostatische Kraftübertragung, die – ohne herauf- beziehungsweise herunterzuschalten – ein stufenloses Beschleunigen sowohl vorwärts als auch rückwärts mit voller Motorleistung ermöglicht.

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