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Wärmetransport Wärmerückgewinnung mit Dauerspareffekt

| Autor / Redakteur: Nicole Klein-Weiland / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Elektrische Maschinen, die Kälte erzeugen, geben zwingend Wärme ab. Diese Abwärme lässt sich einfangen, speichern und innerbetrieblich dorthin transportieren, wo sie effektiv eingesetzt werden kann. Möglich macht das das Thermotract-System der Westfalen Gruppe.

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Herzstück einer Thermotract-Anlage ist der Wärmespeicher. Dort wird die Abwärme „gelagert“, bis die Steuerung der Warmwasserbereitung oder Raumheizung Bedarf anmeldet.
Herzstück einer Thermotract-Anlage ist der Wärmespeicher. Dort wird die Abwärme „gelagert“, bis die Steuerung der Warmwasserbereitung oder Raumheizung Bedarf anmeldet.
(Bild: Westfalen)

Um bei wachsendem Kostendruck konkurrenzfähig zu bleiben, müssen moderne Unternehmen Abläufe optimieren. Insbesondere energieintensive Prozesse sollten dabei auf dem Prüfstand stehen, denn hier bieten sich ungenutzte Potenziale. Zum Beispiel bei elektrisch betriebenen Kältemaschinen, die Wärme an die Umgebung abgeben. Thermotract gewinnt diese zurück und speichert sie wie eine überdimensionierte Wärmflasche. Bei Bedarf führt sie die Wärme wohldosiert weiter – dorthin, wo sie sinnvoll verwendet werden kann: bei thermischen Prozessen, Warmwasser oder Heizung. Das System ist vielseitig geeignet: für Schlachtereien und bei der Fleischverarbeitung, bei der Herstellung von Gefrier- oder gefriergetrockneten Produkten oder in Milch verarbeitenden Betrieben. Brauereien können das Sparmodell ebenso nutzen wie Krankenhäuser und Hotels. Einsatzmöglichkeiten gibt es außerdem in der Kühl- und Kältelogistik und allen Produktionsprozessen mit hohem Kälteeinsatz.

Voraussetzungen für die Nutzung des Rückgewinnungssystems sind eine installierte Kälteleistung ab 20 kW mit einer täglichen Betriebszeit von mehr als acht Stunden sowie ein Wärmebedarf von mindestens 150.000 kWh. Zwischen Kälteanlage und Heiztechnik sollten nicht mehr als 50 m Abstand liegen.

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Gedämpfter Energiehunger kann Wärmekosten massiv reduzieren

Wie sich der gedämpfte Energiehunger in Zahlen auswirkt, weiß Carsten Schmidt, Produktmanager Regenerative Energien bei der Westfalen Gruppe. „In einem Krankenhaus mit etwa 700 Betten lassen sich mit Thermotract in 15 Jahren mehr als 244.000 Euro an Wärmekosten einsparen“, rechnet er vor. Denn: Die mit Thermotract zurückgewonnene Wärme ist deutlich günstiger als die bisher konventionell bezogene Wärme. Dabei berücksichtigt Schmidt in seiner Hochrechnung eine angenommenen Steigerung des konventionellen Wärmepreises von jährlich 3 %.

Doch das ist noch nicht alles. Als lohnenswerter Nebeneffekt wird der Verbrauch von Strom beim Einsatz von Thermotract ebenfalls deutlich gesenkt, denn das Wärmerückgewinnungssystem entlastet Kompressor und Kondensator der Kälteanlage. Bei einer angenommenen Strompreissteigerung von 3 % per anno fallen dadurch etwa 73.500 Euro weniger Stromkosten bei der Kälteerzeugung an. Unterm Strich schont Thermotract das Portemonnaie dieses beispielhaft genannten Krankenhauses also um rund 318.000 Euro in 15 Jahren. Je nach Anlagengröße und Wärmebedarf des Kunden können die Ersparnisse im Einzelfall sogar noch deutlich höher ausfallen.

Acht Wochen nach Vertragsabschluss ist die Technik installiert

Energieeinsparmodellen gehen im Normallfall hohe Investitionskosten voraus. Nicht so bei Thermotract: Hier haben Immobilienbetreiber keinerlei Ausgaben. „Alles was wir brauchen, sind 4 m² Freifläche für den Wärmespeicher. Sonst nichts“, erklärt Carsten Schmidt. Die Westfalen Gruppe stellt die komplette Technik, das nötige Know-how und den Wartungsservice. Bei einem Ortstermin wird die Einbindung der Anlage detailliert abgestimmt und spätestens acht Wochen nach Vertragsabschluss ist die Technik installiert und einsatzbereit. „Der Kunde spart quasi vom ersten Tag an“, betont Schmidt.

Per Fernüberwachung behält der Produktmanager Regenerative Energien die Anlage im Blick, überwacht und optimiert sie, wenn nötig. „Aber der Kunde kann die Leistungsdaten auch selbst jederzeit online einsehen“, so Schmidt. Die Wärmemenge wird direkt am Übergabepunkt erfasst und kann hier online abgerufen werden. Das bietet Transparenz, denn: Bezahlt wird nur die tatsächlich genutzte Wärme. Und zwar zu einem vertraglich festgelegten Preis, der langfristig Kosten- und Planungssicherheit bringt. Wie lange dieser Vertrag läuft, lässt sich individuell bestimmen. Nach Vertragsende kann die Anlage komplett zurückgebaut werden. Auch eine Übernahme ist möglich. Als Tüpfelchen auf dem „i“ sorgt die Nutzung der Wärmerückgewinnungsanlage sogar noch für ein gutes Gewissen: Ihr Einsatz reduziert clever den ökologischen Fußabdruck und ist damit ein wichtiger Schritt zum Erreichen unternehmerischer Effizienzziele. ■

* Nicole Klein-Weiland ist freie Journalistin. Weitere Informationen unter: Westfalen AG, 48155 Münster, Tel. (02 51) 6 95-4 39, thermotract@westfalen.com

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