Hürden der Lagerrobotik
Warum Greifen komplexer ist als Fahren

Von Anja Hesse * 6 min Lesedauer

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Während autonome Navigation, Routenplanung und Flottensteuerung heute in vielen Anwendungen als technologisch beherrschbar gelten, bleibt das gezielte Aufnehmen, Bewegen und Ablegen von Artikeln eine der letzten großen ungelösten Herausforderungen der Robotik.

„NeuraGrasp“ passt den Greifer an das Objekt an – nicht das Objekt an den Greifer.(Bild:  Locus Robotics)
„NeuraGrasp“ passt den Greifer an das Objekt an – nicht das Objekt an den Greifer.
(Bild: Locus Robotics)

Steigende Auftragsvolumina, volatile Nachfrage und anhaltender Fachkräftemangel bringen viele Lagerbetreiber an operative Grenzen. Automatisierung erreicht im Materialfluss bereits hohe Leistungsniveaus, stößt jedoch dort an Grenzen, wo Systeme unter realen Bedingungen zuverlässig mit dem Bestand interagieren müssen. Genau daran entscheidet sich, ob autonome Fulfillment-Prozesse stabil und wirtschaftlich skalieren.

Das Problem: Wenn kein Pick dem anderen gleicht

Die eigentliche Herausforderung liegt in der Realität des Lagerbetriebs: Verpackungen ändern sich ohne Vorankündigung, Folienbeutel haften aneinander, Kartons sind eingedrückt oder Artikel liegen anders im Behälter als erwartet. Für Menschen sind solche Abweichungen Alltag. Für automatisierte Systeme können sie den Unterschied zwischen einem stabilen Prozess und einer operativen Ausnahme bedeuten.