Exportverpackung

Weißbier geht gut verpackt in alle Welt

| Redakteur: Bernd Maienschein

Beim Erschließen neuer Exportmärkte startet die Weihenstephaner Brauerei in der Regel mit ihrem Weißbier.
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Beim Erschließen neuer Exportmärkte startet die Weihenstephaner Brauerei in der Regel mit ihrem Weißbier. (Bild: Weihenstephaner)

Die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan ist früher als andere in den Ausbau des Exportgeschäfts gestartet. Brauereidirektor Prof. Dr. Josef Schrädler berichtet über die Erfolgsfaktoren. Dazu gehören der Premium-Service für die Importeure und eine technische Lösung, um in Sortimentsbreite flexibel für den Export zu verpacken. Diese Möglichkeit bietet die Multipackanlage von Schubert im Verpackungszentrum Süd in Unterschleißheim bei München

Herr Professor Schrädler, mit Ihnen als Direktor der Bayerischen Staatsbrauerei Weihenstephan hat sich die Exportquote stark erhöht. Wie ist der aktuelle Stand?

Unsere Weißbierspezialitäten sind heute in 42 Ländern erhältlich. Vor zehn Jahren waren es noch elf Länder. Ende 2013 wird die USA den traditionell stärksten Markt Italien überrunden. Insgesamt ist unser Exportvolumen 2012 um 11 % im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Wie unterscheidet sich das Produktportfolio in den einzelnen Weltregionen?

Eigentlich gar nicht. Wir bleiben auch im Ausland der Positionierung als Sortimentsbrauerei treu. Die bayerische Biervielfalt ist einzigartig, sie muss im Export abgebildet werden. Wir starten in der Regel mit Weißbier. In den USA bietet der Handel beispielsweise eine Einzelflaschenplatzierung in Kühlschränken. Da stehen Sie davor und sehen auf Augenhöhe unser ganzes Sortiment. Hefeweißbier, Hefeweißbier Dunkel, Kristall, Korbinian etc. Ein tolles Bild.

Das breite Sortiment macht die Exportaufgabe noch komplexer. Viele Sorten, kleine Chargen, verschiedenste Destinationen. Wie gestalten Sie das, um noch Geld zu verdienen?

Das schwache Glied in der Wertschöpfungskette war in den ersten Jahren die Verpackung für das Flaschenbier. Ab 2007, 2008 sind wir damit zunehmend an unsere Grenzen gestoßen. Dann haben wir die TLM-Technologie von Schubert aus Crailsheim kennengelernt. Schubert konfiguriert eine hochflexible Multipackanlage, die sehr wenig Stellfläche verbraucht. Dies hatte es bis dahin in der Brauwirtschaft nicht gegeben. Durch die Modulbauweise können wir schrittweise erweitern. Seit 2009 gehört eine solche TLM-Anlage zum Verpackungszentrum Süd des Logistikdienstleisters SIRL.

Was leistet die Anlage für Weihenstephan aktuell?

Wir bieten unseren Importeuren die verschiedensten Gebinde. Weil die Umstellzeiten gering sind und es keine Qualitätsprobleme beim Wiederanfahren gibt, können wir zum Beispiel erst 20er-Kartons mit 0,5-Liter-Flaschen und gleich darauf 12er-Kartons anderer Faltart mit 0,3-Liter-Flaschen verpacken. Alles korrekt etikettiert mit den Produktangaben in der richtigen Sprache und dem Verfallsdatum in der gesetzlich vorgeschriebenen Darstellung. In den weiteren Anlagenteilen wird palettiert und für den Container gesichert. Die Importeure erhalten ihre Bestellungen also prompt und flexibel. Derzeit laufen auf der TLM-Anlage im Verpackungszentrum Süd 115 Artikel von uns, das heißt: 115 verschiedene Kombinationen aus Biersorte, Gebinde und Land. Ohne diese Lösung von Schubert hätten wir diese Vielfalt nicht schultern können.

Die Komplexität der Exportverpackung haben Sie reduziert. Was sind weitere Faktoren für die erfolgreiche Abwicklung des Exportgeschäfts?

Es gibt die gesetzlichen Regelungen aller 42 Länder. Um das fehlerfrei zu beherrschen brauchen Sie Detailkenntnisse. Das ist bei uns gelerntes Know-how. Einmal ist Neuglas vorgeschrieben, ein andermal darf der Container nur ein einziges Abfülldatum enthalten. Sie müssen beachten, welche Hinweise und Symbole das Rückenetikett aufzuweisen hat. Passiert irgendwo ein Fehler, kommt die Ware nicht mehr pünktlich an. Das betrifft die zweite Leistungsdimension für erfolgreichen Export: dass Sie dem Importeur einen sehr guten Service bieten. Dazu gehört, dass Bestellungen mit den richtigen Artikeln aus einer sehr hohen Artikelvielfalt in einem überschaubaren Zeitraum ans Ziel kommen. Flexibilität vom Sudplan bis zur Abfüllungsplanung ist hier sehr wichtig.

Das fordert Effizienz auf allen Ebenen. Was sind Ihre nächsten Schritte, um die Brauerei weiter voranzubringen?

Mit Schubert zusammen arbeiten wir aktuell an einem hochspannenden Projekt: Die Etikettierung der Flaschen geschieht erst beim Verpacken in der TLM-Anlage. Eine Möglichkeit ist, per Digitaldruck auf eine Blanko-Vorlage zu drucken. Das Ziel heißt, Chargen abarbeiten. Beispiel: Südkorea ordert Sorte A als Gebinde 1, Sorte B als Gebinde 2 und 3 und Sorte C im Sondergebinde mit Weißbierglas. Diese Bestellung verpackt und etikettiert die Anlage stückzahlgenau. Die Charge geht zum Palettieren und in den Versand. So sieht die Bierwelt von morgen aus. Und morgen ist möglichst bald.

* Nähere Informationen: Gerhard Schubert GmbH, 74564 Crailsheim, Tel. (0 79 51) 40 00, info@gerhard-schubert.de

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