Krisenmanagement Zehn-Punkte-Plan für eine vernünftige Rückkehr aus der Pandemie

Redakteur: Peter Königsreuther

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) fordert von der Regierung die Rückkehr zur Normalität. Damit das gut klappt, sollte unter dem Motto „Raus aus der Pandemie“ einiges beachtet werden.

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Bald vorbei? Denn „Raus aus der Pandemie“ fordert der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Mit einem 10-Punkte-Plan will man die Bundesregierung unterstützen, damit die Wirtschaft vernünftig in die Normalität zurückkehren kann.
Bald vorbei? Denn „Raus aus der Pandemie“ fordert der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Mit einem 10-Punkte-Plan will man die Bundesregierung unterstützen, damit die Wirtschaft vernünftig in die Normalität zurückkehren kann.
(Bild: VCG)

Die Prognosen für das Wachstum der Weltwirtschaft liefern für die nächsten Monaten keinen Grund zur Sorge, so der BDI. Viel Unsicherheit registriere man aber mit Blick auf den weiteren Pandemieverlauf. Sorge bereite unter anderem das schleppende Impftempo in weiten Teilen der Welt. Aber mit den folgenden zehn Vorschlägen, die der Bundesverband jetzt an die Bundesregierung gerichtet hat, soll der ganzheitliche Weg der Wirtschaft aus der Pandemieumklammerung relativ reibungslos gelingen.

1. Wiederherstellung des Güter- und Warenverkehrs

In Sachen Reisefreiheit und reibungslosem Güter- und Warenverkehr blickt man momentan auf einen uneinheitlich gewebten Flickenteppich. Besser koordinierte Gesundheitsstandards und -protokolle, um den Reiseverkehr neu zu beleben, könnten Abhilfe schaffen. Deshalb begrüßt der BDI die seit 13. März geltende Einreiseverordnung für Logistik und Güterverkehr. Sie hat einheitliche Regeln und beinhaltet Ausnahmen für Grenzüberschreitungen. Für einen freien Waren- und Güterverkehr aber sollten Grenzübertritte unbürokratischer werden, um noch effizienter abgewickelt werden zu können, so der BDI. Einreiserestriktionen sollten dazu evidenzbasiert abgebaut werden.

2. Ergänzungen zur Testnachweispflicht im Flugverkehr

Der BDI gibt zu bedenken, dass die im Flugverkehr geltenden pauschalen Testnachweispflichten vor Abflug in ein Nichtrisikogebiet zu kompliziert sind. Ein evidenzbasierter Ansatz würde auch dabei helfen. So könnten geimpfte Personen etwa von der Testpflicht entbunden werden, so der BDI. Unterstützend wirken können internationale Vorgehensweisen, wie die „IATA Travel Pass Initiative“. Mit dieser können Dokumente sicher überprüft werden, um festzustellen, ob eine Person reisen darf. Der BDI plädiert in diesem Zusammenhang für ein Mehr an Luftfrachtkapazität, denn etwa die Hälfte der internationalen Luftfracht würde momentan per Passagierflug abgewickelt.

3. Der international gültige, digitale Impfpass muss her

Wenn die Wiederaufnahme der Normalität funktionieren soll, dann muss nach Ansicht des BDI der Impfstatus einwandfrei und fälschungssicher nachweisbar werden. Nur so gelinge die umfassende Pandemiekontrolle. Digitale Pässe könnten das leisten, sollten aber von der Bundesregierung so schnell wie möglich in die Wege geleitet werden – am besten kostenlos. Auch Reisen in Drittstaaten muss er ermöglichen, betont der BDI. Und der im März initiierte digitale „Grüne Impfnachweis“ sollte über Europa hinaus anerkannt werden können. Auch muss er als politisch-technisches Element so konzipiert werden, dass er die digitalen Impfnachweise anderer EU-Staaten verknüpfen kann.

4. Pandemiebekämpfung durch stärkere Digitalisierung

Die Digitalisierung der Gesellschaft kann die Ausbreitung der Pandemie zumindest verzögern. Aber es fehle an Schnittstellen zwischen Gesundheitsbehörden und an datensicheren Nachverfolgungssystemen, sagt der BDI. Dennoch dürfe der persönliche Datenschutz und gewisse Freiheitsrechte, die man unter normalen Verhältnissen genieße, die Pandemiebekämpfung nicht behindern.

5. Betriebsärzte müssen Hausärzte beim Impfen entlasten

Unternehmen haben nicht nur für Hygiene-, Test- und Homeoffice-Maßnahmen viel Geld ausgegeben. Jetzt unterstützen sie auch die Impfstrategie der Bundesregierung, bei der auch Betriebsärzte und -ärztinnen die Spritze in die Hand nehmen dürfen, sowie den Aufbau betriebsärztlicher Impfstraßen in Deutschland. Bis zum 1. Juni sollen die betroffenen Ärzte in die Strategie eingebunden sein und mit Impfdosen versorgt werden, sobald ab 7. Juni die Impfpriorisierung fällt. Damit sollen Hausärzte entlastet werden. Voraussetzung ist ein Impfkonzept für betriebsärztliche Dienste, das einheitlich umgesetzt werden muss, sowie die gesicherte Zustellung der Impfstoffe, so der BDI.

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