Suchen

Telematik Zeit für Echtzeit-Daten in der Lieferkette

| Autor / Redakteur: Ira Steinhoff / M. A. Benedikt Hofmann

Reine Tourenoptimierung war gestern, heute benötigen Unternehmen Transparenz über die gesamte Lieferkette hinweg. So versorgt eine Neuentwicklung erstmals alle am Lieferprozess Beteiligten mit der zu erwartenden Ankunftszeit in Echtzeit und schafft Optimierungspotenziale an der Rampe und für die Fahrer.

Firmen zum Thema

Die App Truck Parking Europe gibt den Nutzern auch die Möglichkeit, geeignete Lkw-Parkplätze einfach hinzuzufügen. Sie werden von PTV validiert und in die Datenbank aufgenommen.
Die App Truck Parking Europe gibt den Nutzern auch die Möglichkeit, geeignete Lkw-Parkplätze einfach hinzuzufügen. Sie werden von PTV validiert und in die Datenbank aufgenommen.
(Bild: PTV)

In einem komplexen logistischen System sollten Lösungen für die Transportlogistik heute nicht nur die wirtschaftlichen Interessen der Transportunternehmen, sondern auch die sozialen Interessen und Bedürfnisse der Fahrer fokussieren. Welche Information ist für alle Beteiligten der Wertschöpfungskette letztlich die wichtigste? Hier werden Daten in Echtzeit benötigt. Lange Wartezeiten an den Rampen sind die Regel: Schon 2011 beklagten nach einer Umfrage der SCI Verkehr GmbH 85 % der befragten Transport- und Logistikunternehmen zu lange Wartezeiten an den Rampen.

Ernsthaftes wirtschaftliches Problem

Auch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) identifiziert lange Wartezeiten als ernsthaftes wirtschaftliches Problem. Wartezeiten führen für alle Beteiligten der logistischen Lieferkette zu Zusatzkosten und zur Belastung der Fahrerinnen und Fahrer. Hier setzt die Neuentwicklung PTV Drive & Arrive an. Bei Verzögerungen, etwa durch Staus oder unvorhersehbare Ereignisse, werden vom Versender über den Transportdienstleister bis zum Warenempfänger alle Teilnehmer in Echtzeit systemübergreifend und unabhängig von den eingesetzten Telematik- oder Transportmanagemensystemen über den abweichenden Liefertermin informiert; sie können dadurch umgehend reagieren. Ziel ist eine dynamische Optimierung der Lieferkette.

Bildergalerie

Unterstützung für komplexe Transportaufgaben

Eine gute Tourenplanung im Vorfeld ist nach wie vor eine wesentliche Grundvoraussetzung für eine funktionierende Transportkette, für die Optimierung von Ladekapazitäten, Lieferzeiten sowie der Rampenbelegung. Moderne Tourenplanungssysteme unterstützen komplexe Transportaufgaben mit vielen Verladestellen und großen Fuhrparks unter Berücksichtigung aller Lkw-Restriktionen wie Ladung, Höhe und Durchfahrtsbeschränkungen. Das Fahrzeug selbst fungiert gleichzeitig als Datenlieferant und Datenimporteur: Mit der entsprechenden Ausstattung sammelt es sogenannte FCD-Daten (Floating Car Data) direkt aus dem fließenden Verkehr und gibt diese an Verkehrsleitzentralen weiter. Auf der anderen Seite importiert das Navigationssystem des Fahrzeugs Daten für eine dynamische Navigation.

Wer gehört zur Lieferkette von heute?

Beteiligt sind natürlich auch die Spediteure: Sie müssen einerseits kostengünstige Lieferungen unter vielen einschränkenden Restriktionen anbieten, Leerfahrten vermeiden und in einem engen Preiskampf, aktuell mit Vorgaben für Mindestlöhne, agieren. Andererseits stehen sie in einem harten Wettbewerb als Arbeitgeber: Jährlich nimmt die Zahl der Berufskraftfahrer deutlich ab. Auch die Verlader sind angewiesen auf transparente Informationen von allen Seiten, insbesondere auf Angaben zur erwarteten Ankunftszeit der Fahrzeuge an der Verladestelle. Jede Verzögerung kostet hier Geld. Alles im Blick zu haben, ist das Motto der Disponenten. Täglich verplanen sie Hunderte von Fahrzeugen, Ladungen und dergleichen. Unzählige Restriktionen sowie die Lenk- und Ruhezeiten der Fahrer müssen beachtet werden. Was morgens im Plan noch gut aussieht, kann nachmittags schon Geschichte sein. Tagesaktuelle reale Informationen sind hier Gold wert.

(ID:43177551)