Studie Zwei Drittel wollen in resilientere Lieferketten investieren

Redakteur: Gary Huck

Die Krise hat gezeigt: Resilienz ist wichtig, vor allem in den Lieferketten. Wie Unternehmen mit dieser Erkenntnis umgehen und was sie machen können, hat Capgemini nun untersucht.

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In schweren Zeiten braucht man starke Lieferketten.
In schweren Zeiten braucht man starke Lieferketten.
(Bild: ©Iaroslav Neliubov - stock.adobe.com)

Der Berater und IT-Dienstleister Capgemini hat eine Studie zum Aufbau widerstandsfähiger Lieferketten durchgeführt. Dazu wurden 1200 Supply-Chain-Führungskräfte aus elf Ländern befragt. Nach den Erfahrungen aus dem Coronajahr 2020 ist die Erhöhung der Resilienz der Lieferkette für 62 % der Befragten zur Priorität geworden. Fast 70 % gaben an, ihre Geschäftsmodelle während der Krise angepasst zu haben.

Von den vier in der Studie berücksichtigten Bereichen kam Life Science am besten weg. Nur ein Drittel der Studienteilnehmer aus diesem Bereich hatten mit negativen Auswirkungen durch das Virus zu tun. Hingegen war die Geschäftstätigkeit von über 80 % der befragten Unternehmen aus dem Einzelhandel, der Konsumgüterindustrie und der diskreten Fertigung betroffen.

Die teils starken Disruptionen haben die Betriebe dementsprechend beansprucht. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer (55 %) haben zwischen drei und sechs Monate gebraucht, um sich von Lieferkettenunterbrechungen zu erholen. 13 % der Befragten nehmen an, dass es sechs bis zwölf Monate dauern wird, bis sie sich erholt haben. Weitere Einschränkungen, wie sie von Anfang bis Mitte des Jahres auftraten, könnten viele Unternehmen vermutlich nicht noch einmal stemmen.

Laut Capgemini gibt es sieben Dimensionen, auf die sich Unternehmen konzentrieren sollten, um eine resiliente Lieferkette aufzubauen:

  • Notfallplanung: Krisen vorhersehen und Simulationen durchführen, um das Krisenmanagement zu verbessern.
  • Lokalisierung: Zuliefererbasis und Produktionsflächen nach Lokalität sowie Regionalität priorisieren.
  • Diversifizierung: Lieferantenbasis, Herstellungs- und Transportoptionen breiter aufstellen.
  • Nachhaltigkeit: Nachhaltigkeit in der gesamten Supply Chain eine hohe Priorität einräumen, um ökologische und regulatorische Anforderungen sowie steigende Kundenerwartungen besser zu erfüllen.
  • Agilität: Produktion und Entscheidungsfindungen flexibilisieren sowie höhere Agilität bei der Umstellung auf neue Geschäftsmodelle erreichen.
  • End-to-End-Kostentransparenz: Berücksichtigung aller Kosten der mit der Niedrigkostenstrategie verbundenen Risiken über die gesamten Lieferkette.
  • Sichtbarkeit: Stärkung des kollaborativen Datenaustauschs mit Partnern, um eine vollständige Sichtbarkeit des Versorgungsnetzes sicherzustellen.

Unternehmen sollten sich aber nicht darauf konzentrieren, über die gesamte Produktpalette Resilienzen aufzubauen. Das wäre teuer, zeitaufwendig und oft nicht praktikabel. Stattdessen empfiehlt Capgemini, Fokusbereiche zu identifizieren, in denen Resilienz die größten Auswirkungen haben kann. Resilienz gibt es aber nicht umsonst. Das sehen auch über die Hälfte der Unternehmen so. 57 % der Befragten wollen ihre Investitionen in widerstandsfähigere Lieferketten erhöhen.

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