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Kraftstofftransporte Container und Prozesstank in einem

Redakteur: M. A. Benedikt Hofmann

Ziemann hat jetzt eine Container-Lösung für den Transport und die Lagerung von Liquified Natural Gas (LNG) präsentiert. Aufgrund der Zertifizierung darf der Container erstmals auch als Prozesstank genutzt werden.

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Der Container von Ziemann soll am Einsatzort ein fixes Tanksystem überflüssig machen. Die Verwendung von LNG wird dem Unternehmen zufolge so stark vereinfacht.
Der Container von Ziemann soll am Einsatzort ein fixes Tanksystem überflüssig machen. Die Verwendung von LNG wird dem Unternehmen zufolge so stark vereinfacht.
(Bild: Ziemann)

Der patentierte Behälter mit den Abmessungen eines 40 Fuß-Standard-Containers wurde zum Transport von tiefkaltem LNG entwickelt und von den Zulassungsstellen TÜV, BAM und BV erstmalig auch als Prozesstank zertifiziert. Er darf damit während eines Transportes zum Beispiel auf einem Schiff entleert werden. Ziemann will auf diesem Weg die bisher beim Endverbraucher fest installierten Tanksysteme (Terminals) überflüssig machen, was den Einsatz von LNG in den Bereichen Logistik und Betrieb sowie die Genehmigungsverfahren stark vereinfachen soll.

Vereinfachter Prozess

Bei der Verwendung von LNG ist die Befüllung eines Tanks die eigentlich kritische Phase, so das Unternehmen. Prozess- und Transporttanks dürfen daher auch nur an sicheren Orten und von qualifiziertem Personal mit LNG betankt werden. Außerdem kostet das Umpumpen in jeder der zahlreichen Stationen auf dem Weg zum Endverbraucher Zeit. Dieser Prozess wird mit der Container-Lösung von Ziemann nachhaltig vereinfacht. Das Betanken als kritischste Phase erfolgt an den LNG-Terminals, wo das Know-how und die Systeme bereits vorhanden sind. Transportiert werden die Container anschließend mit gängiger Speditionslogistik per Schiff, Bahn oder Lkw. Beim Endverbraucher selbst wird der Container dann nur noch über Schnellverschlusskupplungen prozesssicher getauscht. Der leere Container geht zurück zum Terminal und kann sofort wieder genutzt werden. Das Umpumpen reduziert sich so Ziemann zufolge auf einen einzigen Vorgang.

Hoher Sicherheitsstandard

Der LNG-Container ist vakuumisoliert, was eine lange Haltezeit des Flüssigerdgases gewährleistet. Im Gegensatz zu einem reinen Transporttank bietet die druckresistente Außenhülle aus Edelstahl aber auch eine Sicherheitsbarriere bei einer Havarie des Innentanks. Somit dient die Außenhülle als vollwertige Auffangwanne und bauseitige Auffangvorrichtungen können entfallen. Aufgrund der TÜV-Zertifizierung und durch das hohe, zusätzliche Sicherheitsniveau soll der LNG-Container für vielfältige Industrieanwendungen geeignet sein:

  • Einsatzbereich Schiff: Ab Januar 2015 wurden in den Küstenregionen von Europa, den USA und Australien sogenannte Emission Control Areas (analog der Feinstaubplakette am PKW) eingeführt. Andere Küstenregionen werden in Kürze folgen. Die Schiffe, die sich in diesen Küstenregionen bewegen, dürfen nur noch mit schwefelarmen bis schwefelfreien Treibstoffen fahren. Hier sind LNG-Antriebe unumgänglich, die auch die Anforderungen der Zukunft erfüllen.
  • Im Bereich Logistik: Hier ist die Umrüstung von Lkw-Flotten auf LNG ein weltweiter Trend. Eine dafür notwendige LNG-Tankstelle lässt sich mit den Containern sehr flexibel und vor allem ohne Investitionen in festgebundene Tanks aufbauen. Eine Container-Tankstelle ist aber nicht nur schnell in Betrieb genommen, sondern auch mit Blick auf die Faktoren Transport, Installation und Genehmigung rasch an einen neuen Ort zu verlagern.
  • Mobile Energieerzeugung mit LNG: Zur Stromausfallabsicherung oder der Bereitstellung von Baustrom. Denkbar ist auch der Einsatz von LNG-Containern zur Spitzenlastabdeckung in Gießereien, Stahlwerken oder Brauereien. Im Gegensatz zu fest installierten Tanks kann mit der Container-Lösung viel genauer auf den tatsächlichen Energiebedarf reagiert werden. Ist der einzuspeisende Energiebedarf beispielsweise aufgrund einer großen Erdgasnachfrage hoch, werden mehr Container eingesetzt. Im Falle eines Erdgasüberschusses kommen entsprechend weniger Container zur Anwendung.
  • Große Biogasanlagen: Diese können sich mit der Container-Lösung unabhängig vom Gasnetzbetreiber machen, also ein eigenes Vertriebsnetz aufbauen. Dazu wird verflüssigtes Bioerdgas mit den Containern direkt zum Endverbraucher geliefert. Die bisher notwendige Anbindung an ein Gasleitungsnetz fällt so für den Produzenten und den Verbraucher gleichermaßen weg.

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