Deutscher Logistikpreis Deutscher Logistikpreis für den „Bayern-Shuttle“

DB Cargo, Mainz, die größte Güterbahn Europas und im Eigentum des Bundes, hat in Berlin auf dem Deutschen Logistikkongress den Deutschen Logistikpreis 2021 abgeräumt. Beteiligt sind außerdem Logserv und Cargoserv, Töchter der Steel Division von Voestalpine.

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Mit DB Cargo erhält heuer erstmals ein Bahnunternehmen den begehrten Deutschen Logistikpreis.
Mit DB Cargo erhält heuer erstmals ein Bahnunternehmen den begehrten Deutschen Logistikpreis.
(Bild: BVL)

Es ist eine Binse, dass die mehrere Millionen Tonnen produzierten Stahls pro Jahr ökologisch sinnvoll nur auf der Schiene zu transportieren sind. Stahl ist außerdem das Material, das weltweit am meisten recycelt wird: Etwa 250 Kilogramm Schrott fließen in eine Tonne Rohstahl. Und genau hier setzt der preiswürdige „Bayern-Shuttle“ an, der nach dem Milkrun-Konzept funktioniert: Aus dem österreichischen Linz können per Zug täglich flexibel Stahlmengen für drei verschiedene Empfangsorte der Automobilindustrie versendet und die Rücktransporte mit Schrott aus den Werken kombiniert werden. An dem System beteiligt sind außer DB Cargo auch Logserv und Cargoserv, zwei Tochtergesellschaften der Steel Division von Voestalpine.

Zum ersten Mal gewinnt ein Logistikkonzept auf der Schiene den begehrten Deutschen Logistikpreis. Das ist ein klares Signal für die Innovationskraft des Schienengüterverkehrs.

Katja Sander, VP Metals bei DB Cargo

Das innovative am „Bayern-Shuttle“ ist, dass DB Cargo darin die Schnelligkeit von Ganzzügen mit der Flexibilität von Einzelwagen verbindet. In einem werktäglichen Umlauf werden die Stahlsendungen von Voestalpine für die drei Standorte der Premiumhersteller aus der bayrischen Automobilindustrie kombiniert. Vor Ort wird gleichzeitig hochwertiger Stahlschrott aufgenommen und zurück ins Voestalpine-Stahlwerk nach Linz gebracht – ein umweltfreundlicher Beitrag zur angestrebten Kreislaufwirtschaft. Nach Angaben der Österreicher wird in Summe so jährlich über eine halbe Million Tonnen bewegt.

Bahn setzt neue Prinzipien um

Ex-Bundesminister und Jury-Vorsitzender Matthias Wissmann: „Das Konsortium um DB Cargo hat unternehmensübergreifend gehandelt und es geschafft, Leerläufe, Zeit, Equipment, Ressourcen und Kosten zu sparen. Hier zeigt die Bahn, was Bahn an Logistik kann.“ BVL-Chef Prof. Dr.-Ing. Thomas Wimmer ergänzt: „Ganzzüge mit Einzelwagen-Vorteilen verknüpfen – das ist deutlich komplexer, als es klingt. Hier wurden für die Bahn ganz neue Prinzipien umgesetzt.“

Wie die Bundesvereinigung Logistik, Ausrichter des derzeit laufenden Deutschen Logistikkongresses und Organisator des Deutschen Logistikpreises wissen lässt, verbraucht ein Güterzug bis zu zwei Drittel weniger Energie als der Straßengüterverkehr und spart über 80 Prozent der Kohlendioxidemissionen. Ein einziger Zug bewegt durchschnittlich rund 1.000 Tonnen Ladung und kann dabei bis zu 52 schwere Lkw ersetzen. Voestalpine hat bei DB Cargo CO2-freien Bahnstrom und damit komplett klimaneutrale Logistikketten bestellt. Selbst die Emissionen durch den Nachlauf per Lkw werden durch Klimazertifikate kompensiert. Zudem vermeidet der „Bayern-Shuttle“ für eine bestmögliche Klimabilanz sämtliche Leerläufe. In Summe würden so im Vergleich zum Lkw circa 7.500 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr eingespart, heißt es.

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