Kransteuerung

Die Ansichten sind geteilt

| Autor / Redakteur: Bernd Maienschein / Bernd Maienschein

Die „Kleine“ in der „micron“-Familie, „micron M“, eignet sich insbesondere für die Steuerung von Standard-Industriekranen und Maschinen.
Die „Kleine“ in der „micron“-Familie, „micron M“, eignet sich insbesondere für die Steuerung von Standard-Industriekranen und Maschinen. (Bild: HBC-radiomatic)

In den meisten Industriehallen, dort, wo „Stahl und Eisen“ bewegt wird, gehören Brückenkrane zum guten Ton. Und auch in kleineren Fertigungsstätten kommen Hebezeuge zum Einsatz. Alle haben sie eines gemeinsam: die Steuerung. Lassen sich Arbeitsplatzkrane, deren Ausleger nur knapp über den Köpfen der Bediener schwingen, noch leicht per Kabelfernbedienung manipulieren, bedürfen ihre großen Brüder allerdings einer drahtlosen Fernbedienung: per WLAN oder Infrarot.

Die Bautätigkeit in Deutschland ist seit Jahren allgemein rückläufig – auch die von Fabrik- und Werkstattgebäuden. Trotzdem wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2015 immerhin noch Baufertigstellungen für 3277 Fabrik- und Werkstattgebäude und 6905 Handels- und Lagergebäude gemeldet. Wenigstens, was die Industriehallen betrifft, sind viele davon mit Decken- oder Portalkranen ausgerüstet. Egal, ob diese Hallenkrane per Funk oder Infrarot gesteuert werden: Sicherheit ist dabei oberstes Gebot. Und Vertrauen. In meinem ersten „Studentenjob“ durfte ich zwei CNC-Werkzeugmaschinen bei Mannesmann Rexroth (heute Bosch Rexroth) im fränkischen Lohr am Main mit Hydraulikblöcken bestücken und die Blöcke wieder abspannen, nachdem die Bohrungen für die Hydraulikflüssigkeit eingebracht waren. Ich musste das mit einem Elektromagneten besorgen, und Hand aufs Herz: Wohl gefühlt habe ich mich dabei nicht, trotz Sicherheitsschuhen mit Stahlkappen. Einen Kran mit Lasthaken und Anschlagmittel hätte ich damals bevorzugt.

Split-Screens zeigen einfach mehr

Konnte ich vor 30 Jahren die Graugussblöcke, die nach und nach zu Hydraulikventilblöcken wurden, noch bequem mit der Hand manipulieren, ist das bei Deckenkranen mit ihren tonnenschweren Lasten natürlich nicht mehr möglich. Hier kommen Funkfernsteuerungen zum Einsatz, beispielsweise das neueste Produkt aus dem Hause HBC-radiomatic, dem Platzhirsch bei Kransteuerungen. Deren HBC-Funksteuerung „technos A“ ist mit einem konfigurierbaren Split-Screen-Farbdisplay für die Anzeige von Kran- und Maschinendaten ausgestattet, wie zum Beispiel von Lastgewicht und Hakenhöhe. Die Darstellung der Daten im Display richtet sich dabei nach Kundenwunsch. „Die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Neben verschiedensten Farben sind auch individuelle Grafiken realisierbar“, sagt Oliver Meister, Abteilungsleiter PR/Marketing/Dokumentation beim weltweit anerkannten Technologieführer HBC-radiomatic in Crailsheim, der für seine Kransteuerungen einen Exportanteil von über 60 % reklamiert.

Der neue Sender von HBC-radiomatic will darüber hinaus mit einer ganzen Reihe nützlicher Features punkten, beispielsweise durch die Benutzerkennung per „merlin TUC“ (Transmitter User Card). „Die Karte dient als Schlüssel zum Einschalten der Steuerung und schützt sie damit vor unbefugter Benutzung“, so Meister. So könnten für jeden Bediener Maschinenfunktionen freigegeben oder gesperrt werden. Für zusätzliche Sicherheit und Komfort sorgen eine Frontplatten-Beleuchtung und eine integrierte Taschenlampe, wie Meister angibt.

SWF Krantechnik hat seit einiger Zeit seine neuen Steuertafeln und die neue Funkfernsteuerung „RadioMaster3“ im Einsatz. „Beide Modelle sind nach ergonomischen Gesichtspunkten konzipiert und sorgen für eine sichere Kontrolle des Krans“, gibt Robert Menstell an, Sales Director Germany bei den Mannheimer Kranbauern. „Unsere ,CraneKit‘-Krankomponentenpakete werden zu circa 80 % mit Funkfernsteuerung bestellt.“

„Bei unserer „BLACKLINE“-Linie ist die Funkfernsteuerung als Standard definiert“, so Menstell weiter. „Hierbei setzen wir ausschließlich namhafte und bewährte Produkte ein, welche lückenlos unseren Qualitätsansprüchen gerecht werden.“

Lastpendeln kontrolliert vermeiden

Teil der „Smart Solutions“ bei Konecranes ist ebenfalls eine Sway-Control-Lastpendelkontrolle. Damit werden die Beschleunigungs- und Verzögerungsrampen der Brücken- und der Laufkatzen-Fahrantriebe dieses Herstellers gesteuert und so das Schwingen der Last automatisch unterdrückt. Vorteil: schnellerer Lastumschlag und präzisere Positionierung. „Diese Funktion verringert außerdem die Gefahr einer Beschädigung des Krans, der Last und des Kranarbeitsbereichs. Die aktive Lastpendeldämpfung ist darauf ausgelegt, vorhandene Pendelbewegungen zu unterdrücken“, sagt Oliver Kuhn, Manager Modernization bei Konecranes.

Das Unternehmen hat aber weit mehr zu bieten: Die Haken- beziehungsweise Schwerpunktzentrierung positioniert die Brücke und die Laufkatze automatisch direkt über der Last, um Seitenzugkräfte zu eliminieren. Diese Funktion senkt den Verschleiß der Krankomponenten, beschleunigt Lastzyklen und erhöht die Bedienerfreundlichkeit.

Mit einer weiteren Neuerung kann der Steuerungshersteller HBC-radiomatic aufwarten: der Funksteuerung „micron M“. Mit acht HBC-Drucktasten ist sie iedeal für Industriekrane mit bis zu drei zweistufigen Antrieben geeignet, wie es heißt. „Die ,micron M‘ ist kompakt gebaut, liegt komfortabel in der Hand und bietet viele nützliche Features, zum Beispiel die innovative ,merlin‘-Technologie“, sagt Oliver Meister. Die Technik eröffnet dem Anwender erweiterte Möglichkeiten bei der Nutzung der HBC-Steuerungen: „merlin“-Funksysteme werden ohne werkseitige Kopplung von „merlin“-Sender und -Empfänger ausgeliefert, sodass der Kunde selbst flexibel und beliebig oft eine Zuordnung zwischen den Komponenten im Einsatz vornehmen kann. „Bei einem Verlust des Senders sind ,merlin‘-Ersatzsender im Servicefall schnell aktivierbar“, sagt Meister. „Zusätzliche ,merlin‘-Funksender können mit wenigen Handgriffen in einen Verbund integriert werden. Außerdem ist bei ,micron M‘ das Steuerkonzept Übernahme/Freigabe automatisch inklusive.“

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