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Elektroantriebe Einfach elektronisch angetrieben – ohne Schütz und Starter

| Autor / Redakteur: Thorben Steinmann / Stefanie Michel

Klassische Lösungen für fördertechnische Applikationen wie Rollen- und Gurtförderer geraten an ihre Performancegrenzen hinsichtlich Energieeffizienz und Bauraum. Gleichzeitig kämpfen Maschinenbauer mit der Varianz und Komplexität der benötigten Systemkomponenten. Ein Elektronikmotor verspricht deutliche Vorteile.

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Der Drehstrommotor mit integrierter Intelligenz ist auf Netz- und Starteranwendungen in der horizontalen Fördertechnik zugeschnitten.
Der Drehstrommotor mit integrierter Intelligenz ist auf Netz- und Starteranwendungen in der horizontalen Fördertechnik zugeschnitten.
(Bild: Lenze)

Die Kunst liegt im Einfachen, doch es gilt das Potenzial dieser Einfachheit zu erkennen und zu einem echten Mehrwert führen. Mit dem Lenze Smart Motor ist dies gelungen, denn die Lösung ergänzt die Einfachheit eines Netzmotors um die technischen Vorteile einer elektronischen Antriebssteuerung. Zugeschnitten für Netz- und Starteranwendungen in der horizontalen Fördertechnik, profitieren Anwender von einer geringen Motorenvarianz mit dennoch flexiblen Einsatzmöglichkeiten sowie einfacher Handhabung mit spannungsfreier und berührungsloser Inbetriebnahme.

Energieeffizienz auch bei einfachen Antriebssystemen gefragt

Wenn von vergleichsweise einfachen Antriebslösungen gesprochen wird, sind Rollen-, Ketten- und Gurtförderer die Klassiker im horizontalen Materialfluss. Die Motoren sind in der Regel fest mit dem Netz verbunden, die Abtriebsmomente und -drehzahlen werden über entsprechende Getriebearten und -übersetzungen realisiert. Die Steuerung erfolgt mit Schützen oder Startern, die wiederum von einer Steuerung geschaltet werden. Das Ganze ist etabliert und arbeitet mit hoher Verfügbarkeit.

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Nicht zuletzt aufgrund der steigenden Ansprüche an die Energieeffizienz, in Verbindungen mit schärferen internationalen Gesetze, sind die Motoren in den letzten Jahren verstärkt ins Rampenlicht der Entwicklung getreten. Der höhere Kupfereinsatz in den Wicklungen für IE2 oder IE3 hat die sparsameren Motoren allerdings größer und teurer gemacht. Zwar bringt die Kombination mit Frequenzumrichtern zur bedarfsgerechten Drehzahlsteuerung ebenfalls bessere IE-Einstufungen mit sich, bedeutet aber in vielen Materialflussanwendungen das bekannte Schießen mit Kanonen auf Spatzen. Doch wie lässt sich durch geschicktes Varianten- und Bauteilemanagement die Masse unterschiedlicher Antriebsachsen in der Intralogistik in den Griff bekommen?

Wegen hoher Anlaufmomente sind Antriebe schnell überdimensioniert

Die hohen Anlaufmomente in der Fördertechnik mit anschließend vergleichsweise niedrigen Dauermomenten schaffen hier das Dilemma, Antriebe ohne zu große Überdimensionierungen auszulegen. Mit dem Lenze Smart Motor ist es gelungen, diese Herausforderungen für den Materialfluss zu lösen: Die neuen Antriebe bringen nämlich maximale Standardisierung und hohe Energieeffizienz in Gleichklang.

Der Kern der Innovation liegt vor allem in einem Stück Intelligenz, das in den Klemmenkasten der Drehstrommotoren integriert wurde. Die Elektronik ist in der Lage, die hohen Anlaufmomente in der Fördertechnik durch eine vierfache Überlastfähigkeit des Nennmomentes verlässlich zu bewältigen. Dieser Effekt führt dazu, dass die Förderstrecke trotz schneller Beschleunigungsvorgänge im Dauerbetrieb nicht überdimensioniert ist.

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