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Schwerlasttransport Elefantenschwerer Transport der Superlative

| Redakteur: Victoria Sonnenberg

Ein 82 m langes Schiff, zwei Riesenkräne, drei Schwerlasttransporter und jede Menge Logistik: In neun Tagen haben Spezialfahrzeuge jetzt eine 2500-t-Servopresse von Erfurt bis nach Herzebrock-Clarholz transportiert.

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Riesige Lastkräne hoben die drei tonnenschweren Stahlteile an Land und setzten sie auf die Schwerlasttransporte.
Riesige Lastkräne hoben die drei tonnenschweren Stahlteile an Land und setzten sie auf die Schwerlasttransporte.
(Bild: Craemer)

Zurzeit wird der Riesenkoloss, der im Gesamtgewicht gleich einer ganzen Herde von Elefanten entspricht, in rund 120 Tagen von Fachkräften des Herstellers in einer neuen Halle der Paul Craemer GmbH, Spezialist für Metallumformung, Kunststoffverarbeitung und Werkzeugbau, zusammengesetzt. Ab Ende September soll die Maschine zur Fertigung von Automobilteilen in Betrieb gehen.

Drei Riesen- und etliche Kleinteile gehen auf Reise

Der Korpus der neuen Presse, bestehend aus einem Kopfstück, einem sogenannten Stößel und einem Tisch wiegt allein 500 t. In drei Riesenstücken samt Kleinteilen hat der Hersteller, die Schuler Pressen GmbH, den Koloss Ende Mai vom Werk Erfurt aus auf Reisen geschickt. Die wuchtigen Elemente kamen auf die „Keisar“, ein über 80 m langer und über 8 m breiter Frachtkahn, der sie mit reichlich Tiefgang von Aken (Sachsen-Anhalt) sicher über die Elbe, den Mittellandkanal und den Dortmund-Ems-Kanal bis zum Schwerlasthafen Münster-Hiltrup brachte.

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500 t auf drei Spezialtransportern

Nach sechs Tagen und Nächten auf der rund 450 km langen Wasserstrecke erreichte die Fracht ihr Umladeziel. Zwei Spezialkräne, eigens aus den Niederlanden geordert, hievten die schwere Last früh morgens vom Schiff an Land – ein besonderes Spektakel an der beschaulich wirkenden Anlegestelle. Hier nahmen nach und nach drei Schwertransporter die Sonderfracht auf. Von Hiltrup aus ging es Anfang Juni in zwei Nächten die rund 75 km lange Straßenstrecke bis nach Herzebrock-Clarholz.

Mit polizeilichem Geleitschutz durch die Nacht

Begleitet von bis zu vier Polizeifahrzeugen, machten sich mitten in der Nacht die Lastzüge der Spedition Bohnet (Kirchdorf) mit 16-achsigem Auflieger auf den Weg, im Schlepptau einen Montagewagen und ein Plattenfahrzeug der Ch. Dickel GmbH für Schwertransportbegleitung (Wilnsdorf-Wilden). Letztere sorgten mit ihren Teams für die Demontage und das Wiedereinsetzen etlicher Verkehrs-, Orts- und Hinweisschilder sowie für das Auslegen von Stahlplatten zur Lastverteilung auf unbefestigtem Gelände. Die Fahrt führte auf Bundes- und Landstraßen von der B 54 über die B 58 auf die L547 und schließlich in Warendorf auf die B 64, welche direkt das Firmengelände der Paul Craemer GmbH in Herzebrock-Clarholz passiert.

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