Suchen

Fördertechnik Elektro-Plattformwagen für die Schweizer Bundesbahn

| Redakteur: Gary Huck

Hubtex hat im Rahmen einer Ausschreibung einen Auftrag der Schweizerischen Bundesbahn (SBB) ergattert. Das Unternehmen aus Fulda lieferte zwei koppelbare Elektro-Plattformwagen in die Schweiz.

Firmen zum Thema

Mit dem SFB-System von Hubtex können auch lange Weichenteile be- sowie entladen und befördert werden.
Mit dem SFB-System von Hubtex können auch lange Weichenteile be- sowie entladen und befördert werden.
(Bild: Hubtex)

Die zwei von Hubtex gebauten Elektro-Plattformwagen vom Typ SFB haben eine Tragfähigkeit von 20 t und verfügen über Mehrwegelenkung, Fernbedienung sowie einen Klapparm zur Ladeflächenverlängerung. Die einzelnen Fahrzeuge sind mit ausgeklapptem Arm jeweils 12,35 m lang, können aber auch zu einer 24,75 m langen Konstruktion gekoppelt werden. Der Kopplungsvorgang umfasst die mechanische Verbindung der Geräte mit einem Steckbolzen und Verbindungskabel. Die Steuerung muss dann noch in den „Koppelmodus“ umgeschaltet werden. Dieser Vorgang nehme nur wenige Minuten in Anspruch. Gesteuert werden die Plattformen über zwei Joysticks oder Fernbedienung. Unterschiedliche Fahrprogramme wie Längs-, Quer- oder Kreisfahren können über einen Schalter gewählt werden. Zusätzlich stehen noch Allrad-, Diagonal- und Hinterachslenkung zur Auswahl. Um die Arbeitssicherheit zu gewährleisten, befinden sich am Bedienteil ein Not-Aus-Schalter und eine Hupe. Laut Özcan Caprak, Fahrzeugführer bei der SBB, benötigen Mitarbeiter nur eine etwa einstündige Schulung, um die Fahrzeuge steuern zu können.

Wartung soll keine große Herausforderung sein

Der Generalimporteur Rohrer-Marti übernahm die Wartung der Elektro-Plattformwagen im Bahntechnik-Center der Schweizerischen Bundesbahn in Hägendorf. Da die Geräte nach dem Hubtex-Baukastensystem konstruiert sind, soll die Wartung keine große Herausforderung darstellen. Der Hersteller aus Fulda beschränke die Vielfalt der verbauten Komponenten auf das technisch notwendige Minimum. „Dies zählt umso mehr, da es sich bei vielen von Hubtex gebauten Staplern, System- und Sonderfahrzeugen um individuelle Einzelstücke handelt“, so Nicolas Adam, Verkaufsberater bei Rohrer-Marti.

Bildergalerie

Bildergalerie mit 6 Bildern

Hubtex und der Generalimporteur hatten den Auftrag der SBB erst in der zweiten Runde der Ausschreibung erhalten. Nach der Erstellung des Lastenhefts konnte laut Rolf Kissling, Projektleiter bei der Schweizerischen Bundesbahn, keiner der drei ursprünglichen Anbieter eine überzeugende Offerte liefern. Der Hersteller aus Fulda und der Importeur hätten das auf Anhieb geschafft und für jede Anforderung des Lastenhefts eine passende Antwort parat gehabt.

„Plattform auch für andere Logistikaufgaben einsetzbar“

Eine Transportlösung wie die von Hubtex wurde im Technikzentrum in Hägendorf benötigt, da dort Weichen und Weichenteile für das Schweizer Schienennetz hergestellt werden. Nachdem eine neue Produktionsanlage errichtet worden war, benötigte man ein Materialflusssystem, das die bis zu 32 m langen Teile Be- und Entladen kann. „Als Eisenbahnunternehmen wollten wir diese Aufgabe zunächst mit einem schienengebundenen Fahrzeug lösen“, erklärt Kissling. Doch im Interesse einer möglichst hohen Flexibilität entschied man sich schließlich für eine frei verfahrbare Plattform, die auch für andere Logistikaufgaben eingesetzt werden könne.

Die Geräte wären zwar nur rund eine Stunde pro Tag ausgelastet, da es für sie aber keine Alternativen gibt, müssten sie immer bereit stehen. Rolf Kissling gibt an, dass er sich von der Servicequalität von Rohrer-Marti bereits überzeugt hat. „Im Rahmen eines Vorsorgetermins war der Techniker innerhalb von nur 60 Minuten bei uns vor Ort.“ Die Fahrzeuge würden eine gute Voraussetzung bieten, um bei weiter steigenden Fahrgastzahlen eine zuverlässige Infrastruktur zu bieten.

(ID:46041689)