Supply-Chain-Management

Entscheider sehen Handelskonflikte als eine der größten Gefahren für Lieferketten

| Redakteur: Sebastian Hofmann

Protektionistische Bemühungen wie beispielsweise die von US-Präsident Donald Trump sehen viele Supply-Chain-Entscheider kritisch.
Protektionistische Bemühungen wie beispielsweise die von US-Präsident Donald Trump sehen viele Supply-Chain-Entscheider kritisch. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Eine aktuelle Befragung im Auftrag von Llamasoft zeigt: Viele Unternehmensentscheider weltweit sehen politische Entwicklungen wie den nationalen Protektionismus mittlerweile als eine der größten Bedrohungen für ihre Supply Chains. Über die Hälfte der deutschen Befragten befürchtet etwa Veränderungen durch den Brexit.

Als Reaktion auf Handelskonflikte und den wirtschaftlichen Protektionismus wollen 66 % der Fertigungsunternehmen weltweit ihre Lieferketten umstellen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie im Auftrag des Software- und Dienstleistungsunternehmens Llamasoft. Über die Hälfte der im Rahmen der Untersuchung Befragten gibt an, dass eine wirtschaftlich nationalistische Politik ihre Betriebskosten erhöht. Fast genauso viele denken darüber nach, Lieferanten im Zuge protektionistischer Bemühungen einzelner Länder zu ersetzen.

Inzwischen sehen die meisten Entscheider in Europa, den Vereinigten Staaten, Asien und Lateinamerika Handelskonflikte und den wirtschaftlichen Protektionismus als eine der größten Herausforderungen für ihre Lieferketten. Getoppt wird diese Sorge nur noch von der Angst vor hohen Steuern und Abgaben. In der Bundesrepublik sind sich mehr als fünf von zehn Befragten sicher, dass der Austritt Großbritanniens aus der EU ihre Supply Chains sehr wahrscheinlich verändern werden.

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Experte rät: Frühzeitig alternative Szenarien durchspielen

„Die heutige globale Wirtschaft und die Supply Chains, die sie in Bewegung halten, sind grundlegend miteinander verbunden“, resümiert Razat Gaurav, CEO von Llamasoft. „Die sich wandelnde regionale Wirtschaftspolitik hat erhebliche Auswirkungen auf die Lieferketten produzierender Unternehmen weltweit, so dass diese den Aufbau ihrer Supply Chains immer häufiger überarbeiten müssen.“ Aufgrund der sich ändernden Stimmung in vielen Ländern sei es unerlässlich, dass Unternehmen über die Datengrundlage und die analytischen Fähigkeiten verfügen, digitale Zwillinge ihrer Lieferketten zu erstellen. So ließen sich alternative Szenarien mit zeitlichem Vorlauf simulieren und Risiken verringern.

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