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So arbeitet das Unternehmen auch als reiner Dienstleister, indem es die Getränkelogistik im Lebensmitteleinzelhandel für Kunden wie Tegut, Rewe und Toom übernommen hat. Außerdem erbringt Heurich sogenannte Rampendienstleistungen, indem die Intralogistik für den Getränkekonzern Anheuser-Busch Inbev durchgeführt wird. Inbev-Kunden im Umkreis von 350 km holen Getränke der Marken Beck‘s, Diebels, Gilde, Hasseröder, Spaten oder Franziskaner an der Rampe in Fulda ab.
Direktlieferung an Einzelhandelsfilialen als Dienstleistung
Ähnliches gilt für das Cross-Docking, wo zum Beispiel Spirituosen bereits von den Händlern kommissioniert und über die Heurich-Logistik ausgeliefert werden. „Bei dieser Direktlieferung an Filialen“, so Kress, „führen wir nur die Paletten im Lagerbestand. Heurich reicht weiter, könnte man sagen.“
Der Nutzen reicht weit über die Optimierung hinaus, die bei Einführung des Software-Systems geplant war. „Heurich zählt zu den Kunden, die mit unserem Lagerführungssystem nicht nur arbeiten, sondern es als Instrument verstehen, um sich ständig neue Verbesserungspotenziale zu erschließen“, erläutert Marco Ehrhardt, geschäftsführender Gesellschafter des Software- und Beratungsunternehmens Ehrhardt + Partner.
Enorme Fortschritte hat der Getränkegroßhändler über die moderne Lagerführung hinaus durch das Transportleitsystem (TLS) erzielt, ein optionales Modul des Lagerführungssystems. Die Staplerfahrer werden zentral gesteuert, was unter anderem dazu führt, dass sie nicht mehr wie früher an bestimmte Arbeitsbereiche gebunden sind. Sie lassen sich jetzt im gesamten Logistikzentrum einsetzen, je nachdem wo gerade Bedarf entsteht, orientiert an Verfügbarkeit, Nähe und Auftragspriorität.
Lagerprozesse dank Software flexibel und planungssicher gestaltet
Das Transportleitsystem nimmt ihre Zuordnung oder Erkennung bei jedem Scanvorgang vor. Die so erzielte Effizienzsteigerung beim Einsatz der Gabelstapler schätzt Kress auf etwa 20 bis 25%. Noch tiefgreifender wirkt sich die Verwendung der Kennzahlen aus, die das Transportleitsystem für die Ressourcenplanungen liefert. In dem stark saisonalen Geschäft, das Schwankungen von bis zu 40% unterliegt, sind sehr kurze Reaktionszeiten – üblich sind 24 bis 36 Stunden – von kritischer Bedeutung.
Auf Basis der aktuellen Stapler- und Kommissionierleistungen, der Vorjahreszahlen, der Feiertage und Wochenenden sowie des Wetterberichts werden die Einsatzpläne vorbereitet und bereits im Vorfeld Auftragsspitzen geglättet. So wird erreicht, dass Planungssicherheit mit Flexibilität einhergeht und die benötigten Ressourcen verfügbar sind.
Kommissionieren mit Pick-by-Voice
Im Wareneingang erfasst das Lagerführungssystem alle eintreffenden Lieferungen. Die etikettierten Paletten werden gescannt, sodass ab jetzt alle relevanten Daten im System bereitstehen. Für jede Ladeeinheit, die nicht bereits vom Hersteller etikettiert wurde, vergibt das Lagerführungssystem eine eigene NVE-Nummer, die innerbetrieblich weitergeführt wird und die Rückverfolgbarkeit sicherstellt.
Im Kommissionierbereich setzt Heurich Pick-by-Voice ein. Ein entscheidender Vorteil dieser Technik liegt darin, dass der Kommissionierer beide Hände ungehindert einsetzen kann. Die Mitarbeiter kommunizieren über ein Headset mit dem Lagerführungssystem.
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