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Lagersoftware Flexibel und leistungsfähig durch Software-Retrofit

| Autor / Redakteur: Dieter Hoffmann / Volker Unruh

Oftmals sind bei einer Lager- und Logistikmodernisierung Vorteile erzielbar, die nicht unbedingt von Anfang an eingeplant waren. Ein neuer Blick auf die Arbeitsprozesse sowie ein gutes Softwaresystem erschließen weitergehende Geschäftspotenziale. Ein Getränkegroßhändler, der seine gesamte Intralogistik in diesem Sinne umgestellt hat, liefert ein anschauliches Beispiel.

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Der Einsatz der Flurförderzeuge im Getränkelager wird durch ein Transportleitsystem koordiniert und gesteuert.
Der Einsatz der Flurförderzeuge im Getränkelager wird durch ein Transportleitsystem koordiniert und gesteuert.
( Bild: E + P )

Der Getränkegroßhändler Heurich GmbH & Co. KG hat an seinem Fuldaer Geschäftssitz die gesamte Intralogistik auf das Lagerführungssystem (LFS) von Ehrhardt + Partner, Boppard-Buchholz, umgestellt – bei laufendem Dreischichtbetrieb und ohne Einschränkung des Tagesgeschäfts. Damit steuert Heurich unter anderem seine über 30000 m² Logistikfläche.

Lagerführungssystem übernimmt Basis-Funktionen

Das Lagerführungssystem hält grundlegende Funktionalitäten bereit, zum Beispiel die Chargenverfolgung oder Ein- und Auslagerstrategien wie „first in – first out“. Die Bestandsführung erfolgt mit permanenter Inventur, was nicht nur immer korrekte Bestände, sondern auch ein sicheres Disponieren gewährleistet.

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Bereits mit Einführung des Lagerführungssystems waren weitere Vorteile zu erzielen, insbesondere durch die Analyse der Geschäftsprozesse in Ein-, Aus- und Umlagerung. Je nach Auftragslage können die Prozesse priorisiert werden, wobei der Warennachschub grundsätzlich den höchsten Rang hat.

Das Lager wird chaotisch geführt, also mit der dynamischen Zuweisung von Lagerplätzen. Heurich-Logistikleiter Berthold Kress erläutert die Vorteile am Beispiel von Retouren. Diese entstehen etwa, wenn Veranstalter von Festen und Feiern wegen der Witterung die gelieferten Mengen nicht absetzen können.

Neues Lagerführungssystem erschließt neue Geschäftsfelder

Das Lagerführungssystem weist die zurückgegebenen Artikel den aktuell freien Plätzen zu und hält sie dort für die nächsten Aufträge bereit. In anderen Teilen des Lagers wird hingegen mit festen Kommissionierplätzen gearbeitet. Dies betrifft etwa das Direktlager, in dem Schnelldreher, wie Heurichs Eigenmarken, geführt werden. Von dort gelangen sie ohne Konsolidierung direkt auf die Lastwagen.

Berthold Kress findet positive Worte für die erzielten Vorteile: „Der Nutzen, rein logistisch, ist grandios. Ohne das Lagerführungssystem wäre der Betrieb gar nicht mehr aufrechtzuerhalten gewesen.“ Darüber hinaus konnte Heurich sich durch diese Investitionen neue Geschäftsfelder erschließen – ein Effekt, der bei der Software-Einführung nicht abzusehen war.

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