Fördertechnik

Flurförderzeuge mit Lithium-Ionen-Technik – ohne Wenn und Aber

| Autor / Redakteur: Bernd Maienschein / Bernd Maienschein

Rauch und Donnerhall waren noch nicht verflogen, da stürmte schon der weltweit erste Lithium-Ionen-Schubmaststapler mit fest eingebauter Stromquelle das Podium.
Rauch und Donnerhall waren noch nicht verflogen, da stürmte schon der weltweit erste Lithium-Ionen-Schubmaststapler mit fest eingebauter Stromquelle das Podium. (Bild: Maienschein, MM Logistik)

Jungheinrich startet mit zwei wesentlichen Neuerungen in das Jahr 2018: Der „ETV 216i“ ist der weltweit erste Schubmaststapler mit fest verbauter Lithium-Ionen-Batterie und nach Unternehmensangaben der kompakteste seiner Klasse. Mit dem „STC 2B1A“ bieten die Hamburger ihr erstes Regalbediengerät für Kleinteile an, das über die höchste Umschlagleistung in dieser Klasse verfügt, so das Unternehmen.

Das Hamburg Cruise Center Hafencity, genauer gesagt, die aus auf- und nebeneinander angeordneten 40-Fuß-Containern bestehende provisorische Abfertigungshalle dieser Einrichtung am Großen Grasbrook, bot Ende Januar 2018 den passenden Rahmen für die Jahrespressekonferenz von Jungheinrich. Laut Vertriebsvorstand Dr. Lars Brzoska kam seine Branche 2017 weltweit auf 1.395.000 verkaufte Flurförderzeuge; den größten Zuwachs mit 37 % verzeichnet Asien, Europa kann mit immerhin 26 % aufwarten. Der Trend hin zu Elektrogeräten sei ungebrochen.

Jungheinrich mit weltweit rund 16.000 Mitarbeitern konnte, Stand September 2017, eingehende Aufträge in Höhe von 3,45 Mrd. Euro verzeichnen. Dafür arbeiten Direct Sales Units in 39 Ländern momentan an etwa 100 laufenden Projekten. Für 2018 kündigt Brzoska das 65-jährige Unternehmensjubiläum an und 2020 will er die 4-Mrd.-Euro-Umsatzgrenze knacken. Und noch ein ambitioniertes Ziel hat sich der Vertriebsvorstand gesteckt: Während Jungheinrich 2017 über 5600 Lithium-Ionen-Geräte verkaufen konnte – seit drei Jahren verdreifache sich, heißt es, die Anzahl der abgesetzten Einheiten mit Lithium-Ionen-Antrieb regelmäßig – will Brzoska auch hier weiter zulegen. „In diesem Jahr werden wir weltweit sicher über 10.000 Lithium-Ionen-Geräte absetzen können“, so der Vertriebsvorstand. Dafür spreche auch die Tendenz, dass die Kosten für Lithium-Ionen „in einer zweistelligen Prozentzahl“ zurückgehen; mehr will Brzoska nicht verraten.

Lithium-Ionen-Technik will‘s wissen

Elektrostapler

Lithium-Ionen-Technik will‘s wissen

07.03.18 - BYD-Vertragshändler (das Akronym BYD steht für „Build your dreams“) haben die Effizienzkapazität der Lithium-Eisenphosphat-Batterie der Elektrostapler aus China früh erkannt. Die Arbeitsmaschinen sind auf der Logimat und der Cemat zu sehen und nehmen am IFOY-Test 2018 teil. Der folgende Beitrag schildert Eindrücke und erste Erfahrungen der Händler mit der neuen Technik des ursprünglich auf Speicher- und Solartechnik spezialisierten Unternehmens BYD. lesen

Apropos Lithium-Ionen: Als Jungheinrich auf der Cemat in Hannover (23. bis 27. April) mit über 5500 m² wieder die größte Ausstellungsfläche belegte, räumten die Hamburger dem Thema mit einem Extra-Lithium-Ionen-Pavillon einen besonderen Stellenwert ein. Und genau in diese Kerbe schlägt auch der ETV 216i, der erste Schubmaststapler der Welt mit fest verbauter Lithium-Ionen-Batterie, der schon auf der Logimat in Stuttgart Weltpremiere feiern durfte und natürlich auch in Hannover der Star sein wird. Brzoska: „Die Zusammenlegung von Cemat und Hannover Messe ist eine echte Chance, um wieder mehr Besucher und damit potenzielle Kunden auf die Intralogistikmesse zu locken. Für die Aussteller eröffnet sich damit die Möglichkeit, branchenübergreifende Synergien zu nutzen.“

Jungheinrich setzt voll auf Lithium-Ionen

Während die Wettbewerber ihre Geräte wahlweise mit Blei-Säure- oder Lithium-Ionen-Akku anbieten und ein Wechsel der verschiedenen Elektrifizierungsform möglich ist, setzt Jungheinrich beim Schubmaster ETV 216i voll und ganz auf die Zukunftstechnologie Lithium-Ionen. „Die Lithium-Ionen-Technologie ist die Basis für die nächste Revolution“, ist Brzoska überzeugt. „Eher eine Revolution als eine Evolution.“ Die Technologie werde die Marktgesetze in seiner Industrie verändern. Als Marktführer in Bezug auf den Lithium-Ionen-Einsatz in der Intralogistik und Pionier bei der Lithium-Ionen-Technik verfüge sein Unternehmen weltweit über die größte Flotte mit Li-Ion-Antrieb. Man könne das komplette System aus einer Hand liefern: die Batterie, die Ladestation, den Stapler und die Beratung. Gerade die Beratung spiele eine immer wichtigere Rolle. Als Clou bietet Jungheinrich eine Fünfjahresgarantie an: die volle Gewährleistung für 10.000 Arbeitsstunden.

Hier sehen Sie das Imagevideo des Jungheinrich ETV 216i!

Eine ganz besondere Bedeutung komme bei der Lithium-Ionen-Technik der Ladestation zu. „Es ist Zeit für eine neue Generation smarter Ladegeräte“, sagt Dr. Carsten Harnisch, Gesamtspartenleiter Jungheinrich Energy and Drive Systems, und stellt die neue „SLH 300 Charger Platform“ vor, die in Deutschland designt und gefertigt wird. Sie umfasst Ladegeräte mit einer Leistung von 15 bis 320 A in 24, 48 und 80 V. Um das richtige temperaturgesteuerte Aufladen zu gewährleisten, sprechen die Batterien während des Ladeprozesses mit ihrem Ladegerät und das Ladegerät wiederum spricht mit der Cloud. Auch Harnisch wagt einen Ausblick: Die nächste Generation der Lithium-Ionen-Zellen, die das Unternehmen anbietet, wird exklusiv für Jungheinrich gefertigt sein, mit einem speziellen Design, einer eigenen chemischen Zusammensetzung (Lithium-Eisen-Phosphat) und der besten Performance für die Intralogistik.

Hochleistungs-Regalbediengerät will neue Maßstäbe setzen

Hinter der Modellbezeichnung „STC 2B1A“ verbirgt sich die zweite Neuheit, die in Hamburg präsentiert wurde: Miniload, das erste Hochleistungs-Regalbediengerät (RBG) für Kleinteile – eine Eigenentwicklung zusammen mit der Tochter Mias, extrem schnell und effizient, die noch 2018 zu haben sein soll. Gleich drei neue Patente wurden im Hochleistungs-RBG umgesetzt: ein neuartiges Mastdesign für höchste Skalierbarkeit des Geräts bis 25 m und maximale Stabilität trotz Leichtbauweise, ein innovatives Fahrschienenkonzept für minimierte Anfahrmaße sowie ein integrierter Omega-Fahrantrieb für eine noch platzsparendere Lagerung.

Das „STC 2B1A“ ist das leistungsfähigste RBG seiner Klasse für automatische Kleinteilelager (AKL). Mit einer Fahrgeschwindigkeit von 6 m/s bei höchster Beschleunigung setzt es sich an die Spitze der Hochleistungsgeräte. Zusätzlich verfügt das AKL-RBG über speziell auf das Fahrverhalten abgestimmte Energiepuffer, sogenannte „Supercaps“. Diese speichern die beim Bremsen freigesetzte Energie und speisen sie beim Beschleunigen wieder in das Antriebssystem zurück. Richard Brandstetter, Geschäftsführer des Jungheinrich-Systemgeschäfts in Moosburg: „Wir werden das aber nicht als fertige Lösung oder Standardinstallation anbieten, denn Supercaps haben einen Nachteil: den Preis. In einem Dreischichtbetrieb liegt der Return on Invest (ROI) einer solchen Automatisierung allerdings nicht selten unter einem Jahr.“ Was wiederum für die „Supercaps“ spreche.

Hier gibt's weitere Beiträge zu Jungheinrich!

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