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Bestände senken, Durchlaufzeiten reduzieren Freigabesysteme lassen die Produktion runder laufen

Autor / Redakteur: Lars Vollmer und Rainer Konheiser / Volker Unruh

Mit der sogenannten Conwip-Methode können Bestände und Durchlaufzeiten in Produktionsbetrieben deutlich reduziert werden. Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung eines individuellen Systems ist jedoch eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Berater.

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Leere Regale und weniger wartende Aufträge: ZWN hat seinen Umlaufbestand drastisch reduziert – es warten kaum noch Materialien oder Aufträge in den Regalen und Kästen. Bild: Zahnradwerk Nord
Leere Regale und weniger wartende Aufträge: ZWN hat seinen Umlaufbestand drastisch reduziert – es warten kaum noch Materialien oder Aufträge in den Regalen und Kästen. Bild: Zahnradwerk Nord
( Archiv: Vogel Business Media )

Das kennt man aus vielen Produktionen: schwankende Auftragseingänge und Terminprobleme. Kunden erhöhen die Anforderungen und die Fertigung ist durch die steigende Komplexität kaum noch planbar. Fallweise nicht ausgelastete Arbeitssysteme stoßen Arbeit an, die eigentlich noch nicht geleistet werden muss. Das verstopft jedoch die Produktion an anderen Stellen.

Rasch freigegebene Aufträge schaffen neue Terminprobleme

Terminprobleme sorgen dafür, dass Aufträge so rasch wie möglich freigegeben werden. Doch damit erhöhen sich die Bestände an den einzelnen Produktionslinien, die Termintreue verschlimmert sich. Ein Teufelskreis.

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Auch ein teures Softwaresystem kann die Situation nicht retten. Aufträge müssen zunehmend mit viel Steuerungsaufwand durch die Produktion gedrückt werden. Der große Auftritt für die sogenannten Terminjäger, die Helden am Ende des Tages.

Zu hohe Bestände müssen für kürzere Durchlaufzeiten gesenkt werden

In einem produktionslogistischen System, zum Beispiel in einer Montagelinie, steigt oder fällt die Durchlaufzeit eines Produktionsauftrags proportional zur Höhe des Bestands, der sich aktuell im System befindet. Sprich, je mehr Aufträge im Umlauf sind, desto höher ist die Durchlaufzeit. Der Umlaufbestand wird damit zur Schlüsselgröße. Ihn muss man steuern, um die nötige Flexibilität in der Produktion zu erreichen.

Eine bewährte Logik zur Freigabe von Aufträgen ist laut Hopp und Spearman [1] die Conwip-(Constant-Work-In-Process-)Methode. Conwip nutzt den Zusammenhang zwischen Bestand und Durchlaufzeit und senkt den Materialbestand kontinuierlich auf ein möglichst niedriges Niveau. Als eine Form der Pull-Steuerung wird die Freigabe direkt im System ausgelöst und nicht durch einen externen Planungsimpuls, wie etwa eine prognostizierte Kundennachfrage.

Freigabesystem arbeitet ähnlich wie Kanban-Verfahren

Ähnlich dem Kanban-Verfahren werden dazu in der Regel (Conwip-)Karten genutzt (Bild 1), entweder physisch oder elektronisch. In Conwip-Systemen wird so ein neuer Auftrag immer dann ausgelöst, wenn ein alter das System verlässt (Bild 2).

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