Zirkularität Hype oder „new normal“?

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Ganz sicher kein Hype! Beim Deep Dive „Zirkularität“ während der Still-Pressekonferenz im September ließ Frank Müller, Senior Vice President Brand Management, mit der einen oder anderen Aussage aufhorchen, die man so von deutschen Maschinenbauern noch nicht gehört hat.

Frank Müller, Senior Vice President Brand Management bei Still, zeichnete beim Deep Dive „Zirkularität“ in der Hamburger Still-Arena eine Analogität zum in 10 Kilometern entfernt aufgeführten Musical „König der Löwen“ auf: „Das Leben, ein ewiger Kreis.“
Frank Müller, Senior Vice President Brand Management bei Still, zeichnete beim Deep Dive „Zirkularität“ in der Hamburger Still-Arena eine Analogität zum in 10 Kilometern entfernt aufgeführten Musical „König der Löwen“ auf: „Das Leben, ein ewiger Kreis.“
(Bild: Maienschein)

Die Natur habe es schon immer gewusst: „Soll's ewig gehen, muss es ein Kreislauf sein.“ Wir Menschen verlören das häufig einmal aus dem Blick. Rohstoffe gingen zur Neige, Wertstoffe würden auf Deponien liegen gelassen, es werde viel zu wenig recycelt. Aussagen, die man während der Pressekonferenz eines Premiumanbieters von Flurförderzeugen eher nicht erwartet. Natürlich will Referent Müller damit etwas sagen: Längst sei das lineare Modell industrieller Wertschöpfung an seine Grenzen gestoßen, Zirkularität und Nachhaltigkeit seien ein strategisches Thema.

Still sieht Zirkularität und Nachhaltigkeit als Herausforderung und gleichzeitig als Chance, wenngleich man schon seit den 1980er-Jahren auf die Wiederaufarbeitung von Fahrzeugen setze. Und seit 2015 arbeite man operativ an der Mission „zero emission“.

„Viel hilft nicht mehr viel!“

Konsequent zu Ende gedacht, führe das Ganze hin zum Thema „cradle to cradle“ – vom Ursprung zum Ursprung oder, um genau zu sein, „von der Wiege zur Wiege“. „Die Idee gibt es schon seit mehr als 20 Jahren. Aber sie erscheint heute in einem anderen Licht“, so Müller. So weit seine Hinführung zum „Still-Zirkularitätskonzept“. Das Thema werfe viele Fragen auf: Wo kommt Material her, wo geht Material hin? Was kaufen wir ein? Arbeiten unsere Lieferanten nach entsprechenden Nachhaltigkeitskriterien?

Für die Zukunft gelte: Viel hilft nicht mehr viel! „Höher, schnell, weiter kann nicht mehr unser Fetisch sein!“, so Müller. Stattdessen brauche es längere Nutzungszeiten für seine Produkte. Ins Bild der viel zitierten Wegwerfgesellschaft, die nicht mehr nachhaltig sei, würden die Arbeitsmaschinen von Still nicht so recht passen. „Aber auch unsere Produkte können und müssen wir noch länger und noch intensiver nutzen.“

Produkteinsatz ist der größte Hebel

Dabei würde sich die Frage aufdrängen: „Wo und wie können wir bei der Herstellung unserer Produkte auch zukünftig noch mehr recycelte oder nachhaltig bio­basierte Materialien einsetzen?“ Dieses Thema müsse bei der Produktentwicklung von Anfang an bedacht werden, das müsse „rein-engineert“ werden.

Dafür bastelt Still an einem Aktionsfahrplan. Der sei zwar noch nicht fertig, aber so viel verrät Müller: Er beschäftigt sich mit drei Ebenen. Da ist einmal der geschlossene Kreislauf für Stoffströme (Stichwort Materialkreislauf), dann gibt es natürlich nachhaltige Produkte und, ganz wichtig, zirkuläre Geschäftsmodelle. „Da geht es dann um die Art und Weise, wie unsere Produkte und Dienstleistungen beim Kunden zum Einsatz kommen. Wenn wir über Zirkularität reden, über Nachhaltigkeit, dann ist der größte und wahrscheinlich wichtigste Hebel die Art und Weise, wie unsere Produkte am Ende genutzt werden“, resümiert Müller. 

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