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Leasing In fünf Schritten zum perfekten Leasingvertrag

| Autor / Redakteur: Ralf Marquardt / M. A. Benedikt Hofmann

Für den Erfolg eines Unternehmens sind viele Faktoren entscheidend. Dazu zählt es, die Kosten im Griff zu behalten und stets auf dem neuesten Stand der Technik zu sein. Leasing bietet sich, insbesondere für mittelständische Unternehmer, als eine kapitalschonende Finanzierungsmethode an.

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Durch Leasing lässt sich der Abschreibungszeitraum der jeweiligen Gegenstände verkürzen.
Durch Leasing lässt sich der Abschreibungszeitraum der jeweiligen Gegenstände verkürzen.
(Bild: Ellisia - Fotolia)

Aber wann bietet sich Leasing an und was gilt es dabei besonders zu beachten? Dieser Beitrag erklärt die wichtigsten Eckdaten in fünf Punkten:

1. Leasingvorteile: Welche Vorteile hat gewerbliches Leasing gegenüber einer Finanzierung?

Wenn es um die Anschaffung oder Erneuerung eines oder mehrerer Geräte oder Maschinen geht, stellt sich immer die Frage, wie sie zu finanzieren sind: aus dem Eigenkapital, über die Kreditlinie oder über Leasing? Die Vorteile von Leasing liegen auf der Hand. Im Gegensatz zur Finanzierung bindet man beim Leasing kein Kapital oder liquide Mittel, sondern bezahlt die Raten für das Investitionsgut aus dem daraus erzielten Umsatz. Die Konsequenz: Das Eigenkapital und/oder die Kreditlinie wird geschont und steht für andere, etwa nicht leasingfähige Investitionen zur Verfügung. Das heißt: Leasing erhöht die Liquidität und schafft zusätzliche unternehmerische Spielräume. Dazu kommt die Bilanzneutralität. Da das Leasingobjekt beim Leasinggeber aktiviert wird, taucht es nicht in der eigenen Bilanz auf. Die daraus resultierende positive Auswirkung auf die Eigenkapitalquote, im Vergleich zur Fremdfinanzierung, ist für das Rating bei Banken von großer Bedeutung. Leasing ermöglicht außerdem eine feste Planungssicherheit, da die Leasingraten von Anfang an festgeschrieben sind und keinen Zinsschwankungen unterliegen. So lassen sich die zurzeit niedrigen Zinsen langfristig sichern. Zudem sind die festgeschriebenen Leasingraten als Betriebsausgaben voll steuerlich absetzbar. Kurz: Leasing ist planbarer als eine Finanzierung und wirkt sich positiv auf die Liquidität und die betriebswirtschaftlichen Kennzahlen des Unternehmens aus. Mit Leasing sind Unternehmer finanziell flexibler.

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2. Warum sind Investitionszyklen bei Leasing relevant?

Ob Maschinen, Fahrzeuge oder Computer, es gibt Geräte, deren technologische Halbwertszeit extrem kurz ist. Was vor zwei bis drei Jahren top-aktuell war, kann heute schon veraltet sein. Mit diesem Problem sind viele Unternehmen konfrontiert. Um neue Kunden zu gewinnen, neue Projekte realisieren zu können und wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen viele Unternehmen technisch immer up to date sein. Dank Leasing lässt sich der Abschreibungszeitraum von Produkten mit schnellen Innovationszyklen wie Maschinen und IT, aber auch von Produkten mit langen Abschreibungslaufzeiten wie Büromöbeln verkürzen und so deren Amortisation der tatsächlichen Nutzungsdauer anpassen.

3. Welchen Unterschied gibt es zwischen Vollamortisationsvertrag und Teilamortisationsvertrag?

Der Vollamortisationsvertrag ermöglicht dem Leasingnehmer eine sehr schnelle Amortisation der Investitionskosten (bis 40 % der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer). Die Vollamortisation ist daher vor allem für Investitionen in kurzlebige Anlagegegenstände (EDV) geeignet oder in mobile Anlageobjekte, die einem sehr hohen Wertverlust unterliegen (Büromöbel). Am Ende der Leasingdauer kann der Leasingnehmer das Leasingobjekt entweder zurückgeben, kaufen oder den Vertrag zu meist sehr viel günstigeren Konditionen verlängern.

Ist das Leasingobjekt besonders wertbeständig oder im Restwert genau bestimmbar (zum Beispiel bei Fahrzeugen), so empfiehlt es sich, einen Teilamortisationsvertrag abzuschließen. Hier werden die Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten des Leasingobjektes währen der Grundmietzeit nur zu einem im Vorhinein festgelegten Prozentsatz amortisiert. Im Gegensatz zur Vollamortisation verbleibt zum Ende der Leasingdauer ein Restwert, weshalb man auch vom „Restwertleasing“ spricht. Der Leasingnehmer garantiert für den Restwert, sodass er, sofern das Objekt den kalkulierten Restwert nicht mehr erbringt, für die Differenz aufkommen müsste. Das Risiko lässt sich einerseits durch einen entsprechend niedrig angesetzten Restwert verringern – was allerdings entsprechend höhere Raten zur Folge hat – oder durch die Restwertgarantie eines Dritten, beispielsweise des ausliefernden Händlers. Ist der Vertrag abgelaufen, gibt es in der Regel mehrere Optionen:

  • Verlängerungsoption: Das Leasing kann auf Basis des kalkulierten Restwertes verlängert werden.
  • Kaufoption: Das Leasingobjekt kann zum Marktwert, mindestens jedoch zum kalkulierten Restwert, gekauft werden.
  • Andienungsrecht: Besteht ein vertraglich vereinbartes Andienungsrecht, so kann der Leasinggeber das Objekt zum vereinbarten Restwert an den Leasingnehmer verkaufen.
  • Alternativ kann das Objekt an einen Dritten verkauft oder neu verleast werden.

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