Hannover Messe 2020

Intralogistik: Aus „AGV“ werden „AV“

| Redakteur: Bernd Maienschein

Onuora Ogbukagu (Deutsche Messe), Matthias Fischer (Toyota Material Handling) und Prof. Dr.-Ing. Thomas Wimmer (BVL, v.l.) bei einer Pressekonferenz auf dem 36. Deutschen Logistik-Kongress im Berliner Hotel Interconti.
Onuora Ogbukagu (Deutsche Messe), Matthias Fischer (Toyota Material Handling) und Prof. Dr.-Ing. Thomas Wimmer (BVL, v.l.) bei einer Pressekonferenz auf dem 36. Deutschen Logistik-Kongress im Berliner Hotel Interconti. (Bild: Maienschein)

Energie, Industrie und Logistik – das werden die drei Säulen sein, auf denen das neue Konzept der Hannover Messe 2020 (20. bis 24. April) fußt. Die Exponate der ehemaligen Cemat werden in vier der sieben Ausstellungsbereiche integriert.

Besucher der Hannover Messe 2020 müssen umdenken: Im Gegensatz zur Veranstaltung 2018, als die Cemat noch zeitgleich, aber als separate Messe im nordwestlichen Teil des Messegeländes bis hinunter zu den Pavillons angesiedelt war, wird man im nächsten Jahr die Intralogistik insbesondere in den Hallen 2 bis 4 antreffen. Schon vor einem Jahr hätten sich die Messeverantwortlichen auf das Leitthema „Industrial Transformation“ festgelegt, so Onuora Ogbukagu, Director Marketing & Communications bei den Hannoveranern – und den Nagel damit wieder einmal auf den Kopf getroffen.

„CAMP Logistics“ für Dienstleister

Im Messeschwerpunkt Logistik wird es diverse Highlights geben. So beispielsweise das „Logistics Forum“, für das man sich aufgrund der Nähe zum Eingang Nord einen hohen Besucherstrom verspricht. Neu ist das „CAMP Logistics“. Zielgruppe des Gemeinschaftsstands sind die Logistikdienstleister. Genauso interessant für Logistikentscheider wären aber die Themen Automation, Motion & Drives in den Hallen 5 bis 9. Die „Digital Ecosystems“ sowie Start-ups – seit drei Jahren gibt es die Young Tech Enterprises bereits – und die 5G-Arena ergänzen das Angebot. „Wir werden zur Hannover Messe ein funktionierendes 5G-Netz haben“, verspricht Ogbukagu. Am Abend des 20. April steht dann noch die Preisverleihung für die IFOY-Awards an.

Matthias Fischer, President und CEO von Toyota Materials Handling, Brüssel, erzählt die „Geschichte von der Glühbirne“. Quintessenz: Er müsse für den Kauf nicht mehr in den Baumarkt gehen, sondern könne alles – Form, Größe, den Sockel, Farbe und Lichtleistung – online konfigurieren und das Leuchtmittel bestellen. Das Ganze vor dem Hintergrund von „Lean Operation“, kein Raum für Fehler. Das Toyota Produktions System (TPS) sei in den 1970ern erstmals öffentlich wahrgenommen worden. Ziel heute: zero mudo – keine Verschwendung.

Aus „Automated Guided“ wird „Autonomous“

Bisher sei die Hannover Messe eine Show für neue Produkte gewesen. Das ändere sich aber gerade: „Wir spüren, dass es einen Hunger an Neuem gibt“, so Fischer, der über 30 Jahre in der Branche unterwegs ist, in der sogenannten „Old Econony“. Und eine Erkenntnis ist ihm besonders wichtig: „Wir haben gelernt, dass wir nicht alles selbst machen können.“ So sei eine Partnerschaft zwischen Toyota Material Handling und Microsoft entstanden.

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Weil es immer schwieriger werden wird, Arbeitskräfte zu bekommen, würden Kunden in Zukunft mehr automatische Systeme brauchen. Heute würden autonom fahrende beziehungsweise arbeitende fahrerlose Transportsysteme (FTS) entwickelt, sogenannte Automated Guided Vehicles (AGV). Künftig würden Autonomous Vehicles (AV) im Vordergrund stehen – das „G“ für „Guided“ würde fehlen.

Ein Leben nach dem Stapler

Natürlich gebe es auch bei Toyota Material Handling seit einigen Jahren Lithium-Ionen-Akkus, bestes Beispiel sei der neue Niederhubwagen, der nicht zuletzt wegen der neuen Batterietechnik unglaublich kurz baue. Fischers Unternehmen geht aber noch einen Schritt weiter, mit einem gesamtheitlichen Ansatz: Lithium-Ionen-Speicher werden nach ihrem „Staplerleben“ als stationäre Energiespeicher eingesetzt. Eines sei klar, so der Topmanager: „Die Gewinner von morgen werden die Firmen sein, die neue Technologien gewinnbringend einsetzen können.“

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