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Digitalisierung Jetzt die Lieferkette zukunftsfähig machen

| Autor / Redakteur: Piercarlo Benetti / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Durch die Digitalisierung und Konzepte wie Mass Customization steht die Logistik vor den immensen Herausforderungen, ausreichend transparent und über die Unternehmensgrenzen hinaus vernetzt zu sein. Experten rechnen daher mit zukunftsweisenden Entwicklungen im Bereich Logistik 4.0

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Die Digitalisierung ist der Faktor mit der größten Auswirkung auf die Supply Chain Execution – Algorithmen ermöglichen künftig eine poraktive Lagerhaltung.
Die Digitalisierung ist der Faktor mit der größten Auswirkung auf die Supply Chain Execution – Algorithmen ermöglichen künftig eine poraktive Lagerhaltung.
(Bild: Reply)

Das Versprechen der digitalen Moderne lautet: alles, jederzeit, überall. Das gilt für die Verfügbarkeit von Waren und Dienstleistungen, im Endkundengeschäft ebenso wie im B2B-Bereich. Konkret bedeutet das: Alles soll hochflexibel und präzise nach Kundenbedürfnis geliefert werden. Die gelieferten Güter selbst sind dabei maßgeschneidert und auf individuelle Erwartungen abgestimmt, klassische Mass Production weicht Konzepten der Mass Customization. Der stationäre Einzelhandel integriert Elemente des Onlineshoppings und Online-Handelsplattformen wie Einzelhändler erweitern das eigene Angebot stetig, etwa durch den Einsatz von Drop Shipping, dem Streckengeschäft, bei dem der Händler keinen physischen Kontakt zur Ware hat, sondern den Versand aus dem Lager eines Drittanbieters koordiniert.

Extended Supply Chain im Blick

Aus Sicht der Anbieter stellen diese Entwicklungen eine immense Herausforderung an die Logistik dar. Nur mit einem Höchstmaß an Transparenz und Vernetzung über die eigenen Unternehmensgrenzen hinaus können sich Anbieter in diesem Kontext erfolgreich positionieren. Die klassische Supply Chain steht also unter erheblichem Druck. Was kann getan werden, um die Supply Chain als Rückgrat und Treiber einer immer stärkeren Kundenwunsch-Orientierung, Individualisierung und einem zuverlässig gehaltenen Qualitätsversprechen zu nutzen – das zudem die gewünschten Profite sichert?

Die nahtlose Einbindung beispielsweise von fahrerlosen Transportsystemen ist unerlässlich, um die Supply Chain agil zu halten.
Die nahtlose Einbindung beispielsweise von fahrerlosen Transportsystemen ist unerlässlich, um die Supply Chain agil zu halten.
(Bild: Reply)

Experten rechnen mit entscheidenden Entwicklungen im gerade erst begonnenen Jahr. Noch gibt es für viele große Unsicherheiten hinsichtlich strategischer wie auch praktischer Gesichtspunkte. Dabei sollten sich die Anbieter zunächst darüber im Klaren sein, dass es auch und vor allem um die sogenannte Extended Supply Chain geht, also Bereiche jenseits der unternehmenseigenen Produktions- und Lagerstandorte.

Die Digitalisierung gibt den Takt vor

Der Faktor mit der größten Auswirkung auf die Supply Chain Execution ist die Digitalisierung – und die damit einhergehende Verfügbarkeit von Big Data. Die smarte Analyse großer Datenmengen ermöglicht es Unternehmen, mittels entsprechender Algorithmen eine antizipierende und proaktive Lagerhaltung zu betreiben. Zudem lassen sich damit Best Practices ableiten und in verschiedenen Bereichen implementieren – im eigenen Unternehmen sowie bei den Zulieferern. Hier kommt es nicht zuletzt auf eine möglichst hohe Flexibilität an. In punkto Software bedeutet das beispielsweise: Anstelle monolithischer, standardisierter Supply-Chain-Lösungen treten solche, die durch modularen Aufbau maximale Agilität gewährleisten, sodass der Anwender jederzeit anpassungsfähig bleibt.

Ein weiterer entscheidender Punkt ist die Integration: Muss man sich die Supply Chain Execution bisherigen Zuschnitts als eine Sammlung von Stand-Alone-Systemen und -Anwendungen vorstellen, so bietet die Digitalisierung die Chance, diese Inselbildung zu überwinden. An die Stelle weitgehend isolierter Systeme treten plattformbasierte Modelle, mit denen sich vernetzte und transparente Ökosysteme in der Supply Chain aufbauen lassen. So können Unternehmen über die reine Asset-Verwaltung hinaus zusätzliche Werte entlang der Kette schaffen und schöpfen.

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