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Flurförderzeuge Jungheinrich: „Wir sind der Tesla der Intralogistik“

Neues von Jungheinrich: Seit Januar ist Sabine Neuß Member of the Board beim Premiumanbieter, der seine Lithium-Ionen-Flotte im Markt von 1641 Geräten im Jahr 2016 auf jetzt rund 15.000 Arbeitsmaschinen steigern konnte. Ende Januar wurde in Hamburg wieder ein „Big Thing“ angekündigt: der EFG P30i, die „Zukunft des Gegengewichtsstaplers“.

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Bildet die Brücke vom Diesel- zum Elektrostapler: Der EFG P30i mit Lithium-Ionen-Technik, den es ab Ende 2021 zu kaufen geben wird, ist ein 1:1-Ersatz für die IC-Trucks.
Bildet die Brücke vom Diesel- zum Elektrostapler: Der EFG P30i mit Lithium-Ionen-Technik, den es ab Ende 2021 zu kaufen geben wird, ist ein 1:1-Ersatz für die IC-Trucks.
(Bild: Maienschein)

Der Zeitpunkt ist traditionell sehr gut gewählt: Kurz vor dem logistischen Jahresauftakt der Messelandschaft, der Stuttgarter Logimat (damals konnte noch niemand ahnen, welche Kreise das Corona-Virus zieht und welche Auswirkungen das auf die Messelandschaft haben wird), zeigte Jungheinrich auf seiner Jahrespressekonferenz Ende Januar im Hamburger Cruise Center Hafencity den angereisten Journalisten, mit welchen Lösungen man die für 2020 prognostizierten 3,6 bis 3,8 Mrd. Euro Umsatz erreichen will; das Ebit zeichnet Vertriebsvorstand Christian Erlach mit „zwischen 150 und 200 Mio. Euro“ vor. Diese Prognose hat der Konzern wegen der Pandemie allerdings revidieren müssen.

Die Erweiterung der Hamburger Unternehmenszentrale ist inzwischen abgeschlossen. Dort arbeiten jetzt rund 1000 Mitarbeiter, das Auditorium bietet Platz für 700 Menschen. Und auch an der Unternehmensspitze hat es einige Veränderungen gegeben: Jürgen Peddinghaus hat sich von seinem Amt als Aufsichtsratschef bei Jungheinrich verabschiedet. Sein Nachfolger ist Hans-Georg Frey, lange Jahre Vorstandsvorsitzender des Staplerbauers. Die Spitze des Vorstandsgremiums bekleidet, ebenfalls seit September letzten Jahres, Dr. Lars Brzoska. Und eine weitere Personalie meldet Jungheinrich: Sabine Neuß ist seit Januar 2020 Member of the Board und bringt Erfahrung von so namhaften Firmen wie Behr, Brose oder auch vom Marktbegleiter Linde Material Handling mit.

Doch zu den angekündigten Lösungen, die man gerne in Stuttgart gezeigt hätte. Neben einem weiter reduzierten Energieverbrauch in seiner größten Fertigung in Norderstedt kommen die Assistenzsysteme „addedVIEW“ mit der vernetzten digitalen Gabelzinkenkamera zum intelligenten Scannen der Ware zur Sprache sowie ein neu konfigurierter „Personal Protection Scanner“.

Echter 1:1-Ersatz für den Verbrenner

Diesel is dying? Von wegen! Die neu vorgestellten Gegengewichtsstapler der beiden VFG-Verbrennerbaureihen 3s und 4s mit Diesel- und auch Treibgasantrieb eignen sich für den ganzjährigen Außen- und Inneneinsatz. Die beiden Baureihen umfassen acht unterschiedliche Fahrzeugvarianten und decken Tragfähigkeiten von 1,6 bis 3,5 t ab. Dabei erfüllen sie alle Kriterien der EU-Abgasstufe V. Für eingefleischte Verbrennerfans kommt die Neuvorstellung der beiden Gerätereihen allerdings mit einem Wermutstropfen daher: Die beiden IC-Stapler sind die letzten ihrer Art, die man bei Jungheinrich entwickelt hat.

Mit „We have got one more thing ...“ kündigt Vertriebsvorstand Erlach aber auch schon den neuesten Coup der Hamburger an. Die „Zukunft des Gegengewichtsstaplers“, der EFG P30i, der als Preview-Fahrzeug auf die Bühne fährt, bilde die Brücke vom Diesel- zum Elektrostapler. Dabei vereine das Gerät das Beste aus zwei Welten. Aus der Dieselwelt kämen das Chassis, die Fahrerschutzkabine, die Räder und der Mast – aus der Elektrowelt stamme die Antriebsachse, die Lithium-Ionen-angetriebenen Motoren sowie die Steuereinheit. Gegenüber klassischen Elektro-Gegengewichtsstaplern verfügt der P30i über eine um 25 % höhere Hubgeschwindigkeit, seine Steigfähigkeit gibt Jungheinrich mit „um ein Drittel besser als die eines klassischen EFG“ an. Für Firmen beziehungsweise Käufer, die im Bewusstsein, dass Ende 2021 die neuen Staplerboliden auf den Markt kommen, keinen 5-Jahres-Vertrag für die neuen IC-Stapler mehr abschließen wollen, gäbe es „diverse Möglichkeiten“, so Vertriebsvorstand Erlach. ■

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