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Künstliche Intelligenz im Flugzeugbauch

15.11.2011 | Autor / Redakteur: Robert Weber / Robert Weber

Nicht nur Kois, auch Autos fliegen mit der Lufthansa. Im Hintergrund stehen noch die traditionellen Aluboxen. Bild: Lufthansa Cargo
Nicht nur Kois, auch Autos fliegen mit der Lufthansa. Im Hintergrund stehen noch die traditionellen Aluboxen. Bild: Lufthansa Cargo

Höhere Spritpreise, mehr Konkurrenz aus Asien und immer exotischeres Transportgut fordern neue Antworten von der Luftfrachtbranche. Die Lufthansa Cargo investiert in die Technologie und setzt auf Intelligenz im Container.

Zweitausend Pferde, 80 Mio. Zierfische und 300 t Angelwürmer reisten 2010 mit der Lufthansa Cargo um die Welt. Die Fluggesellschaft transportiert nahezu alles, was in einem Flugzeug Platz findet. Das Bodenpersonal am Frankfurter Flughafen hat schon viel verpackt, gesichert und in die Jetbäuche verstaut. Tausende Tonnen Gold und Millionen von Rosen gehörten letztes Jahr auch dazu. Die edlen Rösser fliegen in speziellen Pferdecontainern, First-Class für das edle Getier. Kois und Co. reisen im schnöden Alucontainer.

Doch für die Zierfische und ihre Köder bricht schon bald ein neues Transportzeitalter an. Die schlichten Aluboxen, denen man ihr Alter teilweise schon ansieht, gehören vielleicht irgendwann der Vergangenheit an. Die Fluggesellschaft testet noch in diesem Jahr einen intelligenten Luftfrachtcontainer.

Sensoren überprüfen Temperatur, Feuchtigkeit und Druck

Tüftler vom Fraunhofer-IML in Dortmund und der Lufthansa Cargo arbeiten seit einiger Zeit gemeinsam an dem Projekt, ein Prototyp steht bereits im Dortmunder Logistiklabor und wurde auf der Hannover-Messe erstmals der Weltöffentlichkeit präsentiert. Verbaut wird integrierte Sensorik zur Erfassung von Daten aus der Umwelt sowie GPS/GSM- Komponenten, die mit einem Softwareagentensystem zusammenarbeiten.

„Befruchtet wurde unsere Idee natürlich vom Internet der Dinge und dem intelligenten Seefrachtcontainer“, erklärt Niko Hossain, Senior Project Manager bei Lufthansa Cargo und ehemaliger Fraunhofer-Forscher. Er ist von der Technik und den neuen Möglichkeiten für sein Unternehmen begeistert. „Wir können mithilfe verschiedener Sensoren die Temperatur, die Feuchtigkeit, den Druck und die Beschleunigung, die auf die Fracht wirkt, von jedem Platz auf Welt aus überwachen“, frohlockt Hossain. Für die Fluggesellschaft ein wichtiger Schritt in die Zukunft, denn mit mehr als 300 Stationen, von Frankfurt bis ins südamerikanische Quito, ist eine Installation von lokalen Technologien zum Tracking und Tracing zeitaufwendig und schwierig.

Vergammelte Produkte kann sich keine Airline leisten

Doch nicht nur den genauen Standort ihrer Luftfrachtbehälter wollen die Lufthansa-Verantwortlichen kennen, der Container kann und soll auch Alarm schlagen. Wird ein im Vorfeld des Flugs definierter Schwellenwert während des Transports überschritten, meldet die Technik einen Fehler und Mitarbeiter vor Ort können das Problem schneller als in der Vergangenheit lösen. Ein Mehr an Qualität in der Luftfracht ist das Ziel. Der Kunde will einen sicheren und qualitativ hochwertigen Transport, vergammelte Produkte kann sich keine Fluggesellschaft leisten.

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