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Studie Künstliche Intelligenz wird entscheidender für Umsätze

| Redakteur: Simone Käfer

In 2030 wird über ein Viertel der Unternehmensumsätze in Deutschland durch KI beeinflusst, behauptet Appanion Labs. Dabei soll die Supply Chain die bedeutendste Anwendung sein.

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2030 wird gut ein Viertel der Unternehmensumsätze in Deutschland durch Künstliche Intelligenz beeinflusst.
2030 wird gut ein Viertel der Unternehmensumsätze in Deutschland durch Künstliche Intelligenz beeinflusst.
(Bild: © peshkov - stock.adobe.com)

Im Jahr 2030 werden einer Analyse der Künstliche-Intelligenz-(KI-)Beratung Appanion Labs zufolge 28 % (2,04 Bio. Euro) der deutschen Wirtschaftsleistung unmittelbar durch Künstliche Intelligenz beeinflusst sein. 2019 liegt dieser Wert erst bei 3 % (218 Mrd. Euro). Für die Studie hat das Beratungsunternehmen 1000 KI-Anwendungen aus 40 verschiedene Industrien analysiert. Der höchste Anteil KI-gestützter Wertschöpfung stammt dabei laut Studie aus dem produzierenden Gewerbe (58 %). Die Automobilindustrie belegt mit 22 % an der gesamten KI-Wertschöpfung den ersten Platz im direkten Branchenvergleich. Transport und Logistik liegt nach der Studie bei 4,3 %. Unter den möglichen Anwendung in 2030 schreibt Appanion der KI im Bereich Optimierung der Supply Chain mit 98,3 Mrd. Euro den bedeutendsten wirtschaftlichen Einfluss zu; für dieses Jahr liegt die Prognose bei 9 Mrd. Euro. An dritter Stelle steht der autonome Transport mit einem geschätzt Einfluss von 88,7 Mrd. Euro.

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Die Technik ist durch moderne neuronale Netze mittlerweile robust, skalierbar und wirtschaftlich einsetzbar. Voraussetzung, um im internationalen Datenwettstreit mitzuhalten, ist jedoch ein Umdenken bei den Bewertungsmethoden, mit denen Investitionen in die Technologie legitimiert werden. „Künstliche Intelligenz wird einige völlig neue Geschäftsmodelle erschließen, insbesondere werden jedoch bestehende Wertschöpfungsprozesse qualitativ besser und effizienter“, sagt Tobias Bohnhoff, Gründer von Appanion Labs. „Die Ableitung wertstiftender Entscheidungen aus bisher nahezu unerschlossenen Produktions- und Logistikdaten, bestärkt durch die Entwicklung des Internet of Things, bietet ein enormes Potenzial.“

Der Einfluss von künstlicher Intelligenz setzt sich aus verschiedenen Teilbereichen zusammen. Der offensichtlichste Effekt stammt aus der Entwicklung neuartiger, datenbasierter Geschäftsmodelle und der Erschließung zusätzlicher Umsatzpotenziale. Hinzu kommt die Optimierung bestehender Wertschöpfung in Bereichen von komplexen wissens- und ressourcenintensiven Produktionsprozessen. Kosteneinsparung durch Prozessautomatisierung und die datenbasierte Unterstützung von Entscheidungen sind sogar ein noch größerer Wertschöpfungshebel, erklärt Appanion. Entsprechend verändert und optimiert KI bei entsprechender Transformation der bestehenden Prozesse bedeutende Teile bereits existierender Wertschöpfung.

Der Fokus auf Industrie- und Produktionsdaten ist laut Einschätzung von Appanion für Deutschland die Chance, ein relevantes Standortprofil im Bereich künstliche Intelligenz zu schaffen. Konsumentendaten liegen bereits nahezu vollständig in amerikanischer Hand und die Konkurrenz aus China wächst hierzu mit enorm hoher Dynamik heran. Die Herausforderung, dieses Potenzial abzurufen, liegt in der Exzellenz der entsprechenden Anwendungsentwicklung und in der dafür notwendigen Investitionsbereitschaft sowie Ausbildung entsprechender Fachkräfte.

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