Palettenregale Lagersysteme für den Alltag: robust und massiv

Autor / Redakteur: Reinhold Schäfer / Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Palettenregale eignen sich zum kompakten und sicheren Lagern der unterschiedlichsten Güter. Dabei lassen sie sich als automatisiertes Hochregallager bis zu einer Höhe von 40 m betreiben. Darüber hinaus gibt es einen Trend zu komplexeren Anlagen, also die Einbindung von Palettenregalen in kombinierte Anlagen, und zu höheren Feldbelastungen.

Firmen zum Thema

Laut Manfred Kaiser, Verkaufsleiter bei der SV Regalsysteme GmbH, ist „ein Trend zu höheren Feldbelastungen erkennbar“. Bild: SV Regalsysteme
Laut Manfred Kaiser, Verkaufsleiter bei der SV Regalsysteme GmbH, ist „ein Trend zu höheren Feldbelastungen erkennbar“. Bild: SV Regalsysteme
( Archiv: Vogel Business Media )

Palettenregale zeichnen sich durch hohe Belastbarkeit aus und gestatten viel Beweglichkeit für den schnellen Warenumschlag im Lager. Weil sie leicht zu kombinieren sind, werden praxisgerechte Lösungen geschaffen, die in allen Industriebranchen einsetzbar sind.

Warum sie in sehr vielen Lägern zu finden sind, ist für Manfred Kaiser, Verkaufsleiter Verkaufsbüro Nord Edertal/Kassel bei der SV Regalsysteme GmbH, Bobingen, leicht erklärbar: „Im Prinzip eignen sie sich für alle Produkte, die auf einem auf das Regal abgestimmten Ladungsträger sicher gelagert und transportiert werden können, gleich ob statisch oder dynamisch.“ Dies reiche vom Schuhkarton bis zum Blechpaket. Wie bei allen Regaltypen gilt auch hier der Grundsatz : „Vervielfachung der eigenen Güter-Grundfläche beziehungsweise Ladungsträger-Grundfläche mit größtmöglichem Raumnutzungsgrad zu geringstmöglichen Kosten.“

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

Auch für Karlheinz Heere, Leiter Regalsysteme bei der Jungheinrich AG, ist klar: „Palettenregale sind die meistverwendeten Regalsysteme. Sie erreichen in Standardausführung Höhen von 8 bis 10 m und lassen sich darüber hinaus zu Hochregalen mit 14 m und bei automatischer Bedienung bis 40 m Höhe aufstocken.“ Von Vorteil sei, dass sie sich für große Mengen einzelner, hauptsächlich palettierter Artikel eignen.

„Im Vergleich zur Blockstapelung bieten Mehrplatzregale die Vorteile der druckfreien Lagerung und des direkten Zugriffs auf alle Paletten. Einplatzsysteme eignen sich besonders gut zur Lagerung von schweren Gütern. Durch die griffgünstige Anordnung der Ladeeinheiten spielen Einplatzregale immer dann ihre Stärke aus, wenn direkt von der Palette oder aus der Gitterbox kommissioniert werden soll, merkt Karl-Heinz Heere an.

Außerdem gebe es kaum Einschränkungen hinsichtlich der Produktgruppen, die in Palettenregalen gelagert werden können. Das Regal werde dem Lagergut nach Kundenwunsch angepasst. Dabei seien auch Sonderkonstruktionen möglich. Als weiteren Vorteil sieht Heere, dass die Beschickung der Regale mithilfe von Flurförderzeugen und Regalbediengeräten erfolge: „Durch den Einsatz von Schmalgangfahrzeugen ist die Ein-/Auslagerung auch längs möglich. Die Gangbreite kann dadurch auf 1400 mm reduziert werden.“

Universeller Einsatz bietet Vorteile

Jan Sperling, Produktbereichsleiter Vertrieb Palettenregale, Bito-Lagertechnik Bittmann GmbH, Meisenheim, sieht vor allem den universellen Einsatz als Vorteil: „Palettenregale stehen in Puffer- oder Kommissionierlagern und eignen sich für alle gängigen Palettentypen, Gitterboxen, Sonderpaletten und kundenspezifische Ladungsträger.“

Dazu seien sie in nahezu allen Branchen zu finden. „Kommissioniertechnisch lagern in Palettenregalen große Mengen je Artikel mit hoher bis mittlerer Umschlagsleistung“, erläutert Jan Sperling und so sei trotz aller modernen Technologien im Lager- und Kommissionierbereich das klassische Palettenregal die am weitesten verbreitete Lagereinrichtung.

„Jede Palette ist bei diesem System leicht zugänglich“, sagt Sperling, „und die Regalaufstellung kann leicht verändert und ergänzt werden. Die relativ niedrige Investition und die Flexibilität haben dieses System zu einem wichtigen Baustein in der Lager- und Kommissioniertechnik gemacht.“

Was die technischen Möglichkeiten angeht, so sieht Karlheinz Heere von Jungheinrich das momentane Entwicklungspotenzial als weitgehend ausgeschöpft an. „Es handelt sich um ein ausgereiftes Produkt. Die Ausführungen der Anbieter gleichen sich hinsichtlich Auflagen und Ständer immer mehr an.“

Palettenregale sind ein klassisches „me-too“ Produkt. Unterschiede gebe es nur noch beim Lochbild und dem Anschlussstück der Auflagen. „Allgemein geht der Trend in Richtung zu immer dünnerem Material, um das Gewicht und damit die Transportkosten zu minimieren.“ Zusätzlich sei fertigungsseitig sicher mit Detailverbesserungen zu rechnen.

Technische Entwicklung geschieht in der Peripherie

Ähnlich sieht dies auch Jan Sperling von Bito: „Die großen technischen Entwicklungen passieren in der Peripherie des Palettenregals, in der Ein- und Auslagerung oder Identifikation der eingelagerten Waren.“ Grundlegende Innovationen sehe Bito bei der Konstruktion von Palettenregalen im Moment nicht. „Bito stellt Palettenregale mit geschraubten Stützrahmen und gesteckten Traversen her, die sich in Tiefe und Höhe sehr einfach verändern lassen. So tragen wir der Kundenforderung nach Flexibilität Rechnung“, erklärt Sperling.

Beim Einsatz von unterschiedlichen Sonderbehältnissen spiele nicht nur die Flexibilität in der Tiefe und Höhe des Regals eine Rolle, sondern auch der flexible Einsatz von Facheinlagen. Je nachdem, ob der Behälter Kufen, Füße oder Rollen hat, biete Bito hier seinen Kunden spezielles Zubehör an.

Allerdings ist laut Manfred Kaiser von SV Regalsysteme ein Trend zu höheren Feldbelastungen erkennbar, „worauf sich verschiedene Hersteller mit stärkeren Stützenprofilen bereits eingestellt haben“. Darüber hinaus werde die Entwicklung von automatisiert verformten Auflageträgern mit angearbeiteter Einhängung im Fokus stehen, deren Hakenlaschen nicht mehr separat gefertigt und angeschweißt werden.

Was die Wettbewerbsfähigkeit der Hersteller angehe, so steige diese nicht nur mit dem Automatisierungsgrad der Fertigung, glaubt Manfred Kaiser, sondern mit einem Komplettangebot von statischen, dynamischen und automatisierten Lägern.

„Eine besondere Herausforderung ist sicher der Trend zu komplexeren Anlagen“, so Jan Sperling. „Damit verstehen wir die Einbindung von Palettenregalen in kombinierte Anlagen mit anderen, zum Teil technischen Gewerken wie Palettendurchlaufregale, automatisierte Kleinteilelager, Stückgutdurchlaufregale oder Fachbodenregalanlagen.“ In diesem Punkt sei Bito perfekt aufgestellt, weil das Unternehmen im Gegensatz zu den meisten Anbietern den Kunden alles rund um die Regal-/Lagertechnik bieten könne.

Gute Exportergebnisse lassen optimistischen Ausblick zu

Wenn es um Palettenlager geht, zählt man in Deutschland SSI Schäfer, Stow, Tegometall und Nedcon zu den Großen in der Branche. Laut Jan Sperling will Bito „in den kommenden fünf Jahren im In- und Ausland bei Palettenregalen stärker wachsen als der Markt“.

Auch Karl-Heinz Heere sieht optimistisch in die Zukunft: „Um den Anforderungen unserer Kunden zukünftig noch besser gerecht zu werden, bietet Jungheinrich zusätzlich die Planung, Projektierung und Abwicklung kompletter Logistiksysteme an. Oberstes Ziel von Jungheinrich ist es, auch zukünftig für unsere Kunden die besten Lösungen zu generieren und ein Optimum an Beratung mit den besten Produkten zu einem guten Preis-Leistungsverhältnis anzubieten.“ Zusätzlich werde man in Ländern, in denen Jungheinrich noch nicht so stark im Regalgeschäft tätig sei, aktiv werden.

Artikelfiles und Artikellinks

Link: Bito

Link: SV Regalsysteme

Link: Jungheinrich

(ID:187215)