Supply-Chain-Management

Laufschuhhersteller On optimiert seine Lieferketten

| Redakteur: Bernd Maienschein

Wann kommt welcher Schuh wo an? Mit Osca hat die Schweizer On AG den Markt für Laufschuhe aufgemischt.
Wann kommt welcher Schuh wo an? Mit Osca hat die Schweizer On AG den Markt für Laufschuhe aufgemischt. (Bild: Eduardo Perez)

Volle Supply-Chain-Transparenz verspricht Setlog mit seiner cloudbasierten SCM-Software „Osca“. Der noch junge Schweizer Laufschuhhersteller On hat sich für Osca entschieden und damit volle Kontrolle über seine Lieferkette, von der Produktion bis zu acht weltweit verteilten Zentrallagern.

Weich landen, hart abstoßen: Mit der Cloudtec-Sohle, die nur dann dämpft, wenn man es braucht, hat die On AG in den letzten acht Jahren den Markt für Laufschuhe aufgemischt – jetzt ist die Logistik an der Reihe.

Ablösung von E-Mail und Excel

Um die weltweiten Lieferströme des stark wachsenden Unternehmens transparent zu machen, hat der Schweizer Sportschuhhersteller die Supply-Chain-Management-(SCM-)Software Osca eingeführt. Das cloudbasierte System der Bochumer Setlog GmbH steuert alle transportrelevanten Prozesse von der Buchung bis zum Eintreffen der Ware am Zielort. Das System löst E-Mail und Excellisten ab und wird zur zentralen Kommunikationsplattform für alle Lieferanten. Im Mai wurden die ersten Produzenten in Vietnam live geschaltet, China soll in den kommenden Wochen folgen.

„Über den Start-up-Status sind wir längst hinaus und die agile Digitalisierung des Supply-Chain-Managements ist ein Erfolgsfaktor bei On. Mit Osca können wir schnell und effizient wachsen und haben die bestmögliche Information über unsere Supply Chains“, sagt Marc Maurer, COO von On. Entscheidend für die Auswahl der Plattform sei vor allem die Flexibilität, individuelle Anforderungen im System abbilden zu können.

SCM-Plattform steuert gesamte Kommunikation

On-Schuhe werden in der Schweiz entwickelt und in Asien produziert. Die Ware wird von Kühne + Nagel wöchentlich via See- oder Luftfracht in insgesamt acht Zentrallager nach Australien, Brasilien, China, Japan, Kanada, Luxemburg, Schweiz und den USA transportiert und vor dort an rund 4000 Händler in 50 Ländern feinverteilt.

Sobald On die Order aus dem ERP-System über Osca an die Produktionsfabriken der Lieferanten übermittelt, findet die gesamte Kommunikation über die SCM-Plattform statt. Von der Orderbestätigung über Transportbuchungen via EDI-Schnittstelle bis hin zu Nachfragen werden alle Aktivitäten von den Lieferanten in Osca eingestellt und von On rückbestätigt.

Reportingdaten stärker nutzen

Neben Kosten können so unter anderem Durchlaufzeiten, Volumina und Termintreue sowie Transportlaufzeiten überwacht werden. Dazu spielt der Logistikdienstleister Transportavis und Trackingdaten per EDI ein. Ein Dashboard zeigt den jeweils aktuellen Status an. Ändern sich beispielsweise Lieferdaten oder drohen Verspätungen, werden die Supply-Chain-Partner automatisch benachrichtigt. „Unsere Sales-Teams wissen heute genau, wann welcher Schuh wo ankommt“, erklärt Maurer.

Die Reportingdaten will man in Zukunft verstärkt für die Ursachenanalyse etwa bei Verspätungen nutzen und um den Erfolg von Verbesserungsmaßnahmen sicherzustellen, wie es heißt.

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