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Materialfluss Logistiker in einer neuen Welt – der E-Commerce fordert Antworten

| Redakteur: Robert Weber

Immer mehr Menschen ordern online. Immer mehr Pakete werden verschickt, immer mehr Lkw rollen. Immer mehr E-Commerce-Unternehmen investieren. Immer mehr Händler wollen ihre Prozesse optimieren. Gefragt sind Technik, Kreativität und eine offene Kultur. Das ist nicht immer leicht für die Maschinenbauer.

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Für den Maschinenbau ist der Versandhandel ein wichtiger Kunde geworden, der mittlerweile auch die Produktentwicklung beeinflusst.
Für den Maschinenbau ist der Versandhandel ein wichtiger Kunde geworden, der mittlerweile auch die Produktentwicklung beeinflusst.
(Bild: Vente Privee)

Jeden Tag trudeln zahlreiche Pressemitteilungen zu neuen Logistikzentren in die E-Mail-Postfächer der Redaktionen ein. Auffällig: Es sind vor allem die Versandhändler, die seit mehreren Jahren stark in die Logistik und vor allem Intralogistik investieren – zweistellige Millionenbeträge sind keine Ausnahme.

Fördertechnik-Anbieter profitieren stark von neuen Versandhändlern

Ohne Amazon, Zalando und Co. würde den Maschinenbauern im Fördertechniksegment ein wichtiger Kunde fehlen. Die Zahlen: Alleine in Deutschland werden zukünftig wohl 1,3 Mrd. Pakete versandt, die über Fördertechnik zuvor transportiert werden müssen. Doch bei all dem Jubel: Intralogistiker und Versandhändler sprechen nicht immer die gleiche Sprache. Die Kunden der Logistiker sind jung, kreativ, innovativ und immer auf dem Sprung. Auf der anderen Seite stehen die klassischen Maschinenbauer. Durchaus innovativ, aber in den Prozessen manchmal etwas langsamer.

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Versandhändler denken täglich neu, müssen täglich neu denken. Geschwindigkeit ist für die Unternehmen überlebenswichtig – Stichwort: Same Day Delivery oder die 90 Minuten-Zustellung aus Großbritannien – ein Trend, der auch nach Deutschland kommen könnte, auch wenn die Briten in Sachen E-Commerce den Deutschen mehr als eine Nasenspitze voraus sind. Auf der Insel shoppen die Kunden ausgiebig auch Lebensmittel online. Ein Marktsegment, das sich in Deutschland noch nicht durchgesetzt hat.

Fest steht aber: Die Anforderungen an die Intralogistiker, die bis dato beispielsweise berechenbare Prozesse aus der Industrie kannten, steigen. Ein Versandhändler ist eben kein Autobauer. Dazu kommt: Die Margen für die Logistiker sinken, Personalkosten steigen, Energiekosten explodieren und der demografische Wandel zwingt zum Umdenken in den Lagern.

Wird ein Kiva-System aus Bayern auf den Markt kommen?

Die Lösung: Automatisierung. Das bedeutet aber auch: Das Unternehmen büßt unter Umständen Flexibilität ein und muss hohe Investitionen schultern. In Zukunft werden E-Commerce-Unternehmen deshalb Automationstechnik kaufen, die flexibel ist und gleichzeitig hohe Pickleistung ermöglicht. Gleichzeitig soll sie eine hohe Lagerdichte abbilden und ohne Batch auskommen. Die Branche sucht die eierlegende Wollmilchsau der Intralogistik. Die Lösung: vielleicht das Kiva-System aus den USA? Nicht unbedingt, aber auf der Münchner Logistikmesse Transport Logistic (siehe Bildergalerie) ging das Gerücht um, dass ein bayerischer Maschinenbauer an einer Weiterentwicklung des Kiva-Systems arbeitet und sein Produkt mit mobilen Robotern in den nächsten Monaten präsentieren will.

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