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Rückwärtslogistik Loxxess sortiert für BMW

| Redakteur: Benedikt Hofmann

BMW und Loxxess haben ihre Zusammenarbeit in der weltweiten Rückwärtslogistik für gebrauchte Autoteile ausgeweitet und verlängert.

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Mit der Rückwärtslogistik lässt BMW den Loxxess wertvolle gebrauchte Autoteile aus aller Welt sammeln, sortieren und der Überarbeitung oder Verwertung zuführen.
Mit der Rückwärtslogistik lässt BMW den Loxxess wertvolle gebrauchte Autoteile aus aller Welt sammeln, sortieren und der Überarbeitung oder Verwertung zuführen.
(Bild: BMW)

Der Logistikdienstleister hat dafür ein neues Lager in Altheim bei Landshut bezogen. Die Kapazität liegt aktuell etwa 50 % über der vorher genutzten Anlage. „Wir können den Durchsatz im neuen Lager jedoch mehr als verdreifachen, was angesichts der Wachstumspläne von BMW in diesem Bereich wichtig ist“, sagt Dr. Claus-Peter Amberger, CEO der Loxxess AG. Am neuen Standort wurde die Zahl der Mitarbeiter bereits von 10 auf 18 erhöht, bisher wurde aber der Einschichtbetrieb beibehalten. „Um die Leistung weiter zu steigern, können wir zum einen mehr Personal in der bestehenden Schicht einsetzen, auf den Zwei- oder sogar Dreischichtbetrieb wechseln oder das Gebäude auf dem bestehenden Grundstück noch erweitern“, ergänzt Dr. Amberger.

Prüfen und Sortieren nach festen Kriterien

Das neue Lager hat eine Hallenfläche von 4000 m2 (vorher 3000 m2), bei einer Grundstücksfläche von 12.000 m2. Das BMW-Motorenwerk in Landshut liegt etwa vier Kilometer entfernt. Weil es bei der Zusammenarbeit der beiden Unternehmen nicht auf große Lagermengen, sondern auf hohen Durchsatz ankommt, werden keine großen Lagerflächen gebraucht. Vielmehr geht es darum, die von BMW-Händlern aus aller Welt eintreffenden gebrauchten Teile nach von BMW festgelegten Kriterien zu prüfen, zu sortieren und entweder der Aufarbeitung, Verschrottung oder Verwertung zuzuführen. Viele Teile enthalten wertvolle Materialien, deren Recycling lohnt, etwa bei den platinbeschichteten Schaufeln von Turboladern.

12 bis 15 Lkw am Tag

Die Loxxess-Mitarbeiter in Altheim stellen aus den bunt gemischten Anlieferungen sortenreine Chargen von rund 100 verschiedenen Artikeln zusammen. Die Palette reicht vom Motorblock bis zum Turbolader, von Lenkung oder Getriebe bis zum Katalysator, aber es werden auch Radio- und Multimedia-Anlagen sortiert. Die einzelnen Teile werden so lange zwischengelagert, bis sie eine Lkw-Komplettladung ausfüllen. Derzeit verlassen 12 bis 15 Lkw täglich das Lager. Empfänger ist entweder BMW selbst, wo beispielsweise Motoren aufbereitet werden, oder Teilehersteller (etwa für Getriebe) und Recyclingspezialisten.

Restölabsaugung verbessert Umweltbilanz

Zur Ausweitung der seit 2004 bestehenden Zusammenarbeit mit BMW zählt einerseits, dass Loxxess auch die Verantwortung für Garantieteile sowie für die Sortierung weiterer Teilegruppen wie Turbolader übertragen bekam. Andererseits fungiert der neue Standort auch als Zolllager. Das war bisher nicht möglich und musste von einem weiteren Dienstleister übernommen werden. „Wir liefern diesen Service für BMW jetzt aus einer Hand und konnten dadurch weitere Synergien erzielen“, erläutert Amberger. Schließlich wurde ein Teil der Halle mit einer speziellen Ölabdichtung und Auffangvorrichtung versehen, an der jetzt das Restöl aus Motoren abgelassen oder abgesaugt wird. „Auch wenn das durchschnittlich nur etwa 0,2 l pro Motorblock sind, kommen hier monatlich zwischen 400 l und 600 l zusammen, die beim Einschmelzen nicht verbrannt, sondern ebenfalls aufbereitet werden.“

Separates Gebäude für Katalysatoren

Zusätzlich hat Loxxess am neuen Standort ein separates Gebäude für die Sortierung von Katalysatoren errichtet. Dank kontrollierter Be- und Entlüftung mit Filtern an den Absaugvorrichtungen können Mitarbeiter die Katalysatoren dort ohne die bisher nötigen Schutzanzüge sortieren. Die Absauganlage optimiert somit den Mitarbeiterschutz und beschleunigt die Teilesortierung.

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