RFID

Maximale Versorgungssicherheit bei C-Teilen

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Aufgrund des schnellen, transparenten Informationsflusses und der permanenten Datenübertragung an das Logistikzentrum ergibt sich eine sehr hohe Versorgungssicherheit. „Bedarfsschwankungen lassen sich zeitpunktgenau analysieren, sodass die Artikelverfügbarkeit in der richtigen Menge und zum richtigen Zeitpunkt in der Kundenfertigung gewährleistet ist. Mit der neuen RFID-Lösung erhalten wir mehrmals täglich aktuelle Informationen darüber, wie viele Behälter eines bestimmten C-Teils beim Kunden leer sind. Wir erfahren, ob der Kundenbedarf zeitkritisch ist, und wissen genau, ob die Teile nur an einem Lagerort fehlen oder im gesamten Werk“, betont Ehrmann. Bisher kamen diese Informationen zeitverzögert bei Würth an, was zu zeitversetzten Lieferungen führte.

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Die neue RFID-Lösung schafft dieses Problem aus der Welt. Sobald die Bestelldaten eingehen, überprüft das Kanban-Management-System, ob die Nummer des Kleinteilebehälters zum Kunden passt und ob die angeforderte Ware vorrätig ist. Der Bedarf für den entsprechenden Teilebehälter wird reserviert, die über mehrere Hochregallager verteilte Ware kundenspezifisch zusammengestellt, im Warenausgang gepuffert und zum Kunden transportiert.

Besondere Anforderungen an die RFID-Etiketten

Bei der Auswahl der RFID-Etiketten legte Würth besonderen Wert auf deren Beschaffenheit. Die Etiketten müssen fehlerfrei bedruckbar sein, die Waschprozesse der Boxen unbeschadet überstehen und über einen Zeitraum von drei Jahren beständig auf den Behältern haften. Mit einer unbeschrifteten Box wäre ein RFID-gesteuerter Bestellvorgang nicht möglich. Siemens hat ein Verfahren entwickelt, das eine vorgegebene Transponder-Charakteristik garantiert. Die Tags werden bei der Herstellung qualifiziert, sodass sie eine konstante Güte aufweisen. Etiketten, die nicht diesen Vorgaben entsprechen, werden automatisch aussortiert. Unter anderem müssen auch neu entwickelte RFID-Tags die gleichen Reichweiten haben wie die Vorgängerversionen, sodass die voreingestellten Reader der Kunden ohne Nachjustieren auch mit den Chips der neuen Leistungsklasse zusammenarbeiten.

Elektronischer Lieferschein mittels RFID-Gate

Das Würth-Projektteam hat außerdem ein RFID-Gate an der Verladerampe installiert und in die Intralogistik eingebunden. Ausgestattet ist es mit einem RFID-Reader Simatic RF670R, an den vier über den Umfang des Gates verteilte Antennen angeschlossen sind, um die Höhe und Breite des Lesefelds komplett auszuleuchten. Ausgelöst beim Durchfahren einer Lichtschranke, werden die RFID-Daten der Palette erfasst und dem Warenwirtschaftssystem zugeführt, das sie mit den auftragsbezogenen Informationen abgleicht. Innerhalb von Sekundenbruchteilen stellt die Software sicher, dass die richtige Ware zum Kunden geht und die verladenen Produkte mit den Ladelisten übereinstimmen.

Ein Gebinde, das sich einem Kunden nicht zuordnen lässt, löst einen Alarm aus. Die RFID-Einbindung des Gates ist eine Voraussetzung für die zukünftige Auflistung der versandten Warenposten in Form eines elektronischen Lieferscheins. Außerdem gewährleistet sie einen sicheren und nachvollziehbaren Warenübergang.

Hohe Kundenakzeptanz durch RFID-gesteuertes C-Teile-Management

Rund 1000 Industriekunden aus den verschiedensten Bereichen setzen inzwischen die Kanban-Lösungen von Würth erfolgreich ein. Ausschlaggebend für die hohe Akzeptanz sind die zentrale Bevorratung aller Artikel und die bestandsorientierte Disposition, was den Kunden maximale Versorgungssicherheit bietet.

„Das RFID-gesteuerte C-Teile-Management stellt zusätzlich sicher, dass Kunden ihre Ware zeitgenau geliefert bekommen“, unterstreicht Ehrmann. „Für die neue Lösung haben wir einen international aufgestellten Partner gewählt, dessen Leistungsspektrum hohe Flexibilität bei der Umsetzung der CPS-Strategie gewährleistet. Durch unsere Entscheidung für Siemens mit seinem umfassenden RFID-Portfolio und dem engmaschigen Standortnetz ist es uns möglich, einen international einheitlich hohen Qualitätsstandard bei den Projekten und ebenso beim Service in den einzelnen Ländern sicherzustellen“, so Heiko Ehrmann abschließend. ■

* Michael Bock arbeitet im Vertical Sales Development der Division Process Industries and Drives der Siemens AG in 90475 Nürnberg, Tel. (09 11) 8 95-0, simatic-ident.i-ia@siemens.com

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