Prozessoptimierung

Mit Digitalisierung und Automation zur Intralogistik 4.0

| Autor / Redakteur: Ludger Schuh / Jonas Scherf

Transparenz ist die Grundvoraussetzung für eine Intralogistik 4.0.
Transparenz ist die Grundvoraussetzung für eine Intralogistik 4.0. (Bild: www.pixabay.com)

Digitalisierung und Automation sind in vielen Industriebereichen schon fest etabliert. Doch die Intralogistik hat Nachholbedarf. Wie Sie nachziehen können, lesen Sie hier.

Robotik-Ingenieur soll einer der beliebtesten Berufe 2017 werden. Kein Wunder, denn laut der International Federation of Robotics (IFR) kommen in Deutschland auf 10.000 Beschäftige im produzierenden Gewerbe bereits 301 Roboter. Damit liegt Deutschland im weltweiten Robotereinsatz auf Rang 4. Bis 2019 sollen weltweit mehr als 1,4 Millionen der mechanischen Mitarbeiter neu installiert werden und die Gesamtzahl somit auf 2,6 Millionen steigen. Die Automatisierung der Industrie ist offenkundig in vollem Gange. Deren aktueller Status ist aber branchenabhängig. Während vor allem im Automobilbau die digitalisierte Konstruktion eine Vorreiterposition einnimmt, entwickeln sich Teile des Logistiksektors eher schleppend.

Ein Beispiel dafür ist die Intralogistik. Hier ist man häufig noch weit entfernt von automatisierten Prozessen. Denn in deutschen Werken fahren die Staplerfahrer meist noch auf Zuruf und Sicht. Eines wird hier schnell deutlich: Die fehlende Planung und Struktur sorgt für ineffiziente innerbetriebliche Transporte und unzufriedene Fahrer. Und auch fehlendes Material als Folge einer unproduktiven Intralogistik sorgt für Missmut in der Produktion und Verzögerungen in der Lieferung. Doch wie transportiert man die richtigen Materialien zur richtigen Zeit an den richtigen Ort, während gleichzeitig Effizienzdruck, Artikelvielfalt und Ansprüche an Schnelligkeit und Wirtschaftlichkeit in der Intralogistik steigen? Unsere 4 Tipps für eine digitale Intralogistik geben einen ersten Überblick.

Voraussetzung für eine Intralogistik 4.0 ist Datentransparenz

Eine der größten Schwachstellen der innerbetrieblichen Logistik gilt es zu beheben: Intransparenz. Die wenigsten Logistikleiter wissen in dem Moment, in dem sie es benötigen, wie viele Transporte ihre Fahrer fahren, in welchem Status sich die Transportaufträge befinden, wie viel Zeit für sie aufgewendet wird und wo welches Material verloren ging. Wenn alle diese Informationen an der richtigen Stelle fehlen oder nur mit Mühe zu evaluieren sind, ist eine adäquate Messbarkeit der Prozesse völlig undenkbar. Die Folge ist, dass kaum einzuschätzen ist, wie viele Transportmittel und Fahrer gegebenenfalls reduziert oder aufgestockt werden müssen.

Um eine vernetzte und automatisierte Supply Chain im Sinne einer Logistik 4.0 zu erreichen, ist diese Transparenz im Supply Chain Management jedoch unerlässlich. Und ist der Zugriff auf alle Daten geschaffen, gilt es, sie richtig zu nutzen. Denn in keinem Prozess entlang der Lieferkette, weder in der Materialwirtschaft, noch im innerbetrieblichen Transport, ist eine reine Datenverwaltung eine zukunftsfähige Vorgehensweise. Der häufig umfangreiche Datenschatz in einem Unternehmen – heute auch Big Data genannt – sollte hier für eine intelligente Entscheidungsfindung genutzt werden, dafür sind moderne Softwaresysteme nötig. Das zahlt sich aus, wenn Lagerhaltungs- und Transportkosten sinken, während die Termintreue steigt.

Mithilfe umfangreicher Analyse von Daten und deren effektiver Nutzung können zahlreiche Intralogistikprozesse digitalisiert und zugunsten der heutigen Marktansprüche und Wirtschaftlichkeitsfaktoren optimiert werden. Eine intelligente Optimierung ermöglicht zum Beispiel, dass alle Transportaufträge den Fahrern und Transportmitteln effizient zugeordnet werden können. Durch die Möglichkeit, Daten dabei mobil zu erfassen, können alle Transporte in einem System zentral abgebildet werden. Jeder Intralogistik-Mitarbeiter kann so jederzeit sehen, ob eine Verspätung droht oder Material geliefert bzw. abgeholt werden muss. Selbst bei kurzfristigen Änderungen können moderne Systeme in Echtzeit neu planen, da zukunftsfähiges Supply Chain Management durch Prognosen heute schon in vielen Branchen eingesetzt wird.  Statt Hektik und Chaos ziehen Ordnung und Effizienz in die Lagerhalle ein.

Die zunehmende Automatisierung hin zu einer Logistik 4.0 ist unausweichlich, um Wettbewerbsfähigkeit zu erlangen – und zu halten. Nicht nur für eine schnelle und marktgerechte Produktion zahlt sich der verstärkte Einsatz von Robotik aus. Auch im Bereich der Intralogistik bieten automatisierte und digitalisierte Prozesse für die Logistikleiter großes Potenzial, die innerbetrieblichen Transporte effizienter zu steuern und ihre freigewordenen Kapazitäten für andere Aufgaben nutzen können. Dies ist nur einer von vielen wichtigen Teilbereichen von Logistik und interner Supply Chain, die es in Zeiten der Digitalisierung zu reorganisieren gibt.

Sie möchten noch weiterführende Informationen zum Thema Digitalisierung in der Intralogistik? Downloaden sie in unser kostenloses Whitepaper "Der digitale Weg zur Intralogistik 4.0".

Welche Chancen versprechen Sie sich von dem Einzug der Digitalisierung in die Intralogistik?

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