Retrofit

Modernisierungsteams machen Altanlagen zukunftsfähig

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Optimierte Warenflüsse und innovativ gestaltete Arbeitsplätze

Wie Werner Weißböck erläutert, betrafen beispielsweise beim Projekt Ganter die Maßnahmen etwa „zur Hälfte die Mechanik, die andere Hälfte war IT/AT-Modernisierung. Die Relation ist immer vom Projekt und von den Kundenanforderungen abhängig. Meistens finden jedoch sowohl Mechanik- als auch IT-Modernisierungen statt.“

Mit der eigenen Serviceabteilung von SSI Schäfer für Retrofit-Leistungen werden sowohl bei eigenen Anlagen als auch denjenigen anderer Anbieter Lager- und Produktionsanlagen durch Komponentenaustausch, Erweiterungen oder IT-Modernisierungen auf den modernsten Stand der Technik gebracht. Bei der Planung neuer Intralogistikkonzepte liegen die Schwerpunkte bei der mechanischen und elektrischen Optimierung der Anlagen wie der Prozesse bei „möglichst effizienter Raumausnutzung, der Optimierung von Warenflüssen und Ladungsträgern sowie einer innovativen Arbeitsplatzgestaltung“.

Energieeffiziente Antriebe und Bedarfsabschaltungen spielen eine wichtige Rolle: „Alte Antriebe und Umrichter werden durch energiesparende, leistungsstarke Aggregate ersetzt, die Steuerungen auf Siemens S7 und die Kommunikation auf TCP/IP-Protokolle umgestellt.“ Aktuelle Projektbeispiele sind Geodis oder Plastal in Hambach. Und bei SKF, Berlin, wurden das bestehende LVS durch die Software „Ant“ ersetzt, die Rechnerhardware erneuert und die Kommissionierarbeitsplätze modernisiert.

Wir befragten Ulrich Schlosser, Prokurist und Mitglied der Geschäftsleitung, Leiter Vertrieb Logistiksysteme bei Witron Logistik + Informatik, Parkstein, nach der Relation der bei Mechanik und IT zu leistenden Arbeiten. „Bei den meisten Projekten sind in der Regel beide Aufgabenstellungen enthalten“, so Schlosser.

Bestehende Lagerverwaltungssysteme werden durch moderne abgelöst

„In der Mechanik werden vor allem Antriebstechnologien und Sensorik auf den neuesten technologischen Stand umgestellt. Im Bereich der Steuerungen erfolgt das Upgrade von S5 auf S7. Bestehende LVS werden durch moderne Systeme abgelöst, basierend auf jeweils neuesten Technologien bei Windows, Datenbank und Hardware. Ebenso enthalten die neuen LVS-Lösungen zusätzliche Funktionalitäten, ausgerichtet auf die Anforderungen des Marktes, wie beispielsweise Chargenverfolgung, MHD sowie das künftige Geschäft und die Auftragsstruktur der Unternehmen.“

Wie Schlosser unterstreicht, ist es „wichtig, mit dem Kunden ein Gesamtkonzept zu erarbeiten und Ziele zu definieren sowie einen genauen Zeit- und Budgetplan aufzusetzen, der sich möglicherweise auch über mehrere Jahre erstreckt“. Kurzfristiges Ziel einer Modernisierung sind sicherlich die Sicherung von Support- und Ersatzteilverfügbarkeit. Mittelfristig gesehen ist eine Modernisierung jedoch ein permanenter Investitionsschutz, der die Lebensdauer einer Anlage erhöht bei flexiblen Geschäftsprozessen, optimaler Leistungsfähigkeit und hoher Wirtschaftlichkeit. Zudem spielt in diesem Gesamtkonzept „selbstverständlich auch der Mensch eine wichtige Rolle“, wie Schlosser betont.

Ergonomische Arbeitsplätze sind wichtiger Modernisierungsbestandteil

„Die Gestaltung von modernen, zukunftsweisenden, ergonomischen Arbeitsprozessen, die unabhängig von Alter und Geschlecht des Mitarbeiters eine hohe Arbeitsqualität und Arbeitsquantität gewährleisten, ist heute wichtiger Bestandteil einer jeden Modernisierungsplanung.“

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