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Kontraktlogistik Multiple Added Values im Service-Portfolio

| Autor/ Redakteur: Reinhard Irrgang / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Kontraktlogistik ist nicht nur Vertrauenssache, sondern stellt auch höchste Anforderungen an die Professionalität und profunde Branchenkompetenz der Dienstleister. Wie die folgenden Beispiele zeigen, spielen auch auf die jeweiligen Artikel- und Warengruppen maßgeschneiderte Logistiksysteme und leistungsfähige IT zentrale Rollen.

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Im Advanced Regional Center (ARC) von DHL Supply Chain in Singapur werden die 72.000 Lagerplätze von 130 Shuttles bedient.
Im Advanced Regional Center (ARC) von DHL Supply Chain in Singapur werden die 72.000 Lagerplätze von 130 Shuttles bedient.
(Bild: DHL)

DHL Supply Chain hat im April 2016 sein Advanced Regional Center (ARC) in Singapur eröffnet. In das 90.000 m² große Logistikzentrum wurden mehr als 90 Mio. Euro investiert, davon 10,6 Mio. in ein hochleistungsfähiges Automatisierungs- und Robotiksystem, das 72.000 Lagerplätze für unterschiedliche Kundenprodukte bietet. 130 Roboter-Shuttles bewegen sich zwischen den 26 Ebenen, um Waren in das System einzulagern und dort zu entnehmen. Die Anlage benötigt 40 % weniger Fläche als konventionelle Systeme und verbessert die Lager- und Kommissionier-Effizienz um 20 %.

Als Mehrkundenanlage bietet das ARC kundenspezifische Lösungen, um speziellen Branchenbedürfnissen gerecht zu werden. So gibt es Reinräume für Life-Sciences- und Healthcare-Unternehmen, eine eigene Infrastruktur für den Luftfahrtbereich und besondere Lagerlösungen für das Ersatzteilmanagement im Auftrag von Technikkunden.

In Asien werden Technologien relativ schnell übernommen

„Asien ist eine Region, die sich schnell entwickelt“, so Dr. Frank Appel, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Post DHL Group. „Hier beobachten wir die rasche Übernahme von Technologien zur Steigerung von Produktivität und Effizienz. Bis 2020 wird Asien 30 % unseres Gesamtumsatzes ausmachen. Anlagen wie das ARC sind ein Beispiel für Innovationen, die die Komplexität reduzieren, die Genauigkeit verbessern und die Chancen für Produktivitätsgewinne maximieren.“

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Die BLG LOGISTICS GROUP AG & Co. KG hat ihre Kernkompetenzen in der Automobil-, Kontrakt- und Containerlogistik und bietet in diesen drei Geschäftsbereichen vollstufige logistische Systemdienstleistungen an. Zu den Kunden zählen die deutschen Automobilhersteller ebenso wie führende Unternehmen aus dem Handel. Rund 8700 BLG-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter übernehmen täglich die Verantwortung für die reibungslose Logistik hochwertiger Produkte.

BLG LOGISTICS ist ein global agierender Logistiker mit Aktivitäten an mehr als 100 Standorten in Europa, Nord- und Südamerika, Afrika und Asien und bietet einschließlich aller Beteiligungen derzeit weltweit rund 16.000 Arbeitsplätze.

Erstes europäisches Unternehmen mit robotergestütztem Logistikkonzept

Der Geschäftsbereich „Contract“ mit über 40 Contract-Standorten in Europa und Übersee bietet sämtliche Dienstleistungen entlang der Supply Chain für so unterschiedliche Güter wie Autotüren, Felgen, Turnschuhe, Möbel, Küchen, Badarmaturen, Eisenbahnkomponenten oder tiefgefrorene Kartoffelprodukte. Die BLG lagert, liefert, verpackt und entpackt, wickelt konventionelle Bestellungen, Online-Bestellungen und Retouren ab und gehört damit zu den führenden deutschen Anbietern von Logistikdienstleistungen.

In ihrem Logistikcenter in Frankfurt/Main setzt die BLG seit 2014 auf ein robotergestütztes Lager- und Kommissioniersystem. Für dieses Projekt hat die BLG gemeinsam mit ihrem Partner engelbert strauss den Deutschen Logistik-Preis 2015 sowie den Europäischen Logistikpreis 2016 der European Logistics Association (ELA) erhalten. Die BLG Handelslogistik wickelt unter anderem einen Teil der Retouren für engelbert strauss ab und setzte dabei als erstes Unternehmen in Europa auf das robotergestützte Logistikkonzept.

Bei diesem muss der Mensch nicht mehr zu den Regalen gehen, sondern diese kommen mit der Ware zum Menschen. Möglich wird dies durch das System „G-Com“ von Grenzebach, das auf der Grundidee eines mobilen Kommissionierlagers basiert: Die Regale werden automatisch zu einer multifunktionalen, flexiblen und ergonomisch angelegten Pick-Station („Stargate“) gebracht. Die dafür eingesetzten intelligenten Transportfahrzeuge („Carrys“) mit niedriger Bauhöhe unterfahren die mobilen Warenträger, heben diese an und transportieren sie auf einem festgelegten Weg zu den Stargates. Das skalierbare System lässt sich dynamisch an wechselnde Marktbedingungen und Kundenanforderungen anpassen.

Zudem schafft das System ortsfeste, ergonomisch gestaltete Arbeitsplätze, unterstützt und entlastet seine Bediener und minimiert unproduktive Tätigkeiten wie das Suchen oder lange Wege. Darüber hinaus schließt diese Funktionsweise die Lücke von automatisierter Palettenlagerung (HRL) und automatisierter Kollo-Lagerung (AKL) hin zur automatisierten Einzelteillagerung (G-Com).

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