Ersatzteillogistik

Optimierungspotenziale in der Ersatzteillogistik heben

18.12.2009 | Autor / Redakteur: Bernd Maienschein / Bernd Maienschein

Dr. Holger Voss, Head of Spares Logistics Engineering bei der Eurocopter Deutschland GmbH: „Die Potenziale können nur gehoben werden, wenn die Strukturen und Prozesse funktionieren und effizient abgestimmt sind.“
Dr. Holger Voss, Head of Spares Logistics Engineering bei der Eurocopter Deutschland GmbH: „Die Potenziale können nur gehoben werden, wenn die Strukturen und Prozesse funktionieren und effizient abgestimmt sind.“

Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wird die Bedeutung der Ersatzteil-logistik in vielen Unternehmen stärker erkannt. Effizientere Strukturen, Prozesse und Organisationen rücken in den Vordergrund. Gleichzeitig sind die Identifikation und die Umsetzung dieser Potenziale nicht immer ganz einfach.

„Wir, die wir uns ja sehr intensiv mit dem Thema ‚Ersatzteile‘ beschäftigen, wissen, dass das eine Art Königsdisziplin in der Logistik ist“, erklärt Dr. Andreas Baader, Geschäftsführer der Barkawi Management Consultants GmbH & Co. KG in München. „Leider wird diese Meinung nicht immer von allen anderen Disziplinen so geteilt. Aber oft ist es sehr spannend, die logistischen Netze sind komplex.“

Ersatzteillogistik muss ihren Wert vermitteln

Was erschwerend hinzukomme: In großen Unternehmen sei es oft nicht einfach, die Fackel der Ersatzteillogistik hoch zu halten, weil in vielen Abteilungen die Meinung vorherrsche, dass sich die Ersatzteile von alleine verkauften. Man müsse die Teile nur einkaufen, auf Lager legen, und wenn eine Anlage einmal verkauft sei, ergebe sich der Teilebedarf nahezu automatisch.

Dass diese Betrachtungsweise zu kurz greift und um das Thema Ersatzteile in vielen Branchen ein knallharter Wettbewerb entstanden ist, macht die Situation auf dem OEM-Sektor (Original Equipment Manu-facturer) der Automobilindustrie deutlich. „Es reicht heute nicht mehr, einfach Neuwagen in den Markt zu drücken, sondern Sie müssen auch sehen, dass die Kunden bei Ihnen bleiben. Das ist auch das Problem: Der Automobilhändler stellt fest, dass seine Kunden nach ein paar Jahren nicht mehr in seine Garage kommen und er das Potenzial, das sich im Reparaturgeschäft ergibt, nicht mehr heben kann“, erklärt Frank Kremer, Leiter Logistik Teile und Service der Fiat Group Automotive Germany AG in Frankfurt.

LDC-Modell schafft mehr Transparenz in der Verfügbarkeit der Ersatzteile

Fiat hat auf diesen Umstand frühzeitig reagiert und angefangen, ein sogenanntes LDC-Modell (Local Distribution Center) zu installieren, und die früheren Ersatzteil-Leistungs-Zentren (ELZ) des Autobauers, die den sekundären Vertriebsweg gebildet haben, nach und nach abgeschaltet.

Fiat will mit dieser Maßnahme ein Logistikmodell für 100% der Händlernachfrage darstellen. Ein weiteres Ziel dieser LDC-Strategie ist, eine bessere Transparenz für die Teileverfügbarkeit der Produkte darzustellen.

Fiat startet Ersatzteillogistik-Offensive in Italien

Gestartet hat Fiat mit seiner Offensive im wichtigsten Markt, Italien. Neben dem Zentrallager in Turin wurden sieben LDC aufgebaut, um eine Verkürzung der Laufzeiten, also eine Qualitätsverbesserung bei der Lieferung, zu erzielen. Das Ganze wurde dann auf den zweitwichtigsten Markt der Fiat-Gruppe, Deutschland, ausgeweitet.

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