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Auslagerung Outsourcing des Vorratslagers in der Stahl- und Metallverarbeitung

| Autor / Redakteur: Wolfgang Dörr / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Die Vorteile des Outsourcings klingen vielversprechend: Hohe Investitionen in notwendige neue Lager- und Fördertechnik können vermieden, eigene Lagerflächen zugunsten von wertschöpfenderen Produktionsflächen aufgegeben werden. Doch wie hoch ist das Einsparpotenzial eines solchen Auslagerungsprojekts wirklich?

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Bild 3: Dienstleister für Stahl und Metall verarbeitende Unternehmen übernehmen verschiedene Bearbeitungsschritte – hier beispielsweise den Sägezuschnitt.
Bild 3: Dienstleister für Stahl und Metall verarbeitende Unternehmen übernehmen verschiedene Bearbeitungsschritte – hier beispielsweise den Sägezuschnitt.
(Bild: Günther + Schramm)

Im Rahmen eines Outsourcings integrieren Stahl und Metall verarbeitende Unternehmen ihr bisheriges Vorratslager nahtlos in das Lager ihres Dienstleisters. Dieser übernimmt dann sowohl die Beschaffung und Bevorratung des Rohmaterials als auch den Zuschnitt (Bilder 1 und 3), einfache mechanische Bearbeitungsschritte sowie die Kommissionierung und termingerechte Anlieferung des Materials – wenn gewünscht bis an die Bearbeitungsmaschinen. Führt man sich das vor Augen, wird schnell deutlich, dass sich durch die Auslagerung vor allem Kosten für Personal und Sägen einsparen lassen.

Investitionskosten für Maschinen und Immobilien einsparen

Jedoch kommt es bei Wirtschaftlichkeitsberechnungen in Bezug auf diese beiden Preispositionen häufig zu spürbaren Abweichungen von den tatsächlichen Einsparungen. Bei den Personalkosten beispielsweise gilt es neben den reinen Gehaltskosten auch Faktoren wie Urlaubsgelder, Feier- und Krankheitstage sowie die beim Outsourcing-Partner gegebenenfalls höhere Wochenarbeitszeit zu berücksichtigen. Bei den Sägen sind zum einen die Anschaffungskosten zu bedenken: Das Investitionsvolumen für eine neue Säge beträgt je nach Leistung und Funktionsumfang in der Regel zwischen 30.000 und 300.000 Euro. Hinzu kommen Wartungs- und Instandhaltungskosten von durchschnittlich circa 600 bis 800 Euro pro Säge und Jahr.

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Zusätzlich zu den genannten Kosten fallen noch einige weniger offensichtliche Positionen an, die durch ein Outsourcing eingespart werden. Hierzu zählen die vollständigen oder anteiligen Investitionskosten der Immobilie (Bild 2) – abhängig davon, wie viel Platz die Sägerei in Anspruch nimmt – sowie Regaltechnik, Lager- und Pufferflächen und gegebenenfalls vorhandene Fördertechnik. Insbesondere die Lager- und Pufferflächen werden sehr häufig bei den Berechnungen vergessen. Das geschieht unter anderem deshalb, weil diese Flächen manchmal intern kostentechnisch nicht der Sägerei, sondern anderen Unternehmensbereichen zugeordnet werden.

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