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Inline-Inspektion Qualitätskontrolle an Blister- und Faltschachtel-Verpackungen

Autor / Redakteur: Torsten Zöller und Ralf Baumann / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Nimmt man eine Arzneimittelpackung zur Hand, kann das Auge die Aufdrucke meist gut erkennen. Bei einer Produktion von rund 300 000 Blisterverpackungen und 100 000 Faltschachteln täglich reicht der „menschliche Sensor“ zur lückenlosen Qualitätsprüfung nicht mehr aus.

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Unter rotem LED-Licht offenbaren die Aufdrucke der Blisterverpackungen ihre Qualitäten. Bild: Cognex
Unter rotem LED-Licht offenbaren die Aufdrucke der Blisterverpackungen ihre Qualitäten. Bild: Cognex
( Archiv: Vogel Business Media )

Mit einer Geschwindigkeit, bei der das Auge nur noch schemenhaft einzelne Produkte erkennen kann, jagen Blisterverpackungen über das schmale Band. Rezeptpflichtige Medikamente, die Blutdruck senken, bei Atemnot und Thrombose helfen, machen sich auf ihren Weg über den Pharmagroßhandel und die Apotheke zum Patienten.

Vision-Technologie sorgt für Null-Fehler-Qualität

Rund 120 Mio. Blisterverpackungen im Jahr produziert Boehringer Ingelheim, das weltweit größte Pharmaunternehmen, das sich noch vollständig in Familienbesitz befindet. Im Gegensatz zu früheren Jahren, als regelmäßige Stichproben nur teilweise aussagekräftige Rückschlüsse auf die Qualität der Aufdrucke zuließen, sorgt heute hoch moderne Vision-Technologie für 100% fehlerfreie Qualität — Transparenz ersetzt Hochrechnungen.

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Vier Stationen zur Inspektion der Aufdrucke von Blisterverpackungen und eine brandneue Anlage zur Faltschachtelkontrolle prüfen jedes einzelne Produkt. Möglich wird dies durch die Vision-Software Wesys-OCR auf Basis von Cognex Vision-Pro.

Tintenstrahldruck liefert bei hohen Geschwindigkeiten oft unsauberes Schriftbild

Im Prinzip erscheint es ganz einfach: Eine Kamera identifiziert eine Reihe von Buchstaben und Zahlen, sortiert fehlerhafte Teile aus und leitet Gutteile weiter. Wären da nicht einerseits die enorme Geschwindigkeit, mit der sich die Blisterverpackungen bewegen und andererseits der Tintenstrahlaufdruck. So flexibel und praktisch die Tintenstrahltechnik auch ist, so unpräzise kann sie sein, wenn es darauf ankommt, auf Folien mit unregelmäßigen Oberflächen ein durchgehend sauberes Druckbild aufzubringen. Wobei der Begriff unpräzise leicht irreführend klingen mag.

Was für das ungeübte Auge völlig in Ordnung erscheint, kann unter Umständen den Qualitätsverantwortlichen der Kunden nicht mehr genügen. Dafür reichen schon kleine Tintenpünktchen, die nicht an der Stelle aufgetragen sind, an der sie hin gehören. Vor allem der Pharmamarkt in Fernost zeigt sich hier besonders qualitätsorientiert.

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