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Yard-Management RFID mit System im Yard-Management

| Autor / Redakteur: Peter Pölzing / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Es soll Unternehmen geben, bei denen die Liste ankommender Fahrzeuge dem Pförtner auf den Tisch gelegt wird. Vielleicht eine praktikable Lösung bei wenigen Lkw am Tag und wenig Bedarf für Vernetzung. Für Versender und Empfänger mit mehr Fahrzeugaufkommen sind andere Lösungen erforderlich.

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Anmeldung am Terminal: Kraftfahrer können sich mit ihrer jeweiligen Buchungsnummer am Selbstbedienterminal anmelden und erhalten dort ihren Pager.
Anmeldung am Terminal: Kraftfahrer können sich mit ihrer jeweiligen Buchungsnummer am Selbstbedienterminal anmelden und erhalten dort ihren Pager.
(Bild: PAARI)

Eine Zuteilung von Zeitfenstern sorgt bereits für eine erhebliche Entlastung vor Ort, denn die Ankunft der Transportfahrzeuge verteilt sich über den ganzen Tag. Die gebuchten Ladezeitfenster werden per Schnittstelle direkt in das Programm „titan libra Logistik“ des Dock-und-Yard-Managementsystems (DYMS)/Hoflogistik übergeben. Damit besteht die Möglichkeit, dass sich die Kraftfahrer mit der jeweiligen Buchungsnummer an einem Selbstbedienterminal anmelden können. Stimmen Zeitfenster, Referenznummer und Spediteur überein, erfolgt die Ausgabe eines Pagers, mit dem der Fahrer in seinen Lkw auf dem Parkplatz zurückkehrt.

Nichtautorisierte bleiben draußen

Wird der Lkw-Fahrer mittels Pager-Lkw-Aufrufsystem gerufen, begibt er sich zum Terminal und tauscht den Pager gegen eine Chipkarte ein, seinen Ausweis für das Industriegelände. Ein unzulässiges Befahren des Geländes beziehungsweise der Wiegesysteme wird automatisch verhindert.

An der Einfahrt hält er das Identifikationsmedium an einen Kartenleser, die Schranke öffnet sich, der Weg zur Verladestelle ist frei. Dort angekommen, wird das richtige Produkt in der richtigen Menge durch ein Verlade- und Wiegesystem ausgegeben. In Echtzeit besteht damit eine Übersicht, sowohl in Summe als auch detailliert, welche Fahrzeuge noch warten, auf dem Betriebsgelände sind oder bereits die Ausfahrt passiert haben.

Ein- und Ausgang lückenlos erfassen

Werden zum Beispiel bei großen Fahrzeugflotten alle Fahrzeuge mit RFID-Transponder versehen, ist es möglich, in Verbindung mit der entsprechenden Antennentechnik und einer intelligenten Software die Bewegung der Fahrzeuge aus dem und in das Unternehmen lückenlos aufzuzeichnen. Besonders für Speditionen mit Verkehren zwischen den einzelnen Niederlassungen und im Werksverkehr bei großen Firmen lässt sich so der Eingang und Ausgang der Fahrzeuge lückenlos erfassen, da jedes Fahrzeug beim Passieren der Kontrollpunkte erfasst wird. Es ergibt sich so eine lückenlose Vita der Fahrzeugbewegungen.

In Verbindung mit zeitlichen Limitierungen für sensible Güter kann bei Abweichungen ein Hinweis an die verantwortlichen Disponenten erfolgen, dass eine Störung vom vorgesehenen Ablauf vorliegt. Damit kann zum Beispiel verhindert werden, dass abgestellte Auflieger/Brücken mit verderblicher Ware unbeachtet bleiben, wenn Sie beispielsweise längere Zeit nach Einfahrt nicht als entladen registriert werden. Im Werksverkehr in großen Firmen ein immer wieder zu beobachtendes Phänomen, das mit entsprechenden finanziellen Schäden einhergeht.

Pager mit RFID

Bei der Ausgabe von Pagern an Lkw-Fahrer oder einen anderen Personenkreis ist die Nutzung von RFID-Tags unverzichtbar. Die Transponder, auch Tags genannt, werden zusätzlich in die Geräte eingebracht. Erst dadurch wird es möglich, sowohl bei der manuellen Ausgabe als auch bei der Ausgabe über ein Pager-Ausgabeterminal die Pager automatisiert dem Lkw-Fahrer und damit dem Auftrag zuzuordnen. Ein versehentlicher Falschaufruf ist damit ausgeschlossen. Zusätzlich kann sich der Nutzer an allen weiteren Punkten, bei der Einfahrt, Beladung und Ausfahrt, über den ihm zugeordneten RFID-Tag identifizieren. Durch die Speicherung dieser Identifizierungen, auch Zeitstempel genannt, kann in der Nachbetrachtung der Ablauf des Vorgangs im Yard lückenlos nachverfolgt und über entsprechende Statistiktools in der Software ausgewertet werden. Es entsteht so ein komplettes Bild über Durchlaufzeiten, Beladezeiten, Wartezeiten und so weiter. Manche Nutzer können damit auch Diskussionen zur Thematik Standgeld schnell auf den Punkt bringen, da eine sekundengenaue Auswertung vorliegt.

Identifizierung im Kleinen – RFID-Karte

Auch im kleineren Maßstab ist der RFID-Tag im Yard-Management eine unerlässliche Technologie. Lkw-Fahrer erhalten bei ihrer Anmeldung am Self-Check-in-Terminal eine RFID-Karte in Plastik- oder Papierform. Mithilfe dieser Karte kann sich der Lkw-Fahrer an allen weiteren Punkten identifizieren und nach Freigabe auch die Schranke an der Einfahrt öffnen. Mithilfe der RFID- Technologie wird der gesamte Prozess gut strukturiert und überwacht. Ein Schritt baut auf dem nächsten auf. Ohne genaue Abfolge der einzelnen Abläufe erfolgt keine Freigabe.

Auch bei Anmeldung an der Rampe oder in der Disposition kann sich der Lkw-Fahrer mithilfe der RFID-Karte ohne jede sprachliche Barriere identifizieren, da alle Daten zum Auftrag sofort damit aufgerufen werden können.

Ein Beispiel: Bis er an der Reihe ist, kann der Fahrer frei und unbeschwert Pause machen. Der Pager gibt ihm Bescheid, sobald ein Verladeplatz auf dem Gelände frei geworden ist und sein Auftrag verladebereit ist. ■

* Dipl.-Ing. Peter Pölzing ist Geschäftsführer der PAARI Waagen- und Anlagenbau GmbH & Co. KG in 99095 Erfurt-Stotternheim, Tel. (03 62 04) 5 69-0, info@paari.de

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