Suchen

Supply Chain Risk Management Risikomangement genießt wenig Zuspruch

Für das 11. Hermes-Barometer zum Thema „Risikoprävention und Versorgungssicherheit in der Supply Chain“ wurden jetzt 200 Logistikentscheider deutscher Unternehmen befragt. Ergebnis: Nur vier von zehn Unternehmen betreiben ein ganzheitliches Risikomanagement in ihrer Supply Chain.

Firmen zum Thema

Die 11. Ausgabe des Hermes-Barometers fördert bei der Frage nach einem ganzheitlichen Supply-Chain-Risk-Management nur marginale Veränderungen zwischen Ja- und Neinsagern in den letzten vier Jahren zutage.
Die 11. Ausgabe des Hermes-Barometers fördert bei der Frage nach einem ganzheitlichen Supply-Chain-Risk-Management nur marginale Veränderungen zwischen Ja- und Neinsagern in den letzten vier Jahren zutage.
(Bild: Hermes )

Obwohl deutsche Unternehmen eine deutliche Verschärfung ihrer Gefährdungslage erwarten, betreiben nur 40 % ganzheitliches Risikomanagement in ihrer Supply Chain. Das geht aus einer Umfrage von Hermes Germany unter 200 Logistikentscheidern deutscher Unternehmen hervor (das komplette Hermes-Barometer finden Sie hier). Nur marginale Abweichungen zeitigt die Umfrage im Vergleich zu den Ergebnissen des Barometers aus dem Jahr 2015: Heute würden 39 % einen ganzheitlichen Ansatz für ihre Lieferkette betreiben – vor vier Jahren waren es 37 % der Befragten.

Verweigerung nicht nachvollziehbar

Gleichzeitig geht jedes zweite Unternehmen davon aus, dass sein Beschaffungsmanagement in Zukunft eine deutliche Verschärfung des Risikoumfeldes verzeichnen wird (2015 stimmten dieser Aussage lediglich 41 % der Logistikentscheider zu). Darüber hinaus sind 64 % der Befragten der Meinung, dass auch die Informationsrisiken durch Hackerangriffe oder Computerviren eine zunehmende Bedrohung darstellen (plus 15 % im Vergleich zu 2015).

„Es ist nicht nachvollziehbar, warum nur so wenige Unternehmen eine ganzheitliche Risikoprävention und Bewältigung verfolgen“, sagt Jan Bierewirtz, CCO und Division Manager Commercial bei Hermes International, einem Geschäftsbereich von Hermes Germany. Bei der zunehmenden Komplexität von Lieferketten hätte man eine größere Zahl aktiver Unternehmen erwartet, so Bierewirtz.

Notfallpläne und Frühwarnsysteme

Ganz ohne Lösungen stehen die Unternehmen dennoch nicht da: 57 % der befragten Unternehmen haben für Risiken mit einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit einen Notfallplan erstellt. Jedes zweite Unternehmen verfügt darüber hinaus über ein Frühwarnsystem, um sofort auf mögliche Gefahren innerhalb der Lieferkette reagieren zu können.

Zusätzlich nutzt ein großer Teil der Unternehmen bereits verschiedene Methoden und Maßnahmen, um Risiken innerhalb der Lieferkette vorab zu identifizieren: 70 % der Befragten nutzen beispielsweise Bonitätsauskünfte. Auch Onlinerecherchen (61 %) oder Markt- und Wettbewerbsanalysen (60 %) sind beliebte Mittel für die Risikoanalyse. Weniger beliebt ist spezielle Risikoanalyse-Software: Sie wird nur durch 35 % der Umfrageteilnehmer genutzt. Ebenso die Szenariotechnik beziehungsweise Lückenanalyse, die von rund einem Fünftel der Befragten genutzt wird (22 %). „Hier sehen wir, dass die Unternehmen grundsätzlich an der Sicherung ihrer Supply Chain arbeiten. Die Nutzung der einzelnen Methoden ist im Vergleich zum Jahr 2015 in allen Bereichen insgesamt gestiegen“, kommentiert Bierewirtz die Ergebnisse.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 46287512)