Regale Schwere Güter schnell gelagert

Autor / Redakteur: Reinhold Schäfer / Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Das Einlagern besonders schwerer und sperriger Güter lässt sich am besten mit Einfahr- und Durchfahrregalen bewerkstelligen. Ein hoher Raumnutzungsgrad ist der Vorteil beider Lagerregalarten. Will man das First-in-first-out-Prinzip verwirklichen, dann sollte man ein Durchfahrregallager einplanen, falls es vom Platz her machbar ist.

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Geht es um die Lagerung von schweren und sperrigen Gütern, dann eignen sich dafür am besten Einfahr- und Durchfahrregale (Drive-thru-Regale). Sie unterscheiden sich dadurch, dass Einfahrregale (auch Drive-in-Regale genannt) nur über eine Bedienungsseite verfügen, wohingegen Durchfahrregale von zwei Seiten aus beschickt und entladen werden können.

Durchfahrregale ermöglichen eine optimale Raumnutzung in Höhe und Tiefe. Das Lagergut wird in mehreren Ebenen auf Paletten hintereinander eingelagert. Durchfahrregale eignen sich deshalb optimal für das Prinzip first in first out (Fifo) und mit Einfahrregalen lässt sich das Lagerprinzip last in first out gut verwirklichen. Sie werden in erster Linie für die Lagerung größerer Mengen gleichartiger Güter eingesetzt. Mit Einfahrregalen wird die maximale Ladedichte erreicht und bestehende Räume können im Vergleich zu der herkömmlichen Palettenlagerung um bis zu 90% effektiver genutzt werden.

Fifo- wie Lifo-Prinzip umsetzbar

„Beide Regalsysteme verbinden die Vorteile der Block- mit denen der Regalstapelung, nämlich kompakte Raumnutzung bei großer Stapelhöhe und Schonung des Lagergutes“, erläutert Karlheinz Heere, Leiter Regal-systeme der Jungheinrich AG in Hamburg. Zwar bestehe beim Durchfahrregal die Möglichkeit, das First-in-first-out-Prinzip zu nutzen. Doch sei dies nur dann von Vorteil, wenn die Regalfelder ungehindert durchfahren werden können.

Somit habe ein Durchfahrregal im Vergleich zu einem Einfahrregal keine großen Vorteile. Weil die Beschickung und Entnahme allerdings von zwei Seiten möglich sei, „ist die Umschlagsleistung von Durchfahr- gegenüber Einfahrregalen etwas höher“, so Karlheinz Heere.

Vorranging erfolgt die Bestückung mit Paletten

Die Einfahr- und Durchfahrregale werden meist mit Paletten bestückt. Laut Heere kommen zu 90% Euro- oder Industriepaletten zum Einsatz.

Die meisten Einfahr- und Durchfahrregale werden heute geschraubt – was den Vorteil hat, dass diese sich leichter umrüsten oder erweitern lassen; dazu kommt, dass sie (auseinandergeschraubt) leichter transportiert werden können, weil sie nicht so viel Raum einnehmen. Statisch gesehen gibt es Heere zufolge keinen Unterschied zu einem geschweißten Regal.

Wirtschaftliche Lagerlösung anhand von Systemmerkmalen planen

Steht die Planung eines neuen Lagers oder die Umstrukturierung eines bestehenden Lagers an, so sollte man nach Aussage von SSI Schäfer folgende Systemmerkmale überprüfen, um die wirtschaftlichste Logistiklösung zu finden: Maximale Lagerkapazität auf minimalem Raumvolumen sind die besondere Charakteristik von Einfahrregalen. Bei Einfahrregalen erfolgt die Be- und Entladung von einer Seite. Bei Regaleinheiten, die im Raum angeordnet sind, kann die Bedienung von beiden Seiten erfolgen und ermöglicht ein Durchfahren der Stapler.

Durchfahrregale bieten den Vorteil, dass die Warenbewegung für Be- und Entladung getrennt erfolgen kann. Die Ein- und Durchfahrregale sollten vorzugsweise Bodenschienen erhalten, um die Regalstützen zu schützen und zur besseren Orientierung für den Staplerfahrer. Als Einfahrregal erfolgt die Be- und Entladung nur von einer Seite.

Separate Be- und Entladung bei Durchfahrregalen

Als Durchfahrregal ist die Nutzung von beiden Regalseiten aus gleichermaßen ideal. Durchfahrregale bieten den Vorteil, dass die Warenbewegung für Be- und Entladung separat erfolgen kann. Die Einfahrregale von SSI Schäfer lassen sich eigenen Angaben zufolge praxisgerecht als Einfahr- beziehungsweise Durchfahrregal realisieren. Dies ermögliche maximale Lagerkapazität auf minimalem Raumvolumen.

Insbesondere, wenn es um die Lagerung von wenigen unterschiedlichen Artikeln in sehr großen Mengen geht, bewährt sich dieses Lagersystem. Be- und entladen werden diese Systeme mit konventionellen Gabelstaplern, die in die Regalkanäle einfahren. Bei Ein- und Durchfahrregalen ist die Gestaltung der Tiefenauflagen ein wichtiger Aspekt für die Funktionsfähigkeit der Einrichtung.

Klassische Anwendungen von Einfahr- und Durchfahrregalen sind nach Aussage von SSI Schäfer im Bereich der Food- und Non-Food-Industrie zu finden. Dies seien besonders Artikel mit großen Mengen bei geringer Artikelvielfalt (Früchte, Fruchtsäfte, Care-Produkte). Die Einfahr- und Durchfahrregale werden oft auch in Saisonlagern verwendet.

Gute Anwendungsmöglichkeiten in Saisonlagern

„Ein Beispiel ist die Lagerung von Blumendünger“, so Karlheinz Heere, wo im August mit der Produktion begonnen und im März des Folgejahres die Nachfrage schnell befriedigt werden müsse. Zwischen den Spitzenzeiten sei kein Zugriff auf die Artikel notwendig.

Grundsätzlich gehe der Trend hin zu kleinen Losgrößen. Weil die Kanäle der Einfahr- und Durchfahrregale überwiegend artikelrein bestückt werden, ist Heere zufolge eine Entwicklung zu anderen Tiefenstapelsystemen zu erkennen. Ein Beispiel sei das Jungheinrich-Tiefenstapelsystem DIS (Drive-in-System). Dabei handelt es sich um selbstständige, vom Trägerfahrzeug unabhängihge Lastschlitten, die mit eigenem Antrieb in den Palettenkanal fahren. Das heißt, der Stapler muss nicht selbst in das Regal fahren.

„Damit lassen sich in punkto Flächen- oder Raumnutzungsgrad hohe Leistungspotenziale nutzen“, so Heere. So ergeben sich weniger Arbeitsgänge und mehr Palettenplätze auf gleicher Hallengrundfläche, zudem hohe und wirtschaftliche Füllgrade. Und – besonders bei unterschiedlichen Artikeln – eine deutlich höhere Umschlaggeschwindigkeit im Vergleich zu Einfahrregalen. MM

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