Logistiksoftware Software „denkt“ Logistik auf der letzten Meile neu

Von Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein 2 min Lesedauer

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Localistique kommt mit einer neuen Softwarelösung, die Tourenplanung, Navigation und Echtzeitsteuerung für KEP-Dienstleister vereint. Mithilfe digitaler Logistik-Exzellenz sollen lokale Märkte so gestärkt werden.

Mit wenigen Klicks lassen sich Touren anpassen, Gebiete neu zuschneiden oder zuweisen – ohne Umweg über ein separates System.(Bild:  Localistique)
Mit wenigen Klicks lassen sich Touren anpassen, Gebiete neu zuschneiden oder zuweisen – ohne Umweg über ein separates System.
(Bild: Localistique)

Durch präzise Gebietsplanung und optimierte Sortierprozesse für kürzere Sortierzeiten im Depot und effektiveren Personaleinsatz lässt sich die sogenannte „letzte Meile“ nach Ansicht des Start-ups Localistique optimieren. Für KEP-Dienstleister und Last-Mile-Netzwerke, bei denen allmorgendlich ein großer Teil der Fahrerzeit im Depot statt auf der Straße verbracht werde, hat das Berliner Start-up Localistique eine neue Plattform entwickelt. Eine weitere Zielgruppe sind Logistikorganisationen, deren Sortierprozess am Erfahrungswissen einzelner hängt und deren bisherige Digitalisierungsinitiativen an fehlender Umsetzung in der Operative gescheitert sind.

Mit unserer Plattform ermöglichen wir lokalen Händlern durch optimierte Prozesse und Schnittstellen eine Abdeckung der letzten Meile, die dem Komfort einer Amazon-Logistik nahekommt.

Sinan Theuvsen, Geschäftsführer bei Localistique

Wie es heißt, betrachte die Plattform, über die bloße Berechnung von Routen hinaus, die gesamte Kette vom Depot bis zum Endkunden. Dafür werden bestehende Datenquellen zu einer zentralen, konsistenten Datenbasis gebündelt, Tourdaten, Mengen, Gebietsstrukturen und operative KPIs zusammengeführt und in einem interaktiven Kartenkontext verfügbar gemacht. Geplante Gebiete, Tourstrukturen und Mengenverteilungen werden in bestehende Sortier- und Zustellsysteme integriert.

Sortierzeit um 60 Prozent drücken

Gerade in der Sortierzeit lägen enorme Effizienzpotenziale, wie Localistique angibt. „Wenn hier die Prozesse hängen, verpuffen alle Bemühungen auf der Straße“, sagt Geschäftsführer Theuvsen. „Wer zustellt, steht oft morgens zweieinhalb Stunden am Band und sucht seine Pakete nach Erfahrungswissen zusammen. Amazon braucht dafür 17 Minuten, das ist der Benchmark.“ Mithilfe der Localistique-Software wird die Ware deshalb nicht nur sortiert, sondern direkt in der Auslieferungssequenz im Fahrzeug platziert. Im Einsatz bei einem KEP-Dienstleister hätte dieser in einem ersten Pilotprojekt seine Sortierzeiten im Depot um bis zu 60 Prozent reduzieren, den Personaleinsatz um zwölf Prozent reduzieren können – bei gleicher Leistung, wie Localistique berichtet.

Alleinstellungsmerkmal von Localistique sei die Gebietsplanung, wie es weiter heißt. Liefergebiete lassen sich überlappungsfrei zuschneiden und organisch anpassen, was etwa dabei unterstützt, Sondereinheiten wie Einkaufszentren effizient in die Route zu integrieren. Analysen direkt auf der Karte zeigen an, wie sich Stops, Fahrtzeit und Fahrzeugauslastung über Liefergebiete verteilen. Bislang gebe es laut dem Berliner Start-up außerdem kaum Systeme, die Briefe und Pakete in einer einzigen, nahtlosen Logistiklösung vereinten. Mit der neuen Plattform lassen sich diese hybriden Sendungstypen synchronisieren. Damit adressiert der Anbieter unter anderem Zeitungsverlage, die inzwischen zunehmend auch Pakete zustellen. Sie könnten ihre bestehende Infrastruktur nutzen und durch die Software aufwerten, heißt es abschließend.

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