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Modulare Roboterzelle Spritzenhandling auf engstem Raum

| Redakteur: Silvano Böni

Für Verpackungsanlagen in der Pharmaindustrie gelten hohe Anforderungen an Hygiene und Leistung. Zudem ist der Platz in der Produktion oft knapp bemessen. Die Robotronic AG, Winterthur (Schweiz), realisiert diese Anforderungen mit einer modular aufgebauten Roboterzelle (MRT).

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Eine MRT-Zelle von Robotronic mit zwei integrierten Knickarm-robotern von Mitsubishi.
Eine MRT-Zelle von Robotronic mit zwei integrierten Knickarm-robotern von Mitsubishi.
(Bild: Robotronic)

Für einen Pharmakonzern aus Deutschland hat die Winterthurer Robotronic AG ein Handlingmodul zur Zuführung von Fertigspritzen in die Endverpackungsanlage realisiert. Der langjährige Kunde suchte nach einer flexiblen Lösung und gab eine maximale Bauzeit von vier bis fünf Monaten vor. Der zur Verfügung stehende Raum war mit rund 3 m² extrem klein, die Anforderungen mit 400 Spritzen pro Minute hoch. Zudem sollte eine Umrüstung möglich sein zwischen verschiedenen Spritzenträgern sowie zwischen Spritzenformaten von 0,5 bis 10 mm. Eine große Herausforderung für Robotronic. Die Lösung: eine modular aufgebaute Roboterzelle.

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Mitsubishi-Electric-Roboter lassen sich mit weiteren Elementen kombinieren

Mithilfe des Baukastenprinzips ist die Firma in der Lage, beliebige Mitsubishi-Electric-Roboter in einer Zelle mit weiteren Elementen wie Transportbändern, Kamerasystemen oder Linearachsen zu kombinieren. Mike Weber, Eigentümer und Geschäftsführer der Robotronic AG, beschreibt: «Bei Konstruktion und Bau können wir mit dem Baukastenprinzip viel Zeit sparen.

Das Grundgerüst steht immer und muss lediglich entsprechend den Anforderungen ausgestattet werden. Die Anschaffungskosten sind dadurch vergleichsweise niedrig. Ein wichtiger Vorteil ist die extrem platzsparende Bauweise, mit der wir auf besonders kleinem Raum arbeiten können.» Das Grundmodul des MRT nimmt eine Fläche von knapp einer Europalette ein, das heisst 1,0 mal 1,30 Meter, und ist rund 2,20 Meter hoch.

Besonderheit des Spritzenhandlings

Jede Spritzenverpackungslinie benötigt eine spezielle Zuführung, denn Spritzen haben keinen Boden, auf dem sie stehen können. Deshalb werden sie an der Fingerauflage, dem Finger Flange, hängend transportiert und gelagert, wozu besondere Träger notwendig sind. Die zwei gängigsten sind normierte Kämme und Nester, die jeweils 160 Spritzen fassen.

Zum Verpacken müssen die Spritzen aus den Kämmen oder Nestern entnommen und in die Verpackungsanlage gegeben werden. Dabei ist Fingerspitzengefühl gefragt, denn die gläsernen Spritzen sind leicht zerbrechlich. Mike Weber erklärt: „Entsprechende Handlingmaschinen gibt es schon lange am Markt. Was die MRTs von Robotronic einzigartig macht, ist ihre kompakte Bauweise. Eine ähnliche Maschine von einem anderen Hersteller braucht in etwa drei- bis viermal so viel Platz. Und gerade daran mangelt es in der Regel in der Produktion, was die verfügbare Fläche extrem teuer macht.“

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